Monatsarchiv: September 2013

Vernazza, Pisa und Florenz

Am Sonntagmorgen um 4Uhr wurden wir vom Donner geweckt. Die Wettervorhersage war wohl leider doch richtig. Bis zum Mittag hat das Gewitter angehalten und auch der Regen wollte nicht weniger werden. Ein gutes hatte das ganze immerhin: es war auch weniger los in Vernazza, scheinbar hatten die Touristen dann weniger Interesse an Sightseeing in Cinque Terre, zumal der Wanderweg ja auch gesperrt war. Gegen Nachmittag kam dann allerdings doch noch ein kurzes Wolkenloch und für etwa eine halbe Stunde haben wir Vernazza mit blauem Himmel bei Sonnenschein erlebt.

Am Abend haben wir per Zufall auch noch eine kurze Regenpause erwischt, in der wir wunderbares Licht hatten, da gleichzeitig ein bisschen Sonne geschienen hat und es trotzdem noch geregnet hat.

Heute morgen mussten wir dann mal wieder unsere Sachen packen und uns auf den Weg in die nächste Stadt machen. Eigentlich hatten wir uns einen bestimmten Zug rausgesucht, mit dem wir nach Pisa fahren wollten, doch auch bei der italienischen Bahn ist das mit der Zuverlässigkeit nicht immer so gegeben. Die Anzeigetafel verhieß nichts gutes: der Zug vorher hatte 45min Verspätung. Dann wurden es 50… 55….60…65…70min. Also kam und kam nichts. Für uns war es jedoch nicht verkehrt, denn der verspätete Zug war der einzige am ganzen Tag, mit dem wir durchfahren konnten. Aus der Erfahrung mit der deutschen Bahn habe ich gelernt: in solchen Fällen nimmt man grundsätzlich den ersten Zug, der kommt (es könnte sein, dass das Chaos nur noch größer wird und so ist man dann wenigstens schon ein Stückchen näher am Ziel). Irgendwann kam dann der Zug und  wir sind heil in Pisa angekommen. Dort wollten wir uns den Turm ansehen und das obligatorische Foto machen, bevor es weiter zum Tagesziel Florenz ging.

Die Weiterfahrt nach Florenz verlief dann ohne Komplikationen und auch unser Hostel war einfach zu finden, also haben wir am frühen Abend noch zu Fuß die Stadt erkundet. Auch Florenz ist recht „klein“ – jedenfalls kann man gut überall hinlaufen.

Aussicht von der Hotel-Terrasse =))

Cinque Terre

Gestern ging es wieder weiter: mit dem Zug von Genua nach Vernazza. Auch hier wieder keine Durchsagen, also immer schön aufpassen, wo man gerade ist, damit man den Ausstieg nicht verpasst…
Gegen 11Uhr sind wir schließlich im zweiten der fünf Dörfer angekommen, zusammen mit gefühlten 1000 anderen Touristen. Als erstes wollten wir unsere Koffer loswerden, konnten jedoch erst ab 14Uhr auf unser Zimmer, also wurden diese provisorisch im Souvenirladen (alias Rezeption) abgestellt – dekorativ neben italienischen handgemachten Souvenirs. Die übrige Zeit haben wir dazu genutzt uns den Ort anzusehen, Pizza zu essen (wenn auch geplagt von etlichen Fliegen und Wespen) und eine Wanderkarte zu kaufen -was nicht so einfach ist, wenn der Verkäufer kaum englisch spricht. Wer in den Cinque Terre wandern will, braucht dazu einen Wanderpass. Diesen gibt es einmal nur zum laufen und einmal als Kombiticket mit Zug. Beides kann man für 1 oder 2 Tage bekommen. Wir wollten aber am ersten Tag nur wandern und am zweiten Tag den Pass mit Zug kaufen. Also habe ich gesagt, dass ich den Wanderpass für „today“ kaufen möchte – woraufhin der Verkäufer schon totales chaos verbreitet hat, indem er verstanden hat, dass ich einen Pass für „two days“ kaufen will. Irgendwann habe ich ihm vermitteln können, was ich für den aktuellen Tag haben will und mich damit zufrieden gegeben, am nächsten Tag halt erneut hinzugehen und einen weiteren Pass zu kaufen. Leider ist aufgrund von Instandhaltungsarbeiten der halbe Weg gesperrt, so dass nur noch die 2 Teilabschnitte mit der schlimmsten Steigung übrig geblieben sind.
Nachdem wir nun alles organisatorische erledigt hatten, durften wir endlich auf unser Zimmer. Ein einziges Zimmer hat einen Balkon und wir hatten das Glück dieses zu bekommen =). Nicht bedacht habe ich jedoch, dass man einen großen Kampf mit dem Koffer und den mords steilen Treppen auf sich nehmen muss, bis man endlich mal oben ist. Ohne Gepäck ist das Zimmer dann aber ganz gut zu erreichen und dank Kühlschrank kann man sich auch einigermaßen gut selbst versorgen anstatt jede Mahlzeit essen zu gehen.
Also haben wir uns dann ein Zugticket nach Monterosso (nördliches Ende) gekauft und sind dort mit dem Zug hingefahren. Von hier aus sollten es 3km Weg nach Vernazza sein, die mit 2Stunden kalkuliert wurden. Die ersten Meter waren noch ganz okay, dann kamen die Stufen. Viele, viele, unendlich viele Stufen nach oben. Die Qualität nicht gerade hoch. Manche Verrückten haben es zwar irgendwie mit Flip Flops geschafft, doch ich war heilfroh über meine Wanderschuhe. Bei dem anstrengendsten Stück stand neben den Treppen ein Getränkeverkäufer, der frisch gepresste Zitronenlimonade und frischen Limoncello verkauft hat. Scheinbar waren wir wohl langsamer als ein Durchschnittswanderer, vielleicht lag es aber auch an den kleinen Fotostops zwischendurch, aber wir haben definitiv mehr als 2Stunden gebraucht.

