Monatsarchiv: April 2014

Schlussworte zur Weltreise

Heute gibt es noch ein paar Schlussworte und Empfehlungen für zukünftige Neuseelandreisende.

Flüge

Unsere Flugreise mit Emirates war sehr angenehm und es war zu dem Zeitraum die einzige Airline, bei der die Stopover in Dubai, Australien und Bangkok NICHTS zusätzlich gekostet haben.
Wer „direkt“ durchfliegen will, kann das mit anderen Airlines hingegen mit weniger Zwischenlandungen schaffen, was den Stress mit knappen Umsteigezeiten zu Anschlussflügen reduziert. Hier hat man die Auswahl zwischen der Ostroute mit je einer Landung in Singapur, Hongkong oder Tokio und der Westroute mit einer Landung in Vancouver, San Francisco oder Las Vegas. Sicher auch alles sehr spannende Städte, für die sich eine Verlängerung der Reise bestimmt lohnt. Egal in welche Richtung man fliegt, die reine Flugzeit beträgt um die 24-25 Stunden, die Reisedauer übersteigt aber schnell 30 Stunden, weshalb wir uns auch für die Aufteilung in mehrere Etappen entschieden hatten.

Vorankommen in Neuseeland

Wir haben ganz Neuseeland mit den Fernreisebussen erkundet.
Nakedbus hatte dort die besten Deals. Frühbucher kriegen mega günstige Tickets, hier kann kein Mietauto mithalten.
Allerdings ist man natürlich so an die Reisetage und -uhrzeiten gebunden.
Fotostops entlang der Straße waren selbstverständlich auch nicht möglich. Das würde für ein Mietauto sprechen. Auf der anderen Seite war die Landschaft – vor allem auf der Südinsel – so schön, dass ich permanent angehalten hätte, um Fotos zu machen und vermutlich nie mein Tagesziel erreicht hätte – insofern hat es auch Vorteile, dass der Busfahrer seinen Zeitplan einhält und stur weiterfährt.
Würde ich die Reise noch mal machen, wäre es wirklich eine schwere Entscheidung, ob ich Bus oder Auto wählen würde – hinzu kommt schließlich auch der Linksverkehr, mit dem ich keinerlei Erfahrungen als Fahrer habe.

Wo schläft es sich am besten in Neuseeland?

Wir haben wirklich viele verschiedene Unterkünfte gehabt, die sehr unterschiedlich komfortabel waren. Guten Gewissens kann ich davon die folgenden empfehlen:
– Paihia: Aarangi Tui Motel (günstige Ferienwohnung, sauber, zentrale Lage, freies WLAN, billige Waschmöglichkeit)
– Whitianga: Albert Number 6 (leichtes Frühstück inklusive, Meerblick, hübsches Zimmer, zentrale Lage, freies WLAN)
– Nelson: Tasman Bay Backpackers (kostenloser Schokopudding mit Vanilleeis inklusive, freies WLAN, gemütliche Gemeinschaftsküche)
– Queenstown: Absoloot Value Accomodation (Aufzug vorhanden, direkt am See, zentrale Lage, hübsche Einrichtung, freies WLAN)

Fazit

Neuseeland ist ein schönes Reiseland, jedoch bin ich mit falschen Erwartungen dort hingereist.
Ich hätte z.B. gedacht, dass die Natur überwiegend grün ist und es viel regnet.
Während unser 53-tägigen Reise hat es nur 3x geregnet, 2x davon in Neuseeland.
Entsprechend konnte die Landschaft nicht grün sein. Alles war vertrocknet und gelb, die Waldbrandgefahr hoch.
In Neuseeland ist gefühlt halb Deutschland unterwegs. Egal wo, ob im Bus, in der Stadt oder im Hostel: überall trifft man überwiegend auf deutsche Touristen. Das hat mich schon gestört, ich wollte eigentlich ans andere Ende der Welt fliegen, um dort mal ein paar Leute aus anderen Ländern kennenzulernen – das hat gar nicht geklappt.
Letztes Jahr zu etwa der gleichen Zeit hätte ich niemals geglaubt, dass ich jemals nach Neuseeland komme. Die lange Anreise hat mich abgeschreckt und auch bis unmittelbar vorm Flug konnte ich mir nicht vorstellen, so lange in der Luft unterwegs zu sein. Doch dann war alles halb so wild: man muss manche Dinge eben einfach mal machen, auch wenn es außerhalb des Vorstellbaren liegt. Jetzt, da ich einmal am anderen Ende der Welt war, ist jeder zukünftige Flug kürzer, jedes erdenkliche andere Reiseziel näher und somit jetzt realistisch geworden 😉 Es kann sicher nicht mehr lange dauern, bis mich das Reisefieber wieder überwältigt hat und ich mich an die Planung der nächsten Reise mache…

