Monatsarchiv: Juli 2014

Roadtrip nach Røldal

Heute haben wir die Südküste verlassen und sind ins Landesinnere gefahren. Auch wenn die Strecke nach Røldal nur ca. 250km lang war, haben wir fünfeinhalb Stunden gebraucht. Schuld daran sind zum Einen die zwei Pausen, die wir unterwegs eingelegt haben, zum Anderen darf man auf den Landstraßen maximal 80 km/h fahren. Oft ist das aufgrund der engen Straßen und Kurven, Sommerradfahrern, Wohnmobilen und Baustellen nicht möglich und so dauert hier alles eben ein bisschen länger.

1. Stop am See bei Morgedal

Je nördlicher wir kamen, desto kälter wurde es dann auch und schon bald konnten wir wieder schneebedeckte Berge sehen.

2. Stop mit Blick auf schneebedeckte Berge

… und so genießen die Norweger ihre Landschaft: immer einen Klappstuhl dabei 😉

Außerdem wurde die Landschaft auch wieder feuchter und überall konnte man Wasserfälle sehen. Der wohl bekannteste, den wir heute gesehen haben, ist der Latefoss. Diesen kann man quasi nicht verfehlen, denn hier tummeln sich die Touristen herum und blockieren die Straße.

Latefoss

Wasserfall in Buer

Norwegische Schäreninseln

Aktuell bin ich in der norwegischen „Küstenperle“ Kragerø angekommen. Ich finde der Ort ähnelt von seinem Wesen her Nizza am meisten. Hier machen wohlhabende Menschen Urlaub. Die Norweger kommen fast alle mit ihrem eigenen Boot und legen mitten in der Stadt an. Entlang des Wassers gibt es viele Restaurants und es tummeln sich viele Menschen herum. Die Preise hier entsprechen auch eher einem beliebten Urlaubsort, also etwas teurer als in „normalen“ Städten oder auf dem Land.

Wenn viele Touristen kommen, heißt das natürlich auch, dass der Ort etwas zu bieten hat.
In Kragerø findet man viele schmale Gässchen (die mit dem Auto übrigens furchtbar sind), in denen man einkaufen gehen kann (für Deutsche vielleicht eher uninteressant, es sei denn man hat gerade im Lotto gewonnen). Das Stadtbild am Wasser gefällt mir gut, aber aufgrund der Temperaturen von knapp 30°C und den vielen Menschen finde ich es auch ziemlich anstrengend. Im Supermarkt kommt man sich mal wieder vor wie in einem Bienenschwarm – alle Gänge sind verstopft und man braucht ewig um sich neue Getränke zu kaufen.

Zum an den Strand gehen würde ich Kragerø nicht empfehlen. Es gibt immer nur winzige Buchten (schätzungsweise 10m breit), die noch nicht mal sauber sind. Daher haben wir auch kurzerhand beschlossen heute schon eine Schärenrundfahrt zu unternehmen.
Eine touristische Rundfahrt ist nicht im Programm, aber man kann einfach die normale Fähre nehmen und bis zur am weitesten entfernten Insel fahren, sitzen bleiben und direkt wieder zurück fahren. So kann man sich seine Besichtigungstour selbst machen und noch dazu ist das Wetter mit dem Fahrtwind deutlich angenehmer.

Was sind eigentlich Schären? Nun das sind viele kleine Inseln, die dem Festland vorgelagert sind. Hier sehen sie alle sehr felsig aus und sind zumeist bewaldet. Ab und zu stehen kleine Holzhütten auf ihnen. Manche sind ganz klein und mit lediglich einem Haus schon gefüllt, andere sogar mehrere Kilometer lang und haben einen Fähranleger. Die Landschaft hat mir sehr gut gefallen, daher kommen auch heute ziemlich viele Bilder davon:


Roadtrip entlang des Nordsjøvegen

In den letzten Tagen sind wir entlang des Nordsjøvegen gefahren.
Unser erster Stop war am Solastrand in Stavanger – direkt hinter dem Flughafen.
Hier gibt es zwar nicht so starke Ausprägungen von Ebbe und Flut, wie bei der deutschen Nordsee, dennoch kann man schön am nassen Sand entlang laufen. Aufgrund der Lage am Flughafen kam dann auch kurz bevor wir gehen wollten eine KLM Maschine angeflogen – diese war schon ganz tief und hat ein paar Meter hinter dem Strand auf der Landebahn aufgesetzt. Eine gute Plane Spotting Location also, bloß dass hier nicht so viel los ist wie in Frankfurt 😉