 Am frühen Abend sind wir jedoch trotzdem in Vernazza angekommen. Abends ging es dann noch mal los zum Fotografieren mit Beleuchtung.

Heute morgen wollten wir dann das trockene Wetter nutzen, um uns die restlichen 3 Dörfer anzusehen. Als erstes ging es nach Riomaggiore, dem südlichsten Dorf.  Danach haben wir uns Manarola angesehen. Hier fand ich die Ansicht von der Küste her sehr schön und dadurch ist es mit Vernazza in meine Top2 gekommen.

Zuletzt ging es nach Corniglia, dem einzigen Dorf, das weiter oben auf dem Berg liegt und nicht bis runter zum Meer führt.

Genua

Heute morgen wollten wir mit dem Zug weiter nach Genua fahren. Wer über die deutsche Bahn lästert, soll erst mal nach Italien fahren. Unser Zug sollte um 9.10Uhr abfahren. Stattdessen stand er eine Ewigkeit am Gleis rum. Kein Schaffner in Sicht – niemand den man fragen kann. An Durchsagen braucht man gar nicht erst zu denken. So wie ich das interpretiert habe, muss man im IC wohl einen Platz reservieren – also hatten wir immerhin einen festen Sitzplatz in einem kuscheligen Abteil. Mit 20Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Irgendwann hielt der Zug an – ohne Vorwarnung. Spannend! Woher soll man denn dann vorher wissen, wann man am Zielbahnhof ankommt. Auf gut Glück haben wir uns dann 10Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit in den Gang gestellt, um mit unserem Gepäck schnell genug rauszukommen. Geklappt hat es jedenfalls, denn wir sind in Genua angekommen. Nächstes Problem: unsere Kartenapp „Citymaps to go“ hat mal wieder keine genaue Ahnung, wo unser Hotel ist, also sind wir auch wieder erst einmal dran vorbeigelaufen. Ich finde es zwar toll, dass man sich dort freie Karten runterladen kann und auch offline nach Orten suchen kann, allerdings hat uns die App jetzt schon in zwei Städten nicht viel geholfen. Eine bessere Alternative wären wahrscheinlich statische Karten (nächstes Mal dann).
Wie auch immer – gegen 11Uhr haben wir unser Hotel erreicht und uns dort dann einen richtigen Stadtplan geben lassen. Die Rezeptionistin war auch gleich so nett und hat uns einen Rundgang eingezeichnet, den wir ablaufen können, um alle Sehenswürdigkeiten der Altstadt zu verbinden. Die Entfernungen sind so gering, dass  man hier (im Gegensatz zu Mailand) alles prima zu Fuß erreichen kann. Meiner Meinung nach reicht auch ein Tag vollkommen aus, um die Stadt zu besichtigen.
Die Straßen in Genua sind recht klein und hübsch, es gibt viele bunte Häuser und man muss wie überall in Italien aufpassen nicht überfahren zu werden. Am Hafen gibt es das größte Aquarium Europas und passenderweise haben das die Nervensägen, die einem irgendwelche gefälschten Markensachen verkaufen wollen, auch mitbekommen und sich dort platziert. Neue Mode dieses Jahr scheint es zu sein, dünne Wollbändchen (wie die Freundschaftsbändchen, die man als Kind gemacht hat) zu verteilen. Wenn man diese nicht haben will, werden sie richtig ungemütlich und packen einem und laufen hinterher. Ich persönlich habe da ja lieber meine Ruhe…

Mittags haben wir „Penne Portofino“ probiert. Ich vermute, dass es eine Soße aus der Region ist, da ich vorher noch nicht davon gehört habe. Geschmeckt hat es jedenfalls sehr gut, ob man das wohl zu Hause auch nachkochen kann… 😉
Am Nachmittag sind wir schließlich in die andere Richtung gelaufen: auf den Berg hinauf. Wer zu faul ist zum Laufen, kann einen von den vielen Aufzügen nehmen oder mit dem Bus hochfahren. Es ist wirklich unglaublich, wie dicht dort der ganze Boden zugebaut wurde. Siebenstöckige Häuser sind keine Seltenheit, eine einzige Steinwand hat man da vor sich. Ist man erst mal oben, hat man eine „schöne“ Aussicht auf Genua. Man sieht zumindest den neuen sowie den alten Hafen und die Altstadt.Was mir dort besonders gut gefallen hat: fast keine Touristen.