you may call me crazy: ich habe von jedem Ort, den wir bereist haben (mindestens) eine Karte gekauft… nun sind es über 100 Stück geworden 😉 – mal schauen, wo ich die alle aufgehängt kriege

Abenteuer Bangkok geht in Runde 2!

Da wir nur zwei Tage in Bangkok geplant haben und unglaublich viel sehen wollten, haben wir extra eine Tour vorab gebucht, die uns zu den schwimmenden Märkten bringen sollte.
Aus Neuseeland haben wir schon gelernt, dass die Fahrer gerne mal unpünktlich sind, also haben wir geduldig 30min gewartet, ob jemand kommt und letztenendes bei dem Tourveranstalter angerufen. Dabei stellte sich heraus, dass wir bei unserer privaten 2-Personen-Tour vergessen wurden. Wie auch immer sowas passieren kann. Erst mal haben wir uns tierisch darüber aufgeregt, wieso man schlechte Organisation noch unterbieten muss, fünf Telefonate später wurde dann aber doch noch ein Fahrer organisiert. Nur 90min nach der eigentlichen Abfahrt ging es tatsächlich los. Nur wir zwei mit unserem eigenen Fahrer für den Tag. Und da unser Reiseführer somit weggefallen ist, gabs grad noch einen Teil des Geldes zurück.

Der schwimmende Markt, zu dem wir gefahren wurden, liegt etwa 90min Fahrt entfernt.
Die Fahrt ging in rasantem Tempo über die Autobahn. Mir war das Ganze ja schon wieder zu abenteuerlich.
Überall wird zick zack gefahren, die Spur wechselt man ohne Blinker und gefühlte 1000x habe ich uns schon im vorderen Fahrzeug stecken sehen. Sicherheitsabstand – versteht sich von selbst- existiert nicht. Stattdessen fährt man so nah an die anderen Autos ran, wie ich es höchstens beim Einparken machen würde.
Wenn die Autobahn zu langsam geht, kann man ja auch spontan mal abfahren und die Parallelstraße nehmen. Vielleicht hat der Fahrer auch so die Hälfte der Zeit mal nach vorne geguckt, den Rest hat er mit links & rechts ausmachen, ob er eine bessere Lücke findet, verbracht. Da ihm das immer noch nicht spannend genug war, hat er auch ab und zu an seinem Handy getippt. Hierzu hat er allerdings seine Brille abgenommen, die wohl nur für die Ferne tauglich ist. Mir hat die Fahrt jedenfalls gereicht und ich bin froh, dass uns nur noch ein Weg über die Autobahn bevorsteht (morgen zum Flughafen).
Cool fand ich hingegen die bunten LKWs. Sogar die Ladeflächen sind mit Mustern verziert und so manches Amaturenbrett steht voller Ramsch.
Ein weiterer Unterschied zu deutschen Autobahnen besteht in den „U-Turns“ – hier ist in der Autobahn ein Stück breit die Mittelleitplanke unterbrochen, damit man auf die Gegenrichtung wechseln kann. Praktischerweise auf der „schnellsten“ Spur, aber da man auch links überholen kann, stimmt das System ja eh nicht. Ich finde es äußerst faszinierend, dass die Leute hier mit dem Chaos zurechtkommen und es selbst beim Aufeinandertreffen von mehreren Auffahrten nicht stockt. Falls die Spuren nicht ausreichen, quetscht man sich einfach irgendwie dazwischen und eröffnet eine Neue.