Unsere zweite Unterkunft war dann in der südlichsten Stadt Norwegens: Mandal. Hier gibt es ein Ferienzentrum, in dem so viel los ist, dass man meinen könnte gar nicht mehr in Norwegen zu sein: zwei Pools, ein Restaurant, einen Kiosk, Bootsverleih und viel mehr. Mitten im Gewusel war unsere kleine, heiße Hütte. Wenn es in Deutschland warm wird, bleiben die Steinhäuser ziemlich lange kühl. Wenn es jedoch in Norwegen heiß ist, heizen sich die kleinen Holzhäuser ohne Rollos stark auf und man wird schlimmer gegrillt, als in Deutschland in einer Dachwohnung. Vermutlich sind die Norweger deshalb so viel draußen 😉 Mit dermaßen warmem und sonnigen Wetter hätte ich jedenfalls bei Weitem nicht gerechnet.

Wenn man schon in der südlichsten Stadt Norwegens ist, ist der südlichste Zipfel des Festlandes auch nicht mehr weit: Kap Lindesnes. Hier gibt es einen Leuchtturm, den man besichtigen kann. Kostet leider auch Eintritt, aber es gibt eine Tasse starken Kaffee inklusive 😉 Das schöne dort unten ist der starke Wind: so ist es endlich angenehm warm und nicht mehr heiß.

 Da wir noch ein bisschen Zeit übrig hatten, haben wir auch Farsund einen Besuch abgestattet. Hier gibt es einen netten Weg entlang des Fjords, der sich gut laufen lässt (ganz im Gegensatz zu dem beim Preikestolen). Der Boden ist geschottert und breit genug für ein Auto. Er führt stetig aufwärts und so wird die Sicht auf den Fjord mit jedem Meter besser. Allerdings nicht ganz so beeindruckend wie die 600m Aussichtsplattform des Preikestolens – hätte man vielleicht in der anderen Reihenfolge machen sollen..

Heute sind wir weiter östlich gefahren und haben Kristiansand besichtigt. Die Stadt wurde auf Sand gebaut, daher kommt auch der Name Kristian + sand. Das Stadtzentrum ist quadratisch aufgebaut und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Am meisten interessiert hatte mich die Altstadt mit den vielen kleinen, alten Holzhäuschen, doch auch der neuere Stadtteil hat sich als sehr sehenswert entpuppt. Ähnlich wie auch in Oslo wird hier immer näher und moderner ans Wasser gebaut – in einigen Jahren sind vielleicht auch die Baukräne weg und verschandeln das Stadtbild nicht mehr.

Fiskebrygge

Preikestolen

Heute habe ich mir einen anstrengenden Ausflug ausgesucht: eine Wanderung am Lysefjord. Mit dem Auto sind wir bis zum nächstgelegenen Parkplatz gefahren, ab dort geht es nur noch zu Fuß voran zum Preikestolen. Der Weg ist zwar nur 3,8km lang, doch das Gelände ist so schlecht begehbar, dass man hierfür 2 Stunden benötigt. Da das Wetter bombastisch war (sonnig, aber bei angenehm kühlen norwegischen Temperaturen), waren wir leider nicht die einzigen Touristen. Das fing schon beim Parken an – dort wurden wir so eng in die Parklücken gelotst, dass man kaum noch aussteigen konnte und dennoch haben nicht alle Autos auf den Parkplatz gepasst. Voll war auch der Wanderweg. An einer Tour kamen die Leute, es kam einem schon vor, als ob es eine Reihe aufwärts und eine abwärts gäbe. An engen Stellen musste man teilweise auch erst auf den „Gegenverkehr“ warten, bis man weiterklettern konnte. Im Vergleich hierzu war alles in Neuseeland paradiesisch leer, vielleicht merkt man ja doch die Lage am Ende der Welt? Denn ansonsten sind sich die beiden Länder ja durchaus ähnlich..
Nach etlichen steilen Anstiegen und noch viel mehr Steinbrocken sind wir mittags oben am Preikestolen angekommen. Dies ist ein Felsplateau, dessen Ränder steil hinab gehen, bis zum Fjord (etwa 600m hoch).
Von hier oben kann man den gesamten Lysefjord sehen – eine Aussicht, für die sich die Anstrengung durchaus gelohnt hat. Allerdings wäre sie noch schöner, wenn man sich nicht vorkäme wie in einem Bienenschwarm.