Am Abend habe ich einen lustigen Kebab gesehen: mit Schokolade statt Fleisch. Das musste ich natürlich mal probieren. Der Pfannkuchen außen hat etwas geschmeckt wie ein labberiger Glückskeks. Gefüllt war er mit Sahne, Schokolade (die extra von einem Drehspieß abgeschnitten wurde, wie das bei normalen Dönern auch gemacht wird) und Karamellsoße. Ich fand es ganz  lecker, aber ein zweites Mal würde ich es mir dann doch nicht kaufen.

Mailand Sightseeing

Heute stand bei uns Sightseeing auf dem Plan. Mir war der Dom am wichtigsten und so sind wir dort mehrfach am Tag hingefahren (schließlich muss sich das Tagesticket ja auch lohnen…).
Zuerst hatten wir das Problem, dass wir uns nicht gescheit vorbereitet haben und somit eine kleine Spritztour durch die weniger hübschen Gassen gemacht haben, bloß weil ich lieber mit der antiken Trambahn fahren wollte, als die schnelle Metro zu nehmen. Die kleinen Wagen haben mich an die Fahrzeuge in Lissabon erinnert, sind jedoch von innen nicht ansatzweise so komfortabel. Hier gibt es nur wenige ungepolsterte Holzsitze, während man sich in Portugal komfortabel auf weichen Sitzen niederlassen kann.

 Zu Mittag gab es – wer hätte das gedacht – eine Pizza. Eigentlich bin ich ja nur in Deutschland Fan von italienischer Pizza, weil sie dort einen dicken Boden hat. Doch hier wurde ich dann positiv überrascht. Auch in dem Straßenlokal, wo wir gegessen haben, war der Teig dick und es hat uns gut geschmeckt. Sogar preislich war es in Ordnung – da lohnt es sich schon mal in Seitenstraßen zu gehen – hier spart man sich eine Menge Geld. Zur Dämmerung sind wir wieder pünktlich am Domplatz gewesen, damit ich ein Panorama von der blauen Stunde machen konnte. Hier ist schon ein erstes Vorschaubild, die finale Version folgt dann irgendwann später von zu Hause aus:

Blaue Stunde am Dom

Anreise nach Mailand…

… mit der Bahn ein Erlebnis für sich.
Früh morgens wollten wir mit der S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren. Kaum in der Bahn, kam die Durchsage, dass dieser Zug heute in Frankfurter Berg endet, da es einen Personenschaden in Ginnheim gab. Ganz klasse. So sah alles danach aus bereits den ersten Anschluss zu verpassen. Zu unserem Glück standen am Frankfurter Berg eine Reihe Taxis. Mit anderen Reisenden haben wir uns schließlich eines geteilt und sind im Eiltempo zum Hauptbahnhof gefahren. Kurz vor knapp haben wir auch den ICE noch bekommen. Genug Stress für einen ganzen Tag meiner Meinung nach… Ab dann verlief die Fahrt recht gut, unglaublicherweise hatten wir bis Zürich keine Verspätung mehr und konnten dort in unseren gebuchten (italienischen) Eurocity umsteigen. Schon beim Einsteigen war ein großer Unterschied zwischen den Zügen bemerkbar: die Luft. Während es im ICE wohl temperiert und frisch war, meinte man im EC kaum Luft zu bekommen -stickig und warm. Umso glücklicher waren wir, als wir weitere 4 Stunden später im warmen Mailand angekommen sind.
Am späten Nachmittag haben wir zu Fuß die Umgebung des Hotels erkundigt und heben uns nun die Kräfte für den kommenden Sightseeingtag auf.

Bahnhof Mailand

Der erste Eindruck von Mailand zeigt schon, dass diese Stadt etwas mit Mode zu tun hat. Es hängen auffällig viele Plakate herum und überall gibt es entsprechende Klamotten- oder Schminkläden.

Italien

Morgen geht es wieder los. Nach einer gefühlten Ewigkeit steht endlich der nächste Urlaub an. Dieses Mal ganz privat und ohne Panoramazwang 😉
Unsere Reise führt uns durch die Toskana:

Ihr könnt euch also schon bald auf neue Fotos und Beiträge freuen!