coole bunte Busse

Mittags haben wir dann den Floating Market „Dumnoen Saduak“ erreicht. Hier haben wir ein Boot zu zweit bekommen und ein Thailänder paddelte uns herum. Auf dem Markt herrscht reges Treiben und engagierte Verkäufer angeln sich unser Boot, um uns ihre Waren zu präsentieren. Hier kann man allerlei Ramsch kaufen, aber auch ein paar lustige, typische Sachen oder auch Essen. Dieses wird auf den langen Booten frisch zubereitet. Hier habe ich meine erste Kokosnuss aus der Hülle direkt getrunken. Eine sehr angenehme Erfrischung in der prallen Mittagshitze.
Langsam ging es von Boot zu Boot und die Verkäufer haben mit aller Kraft versucht uns zum Kaufen zu bewegen. Da wir noch einigermaßen viel Geld übrig hatten, haben wir auch hier wieder zugeschlagen. Lustig fand ich , dass die Verkäufer die Preise mit Taschenrechner zeigen. Dann sagt man es ist zu teuer, schwupps reduzieren sie den Preis und tippen den Neuen ein. Letztenendes darf man selbst tippen, was man zahlen möchte. Hier ist Handeln also auch Gang und Gebe, aber mittlerweile haben wir uns ein bisschen daran gewöhnt. Selbst wenn es mal nicht klappt, ist es eigentlich nicht schlimm, denn selbst wenn man den vollen Preis zahlt, ist es immer noch sehr günstig im Vergleich zu deutschen Preisen.
Im Endeffekt ging unser Geld dann doch recht schnell weg und die Souvenirs haben stark zugenommen – wollen wir mal hoffen, dass alles noch in den Koffer passt. Gut, dass wir bald heimfliegen und nicht noch mehr dazukommen kann… Der Markt an sich war echt eine coole Erfahrung, aber die knallige Mittagshitze war für mich ziemlich unerträglich. Anschließend wurden wir wieder nach Bangkok zurück gebracht.