Lysefjord

steile Kante…

die vielen anderen Wanderer bei der Mittagspause

Bei dem letzten Bild sieht man hinten auf dem Berg noch ein paar Leute stehen. Die mussten mehr oder weniger an der Felswand hochklettern. Von dort oben kann man die Plattform im Ganzen betrachten, aber aufgrund des sehr tiefen Abhangs habe ich mich nicht getraut da auch noch hochzusteigen. Hut ab – und das ist erst eine rote Wanderung (Schwierigkeitsgrad 2 /4), ich mag mir lieber gar nicht erst vorstellen, wie dann schwarze Touren (4/4) aussehen. Definitiv nichts für mich!

Leuchttürme und Meer

Das schöne Wetter von gestern hat leider nicht bis heute angehalten und so fing der Tag mit Regen an. Entsprechend klein war unsere Motivation am Morgen früh aufzubrechen. Stattdessen haben wir extra lange gefrühstückt – zusammen mit den Patienten des Krankenhauses im gemeinsamen Cafe. Das war schon etwas komisch, aber gerade wegen den vielen Neugeborenen, die von ihren Mamas mit zum Frühstück runtergenommen wurden, gab es ständig was zu gucken 😉

Ursprünglich war für heute eine Wanderung geplant. Aufgrund der Wetterlage haben wir diese aber auf morgen verschoben (da soll es nämlich schöner werden) – man muss schließlich flexibel sein. Spontan haben wir uns überlegt die Küste entlang zu fahren und die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges abzuklappern. So haben wir schließlich zwei Leuchttürme gesehen. Vor allem der südlichere bei Egersund steht in einer tollen Landschaft aus Magma-Gestein, die ich bei der zweistündigen „Wanderung“ ausgiebig genießen konnte.

Mein Norwegenjubiläum

Heute gibt es bei mir ein kleines Jubiläum zu feiern: ich bin nun zum 15. Mal nach Norwegen gereist. Das Land ist einfach so schön, dass es mich immer wieder anzieht.
Dieses Mal steht die Erkundung der Südküste an. Hier war ich bisher noch nie.

Von Frankfurt ging es heute Vormittag nach Stavanger, bequem per Direktflug. Ich muss sagen nach der Weltreise mit den großen Emirates Maschinen (tollem Bordunterhaltungsprogramm, Service und Essen), hat der Komfort in der kleinen Lufthansamaschine heute keinen so guten Eindruck hinterlassen. Dafür war die Flugzeit angenehm kurz 😉
Norwegen ist ein reiches Land und in der Gegend um Stavanger herum boomt die Ölindustrie. Daher ist die Ecke hier auch besonders wohlhabend. Sehr viele Häuser hier sind weiß – das war früher nur den reichen vorbehalten, denn die rote Farbe war am billigsten und haltbarsten. Weiße Farbe hingegen war teurer und musste schneller wieder nachgestrichen werden.

       
weiße Häuschen in der Altstadt

Auch wenn ich schon so oft hier war und sich alles irgendwie vertraut anfühlt, ist doch einiges anders als in Deutschland. Die Gewohnheiten sind nicht neu, aber für mich so ungewohnt, dass es mich doch jedes Mal wieder wundert. Geht man als Fußgänger zu einem Zebrastreifen, hält sofort ein Auto an (insofern überhaupt eins da ist). Das passiert in Deutschland nie – auch wenn es in der Fahrschule so beigebracht wird. Hier ist das aber auch in der Tat so.

Effektiv hatten wir heute schon einen halben Tag Zeit, um uns die Stadt anzusehen. Den ersten Teil haben wir damit verbracht unsere Jugendherberge zu finden, da weder das mitgebrachte, noch das im Mietauto eingebaute Navi die entsprechende Straße kannte. Nur nach ewiger Rätselei mit Hilfe zweier Karten konnten wir die Unterkunft schließlich ausfindig machen. Erster Eindruck war auch wieder sehr gewöhnungsbedürftig: die Jugendherberge gehört zu dem Krankenhaus. Das heißt während man auf den Check in wartet, rollen die ganzen Patienten an einem vorbei. Ich glaube so etwas würde es in Deutschland nicht geben. Abgesehen davon ist es aber völlig in Ordnung.

In den nächsten Tagen stehen eine Wanderung am Fjord und die Besichtigung der Küste an. Nachdem ich allerdings im Hafenbecken etliche Feuerquallen entdeckt habe, ist mir urplötzlich die Lust am Baden vergangen 😉

Quallen