unser Chauffeur auf den schwimmenden Märkten

unsere riesen Glückskekse für 50 Cent 😉

Auch am Nachmittag haben wir uns wieder was anstrengendes vorgenommen: einen Tempel-Marathon. Eigentlich wollten wir ja nur noch zum Königstempel, für den Touristen 400Baht Eintritt zahlen müssen. Dafür hat unser Geld nach dem Floating Market gerade nicht mehr gereicht, also haben wir noch mal 10Euro extra dafür umgetauscht (einen kleineren Schein hatten wir nicht dabei – im übrigen ist das Geldtauschen hier vor Ort quasi verlustfrei möglich, falls also jemand mal vor hat nach Thailand zu fliegen, holt euch das Geld besser erst hier).
Da der Tempel etwa 1km weit weg war und die Hitze nicht nachgelassen hat, ja sogar schlimmer wurde in den langen Klamotten (im Tempel muss man sich ja angemessen kleiden und darf nicht zu viel Haut zeigen), wollten wir mit dem Tuk Tuk fahren.
Der Fahrer hat uns gesagt, dass die Fahrt nur 30 Baht kosten soll, also etwa 75Cent, was uns ja ein bisschen billig vorkam, aber der Weg ist ja auch nicht so weit… kurz vorm Ziel fällt ihm dann ein, dass der Tempel ja schon längst zu ist. Also hat er uns ein Alternativprogramm angeboten, welches drei andere Tempel umfasst. Ebenfalls für 30 Baht. Also haben wir beschlossen besser die anderen Tempel anzusehen, als gar keinen.
Doch anstelle von einem Tempel stehen wir auf einmal vor einem Laden, in den wir reingehen sollen. Wir müssen auch nichts kaufen, nur reingehen, damit er einen Stempel bekommt. Im Laden konnte man Schmuck kaufen, wollten wir aber nicht, deshalb sind wir nach einer kleinen Runde wieder raus und haben damit den Tuk Tuk Fahrer glücklich gemacht. Dann hat er sich bedankt und wir sind weitergefahren. Auf einmal hält der Blödmann schon wieder vor einem dubiosen Laden, wo wir noch mal reingehen sollen. Eigentlich hatte ich spätestens jetzt keine Lust mehr auf das Spielchen, aber die Straße sah nicht verlockend aus zum Aussteigen und ein neues Tuk Tuk zu suchen. Also sind wir auch hier kurz reingegangen. Hier hätte man häßlichen Schmuck, Magnete oder Anzüge kaufen können. Tatsächlich war der dritte Stop dann auch wirklich bei dem großen Buddha. Hier wollte er auf uns warten, während wir schnell reingehen und ein paar Fotos machen.
Doch als wir wieder kamen, war der Herr einfach weg. Nun gut, für die Spritztour haben wir immerhin gar nichts bezahlt. Offenbar waren die zwei Stempel mehr wert, als unser Fahrtpreis und so hat es sich wohl nicht gelohnt auf uns zu warten. Aber an bekannten Stellen ist es immerhin nicht schwer ein neues Tuk Tuk aufzutreiben und so haben wir einen neuen Fahrer genommen.
Auch er wollte, dass wir in einen Laden für ihn gehen. Im Gegensatz zum ersten Fahrer hat er dies aber im Voraus kommuniziert und uns auch wirklich an die restlichen Tempel gefahren. Das alles für 20Baht (50Cent). Also haben wir uns in dem dritten Laden Kataloge für maßgeschneiderte Kleider und Anzüge angesehen. Im Prinzip ist das echt ne tolle Sache und mit umgerechnet 90 Euro für ein Abendkleid auch nicht zu teuer. Aber wir wollten ja ganz was anderes unternehmen, von daher sind wir hier auch wieder so schnell abgehauen, wie es ging. Ansonsten war der zweite Fahrer wirklich nett und hat seine Arbeit gut erledigt.
An den Tempelstops hat er brav auf uns gewartet und sogar ein Foto von uns auf dem Fahrersitz gemacht. Abends hat er uns wieder in unserer Straße, der Khaosan Road abgesetzt. Nun haben wir also 10Baht pro Person ausgegeben, statt den kalkulierten 450. Entsprechend war zu viel Geld übrig, um es aufzuheben und wir haben uns spontan dazu entschieden noch ein bisschen bummeln zu gehen…

goldener Riesenbuddha

wir fahren Tuk Tuk

Wenigstens 1x wollten wir die Straße komplett entlang laufen. Um unser Geld auszugeben, haben wir ein paar Sachen von den Straßenständen gegessen (in der Hoffnung, dass der Magen das mitmacht). Zunächst haben wir Kokosnusseis probiert. Danach gab es Pad Thai als Abendessen. Später noch einen eisgekühlten Fruit Mix zur Abkühlung. Außerdem haben wir eine Karikatur von uns malen lassen und gegrillte Insekten fotografiert (hierfür verlangen die Verkäufer 10 Baht als Fotogebühr, aber das ist vermutlich billiger, als die Dinger zu kaufen, denn essen wollten wir sie definitiv nicht!).
Am Abend waren wir dann fix und fertig mit der Welt.
Nun heißt es zum letzten Mal Koffer packen, aber hey – immerhin geht die Klimaanlage in unserem Zimmer seitdem die Putzfrau heute da war endlich und im Zimmer ist es angenehm kühl geworden =)

die Backpackermeile… und abends ist hier die Hölle los

hier gibts das leckere Kokosnusseis

Bangkok

Nach zwei Flügen haben wir Bangkok mitten in der Nacht erreicht. Im Flugzeug haben wir von unserer Sitznachbarin (ebenfalls eine Deutsche – wer hätte das gedacht) den Tipp bekommen, dass noch ein Backpacker im Flugzeug sitzt, der ebenfalls in Bangkok übernachten will und dass wir uns doch die Taxikosten teilen könnten. Also haben wir den entsprechenden Herren bei der Gepäckausgabe ausfindig gemacht und beschlossen uns ein Taxi zu teilen. Allerdings passen drei große Gepäckstücke nicht mehr in den Kofferraum der regulären pinken Taxis (zu schade, damit wäre ich ja sehr gerne auch mal gefahren – vielleicht beim Rückweg dann). Schließlich haben wir dann ein Angebot für ein größeres Taxi bekommen. Im Endeffekt war der vorher vereinbarte Preis so bemessen, wie man im Internet für normal bezeichnet hat. Als Europäer bzw. Tourist wird man hier nämlich gerne mal übers Ohr gehauen und zahlt bei vielen Sachen wohl mehr als Einheimische. Prinzipiell ist das ja auch okay, weil wir deutlich mehr Geld haben – aber nachts um 2Uhr und nach der Reise steht einem der Sinn nicht mehr nach solchen Spielchen. Dann ging es eine kleine Ewigkeit über die Autobahn, denn der Flughafen ist ein gutes Stück außerhalb der Stadt. Gegen 2.30Uhr haben wir schließlich die Khaosan Road erreicht. Hier ist nachts wortwörtlich die Hölle los. Zumindest wenn man mit dem Koffer versucht sich durch die Partymenge zu quetschen. Um kurz vor 3 Uhr haben wir es schlussendlich in unser Zimmer geschafft, in dem es ebenso heiß war wie draußen. Es ist zwar eine Klimaanlage vorhanden, doch entweder funktioniert diese nicht oder wir sind einfach nur zu doof dazu sie anzustellen. Fenster öffnen bringt leider nichts, wenn es draußen genauso schwül heiß ist wie drinnen. So habe ich meine erste Nacht in Bangkok dann wohl schwitzend und schlaflos im Bett verbracht.

Am Morgen wollten wir eigentlich unser straffes Sightseeingprogramm beginnen, doch das hatten wir wohl zu optimistisch ausgelegt. Erstens sind wir erschöpft von den 7 vorherigen Wochen des Reisens, zweitens macht uns die Hitze zu schaffen und drittens lassen sich manche Sachen auch einfach nicht so umsetzen, wie man das gehofft hatte. Zum Beispiel wollten wir erst in den größten Tempelkomplex gehen. Schon vor der Hoteltür wurden wir von etlichen Fahrern beleiert wir sollen doch mit ihnen Tuk Tuk fahren. Dabei soll der Tempel nur 1km entfernt liegen, wäre durchaus in Laufnähe. Jeder will einem was andrehen und in seinen Laden locken. Alle paar Meter stinkt es nach etwas anderem. Eine Minute in der Sonne, beginnt der Schweiß in Bächlein am Körper runterzulaufen. Und so wurden wir dann an der ersten Kreuzung doch von einem Tuk Tuk Fahrer angehalten. Er hatte einen großen Stadtplan und hat uns erst mal erklärt, wo wir sind und wo die Tempel etc. liegen. Irgendwie hat er mitbekommen, was wir uns angucken wollten und konnte dann auch vom Lumpini Park abraten, da hier wohl aktuell politische Unruhen stattfinden. Dort wo wir sind, merkt man allerdings gar nichts davon. In der Khaosan Road kommt es einem einfach nur vor wie auf einem thailändischen Ballermann… Als nächstes Problem tauchte dann meine Bekleidung in den Vordergrund. Für den Tempel waren die T-Shirt Ärmel zu kurz. Eine lange Hose hatte ich ja extra vorsorglich schon eingepackt. So würde man mich jedenfalls nicht reinlassen. Wir hatten aber keine Lust schon wieder zum Hotel zurückzugehen (nachdem wir bereits zwei Mal wieder ins Zimmer mussten, um vergessene Gegenstände zu holen – ja, das ist vielleicht wegen der Hitze passiert) und uns noch mal passend anzuziehen und haben den Tempelbesuch eben auf morgen verschoben. Schlussendlich wollten wir dann eben zuerst einkaufen gehen. Also haben wir ein Tuk Tuk genommen und haben uns zum Einkaufszentrum MBK fahren lassen. Ich wollte ja schon lange mal mit dem lustigen Fahrzeug fahren und bei der Hitze ist der Fahrtwind auch durchaus angenehm. Nur der Fahrstil könnte beruhigender sein. Wäre ich Autofahrer, würde ich vermutlich an jeder Kreuzung kläglich beim Abbiegen scheitern oder irgendwelche Drehmanöver von Rollern viel zu spät realisieren. Nein – der Verkehr ist nicht so mein Ding hier..

während der Fahrt im Tuk Tuk ist unser Fahrer mal eben rausgesprungen und hat am Vorderrad herum hantiert

Im MBK findet man etliche Verkaufsbuden auf 7 Stockwerken. Es sieht aus wie ein riesiger, klimatisierter Flohmarkt. Die Temperaturen im Einkaufszentrum waren so angenehm, dass wir den ganzen Tag dort verbracht haben. Hier muss man auch sehr genau gucken, wo die Preise am besten sind, denn alle Waren gibt es mehrfach zu unterschiedlichen Preisen. Oft haben wir sie billiger bekommen, da wir erst beim zweiten Durchgang wirklich angefangen haben zu kaufen. Technik ist hier ziemlich preiswert und da konnte ich nicht widerstehen mir einen Gorillapod zu kaufen, der in Deutschland aktuell 10x so viel kostet, wie hier 😉
Da wir nach Bangkok nach Hause fliegen, müssen wir uns ja endlich keine Sorgen mehr darüber machen, wie alles gut in den Koffer passt und dass dieser nicht zu schwer wird…

Insgesamt ist Bangkok ziemlich anders, als alle Orte, an denen ich bisher war. Es ist sehr voll und lebendig, anstrengend, laut und heiß. Viele Leute laufen mit Mundschutz herum, was  für eine enorme Luftverschmutzung spricht. Am Straßenrand stehen Stände, wo man Essen kaufen kann (wir lassen das mal lieber sein, dem europäischen Magen wollen wir auf der letzten Etappe keinen Schaden zufügen). Gestern wurden Spieße gegrillter Skorpione angeboten. Soll ja angeblich wie Chips schmecken, aber ich werde dieses kulinarische Highlight nicht selbst probieren!

Für morgen ist ein Ausflug zu den schwimmenden Märkten, sowie dem Zugmarkt geplant. Diese sind etwas außerhalb von Bangkok, ich bin also sehr gespannt, wie lebendig es dort zugeht…

Christchurch

Nun haben wir unsere letzte Station in Neuseeland erreicht: Christchurch.
Christchurch ist die größte Stadt der Südinsel und die zweitgrößte Stadt Neuseelands.
Wenn man hier jedoch viel Leben oder Hochhäuser erwartet, liegt man ziemlich falsch.
Die meisten Gebäude sind nur einstöckig. Im Stadtzentrum gab es 2010 und 2011 zwei sehr starke Erdbeben.
Das Beben 2011 hatte sein Epizentrum nur 3km vom CBD entfernt, deshalb hat es die Stadt sehr stark beschädigt.
Auch heute, drei Jahre danach, sieht es noch nicht ansatzweise gut aus.
Die meisten Gebäude stehen leer, andere werden gerade abgerissen.
Überall werden Straßenbauarbeiten durchgeführt und Rohre verlegt.
Unser Busfahrer hat uns erklärt, dass sich hier oftmals Hausbesitzer und ihre Versicherungen gestritten haben, ob ein Haus saniert werden kann und soll oder ob man es abreißen und neu bauen muss.
Oftmals waren sie sich da so lange unsicher, dass bis heute einfach nichts unternommen wurde.
Finde ich ziemlich unglaublich. Die Stadt macht auf mich einen sehr traurigen Eindruck und ich bin wirklich froh, dass wir sie bald wieder verlassen dürfen.
In Neuseeland gibt es nun mal nur zwei internationale Flughäfen, die von Emirates angeflogen werden, also mussten wir wohl oder übel hier einen Stop einlegen.
Die Alternative wäre gewesen wieder den ganzen Weg zurück nach Auckland zu fahren, aber das war es uns dann auch nicht wert…

Nun zu den schöneren Aspekten der Stadt. Es gibt eine Straßenbahn, die sogar wieder einen Teil der ursprünglichen Strecke fährt.
Das haben wir allerdings nicht gemacht, da unsere Kiwi-Dollars sich ganz rapide dem Ende neigen und wir kein neues Geld mehr für nur den letzten Tag abheben wollen.

Im Stadtzentrum wurden viele Ruinen offenbar abgerissen, denn hier stehen etliche Container rum.
Aus Schiffscontainern kann man sogar ein Einkaufszentrum bauen. Es heißt Re:STORE und sieht eigentlich aus wie ein kleines Kunstwerk.
Jeder Container hat eine andere Farbe und zusammen wirkt es wie eine freundliche Ansammlung von Boxen, die sich ein verrückter Künstler ausgedacht hat, statt einem Notbehelf.
In einem Container ist auch eine Bäckerei untergebracht. Die erste in Neuseeland, bei der wir Brezeln gefunden haben. Hätten wir ja gerne mal wieder gegessen, aber die hier sehen dann doch etwas weniger gut aus als daheim.
Stellenweise sind sie so dünn wie Salzstangen und dann soll man auch noch 3,50$ pro Stück zahlen.

Weiterhin gibt es auch einfach hübsche Stellen oder Straßenkunst zu beobachten.
Zum Beispiel haben wir eine Hauswand entdeckt, an der ein Mini Cooper aufgehängt war oder etliche gute Graffitis.

Morgen steht unsere nächste Flugetappe an. Zuerst geht es nach Sydney, von dort aus weiter nach Bangkok.
Hier werden wir einen weiteren Stopover einlegen, bevor es nächste Woche endgültig nach Hause geht.
Da wir ab jetzt kein Internet mehr haben werden, gibt es die nächsten Blogeinträge wieder nachträglich.

Tasman Valley

Gestern wurde uns eine Wanderung durch das Hooker Valley empfohlen.
Eigentlich hatten wir ja keine Lust mehr auf viel Bewegung, aber spätestens als das Stichwort „Hängebrücke“ gefallen ist, war klar, dass wir in das Tal gehen.
Die einzige wirkliche Hängebrücke in unserer Reiseplanung war nämlich im Kaitoke Regionalpark, den wir leider nicht besuchen konnnten.
So war das heute dann ein passender Ersatz dafür.
In Neuseeland heißt aber jede Wanderung, auch wenn sie durch ein Tal führt, dass man sich gut anstrengen muss.
Bei uns war das heute der Fall, weil der Boden aus rutschigem Schotter bestand.
Zum Glück war es nicht so weit und nach einer Stunde haben wir die erste Hängeseilbrücke erreicht.
Wir sind sogar noch bis zur zweiten marschiert, dann waren wir definitiv zu erschöpft, zumal man sich nicht mal gescheit irgendwo hinsetzen und ausruhen kann, ohne dass die bescheuerten Sandfliegen ankommen.
Die kleinen Biester zwingen einen förmlich zum weiterlaufen, egal wie fertig man ist.
Wie schon oft zuvor sind wir heilfroh im Herbst hier zu sein, weil es immer noch warm genug ist.

Am Nachmittag hatten wir unsere nächste gebuchte Tour: zum Gletschersee.
Wir wurden hier im Mount Cook Village abgeholt und sind dann bis zum Carpark vor dem See gefahren worden.
Unser Fahrer war ein Asiate, der offenbar Probleme mit der Aussprache des „r“ hat.
Viel verstanden haben wir nicht, aber ein Wort hat mich dann doch noch für die ganze Fahrt amüsiert: „supplies“ anstelle von „surprise“.
Von dem Carpark aus mussten wir noch 20 Minuten bis zum Gletschersee laufen.
Dieses Mal waren wir aber mit Abstand die jüngsten Teilnehmer, alle anderen schon (fast) im Rentenalter, also hatten wir trotz Erschöpfung keine Probleme mitzuhalten… 😉
Am See gab es dann Schwimmwesten für jeden und wir sind mit zwei Booten über den See gefahren.
Das Wasser ist ganz kalt (ca. 2°C) und grau.
Am Ende des Sees ist der Gletscher und täglich brechen ein paar Stücke Eis ab.
Wie lange sie schon abgebrochen sind, kann man daran erkennen, welche Farbe sie haben und wie dicht sie sind.
Je länger sie schon in der Sonne lagen, desto weicher ist das Eis.
Von oben sahen die meisten Brocken sehr klein aus, aber unterhalb der Oberfläche befinden sich ja auch 90% des Eisberges. Das heißt man sieht quasi nichts davon.
Manchmal drehen sich die Eisberge auch aus heiterem Himmel und die Bereiche, die vorher unter Wasser waren, sind fast blau.
Nach der rasanten Fahrt um den See ging es dann wieder zurück und wir müssen uns dann auch schon fast wieder von den neuseeländischen Alpen (& ganz bald von Neuseeland überhaupt) verabschieden.

Als Einstimmung auf den anstehenden Rückflug (ok genau genommen sind es ja sogar 4 Flüge – wir sind nur ein bisschen verrückt das auf uns zu nehmen…) habe ich heute beschlossen die Flugzeughose zu bügeln nachdem sie total verkrumpelt aus der Waschmaschine kam. Das ist aber gar nicht einfach.
Bei der Unterkunft wo wir gewaschen hatten, gab es nix zum bügeln. Dann kam sie so mit bis nach tekapo, hier fehlte nur das Bügeleisen – immerhin ein Bügelbrett war schon mal vorhanden. Also kam sie wieder so mit bis nach mt Cook. Hier gabs danm endlich beides, aber so einfach gehts dann auch nicht.  Das Räumchen hatte nämlich kein Licht. Zum Glück hat Jenni eine Taschenlampe dabei und so wurde aus einfachen Dingen mal wieder ein kleines Abenteuer…

Mt Cook & Helikopter

Heute war definitiv einer der aufregendsten Tage des Urlaubs.
Von Tekapo ging es zuerst zum Mt Cook. Komischerweise kam der Bus über eine Stunde eher an, als geplant.
Nun hoffen wir, dass bei der Rückfahrt alles glatt geht und er da nicht auch zu früh kommt und wir uns verpassen…
Entgegen der Wettervorhersage schien tatsächlich die Sonne und so haben wir beschlossen direkt zum Tourenschalter zu gehen, um unseren lange geplanten Helikopterflug zu buchen.
In Franz Josef kamen wir zu spät und da ging es nicht mehr, also haben wir hier den erst möglichen Flug gebucht.
Der war gerade mal 30 Minuten nach der Buchung, also war gar keine Zeit mehr zum aufgeregt werden.
Dann wurden wir auch schon abgeholt und haben noch eine kurze Sicherheitseinweisung erhalten.
Auf einmal saßen wir auch schon im Helikopter, ganz vorne neben dem Piloten (der im übrigen auch ein klein bisschen deutsche Wurzeln hat).
Dann ging es los. Mir kam der Flug ziemlich schnell und rasant vor, mit tollen Aussichten.
Auf jeden Fall war es sehr aufregend.
Ebenfalls dazu gehört hat eine Eislandung auf dem Tasman Gletscher.
Hier hatten wir kurz Zeit, um auf dem Eis rumzuklettern. Ganz schön rutschig mit meinen abgelaufenen Turnschuhen… aber der Pilot hat uns ja beim Aussteigen geholfen.
Anschließend ging es wieder zurück zum winzigen Mt Cook Airport.