Monatsarchiv: März 2015

Essaouria

Von Aït Ben Haddou aus ging es zurück durch das Atlasgebirge bis an die Küste.
Vor ein paar Tagen haben wir das Atlasgebirge zum ersten Mal durchquert, aber dieses Mal sah allrs anders aus. Wir hatten sowieso schon Glück, dass der Bergpass geöffnet war, denn in den letzten Tagen hat es viel geschneit und die Leute sind immer noch dabei die Schneemassen von der Straße zu räumen.
Mit Schrittgeschwindigkeit geht es voran. Irgendwann steht alles. Die Leute steigen aus. Es wird das Toilettenhäuschen freigeschaufelt. Nach einer Ewigkeit geht es weiter und am Abend erreichen wir die Hafenstadt Essaouira.

Auch hier gibt es Souks und den freien Tag haben wir überwiegend dazu genutzt unser Restgeld auszugeben.
Das Einkaufen hier ist total anders als in Deutschland. Man braucht viel mehr Zeit und persönlichen Kontakt zu den Verkäufern.
Ein Verkäufer erkennt mich wieder, weil ich vorher schon dort war und lädt uns zum Tee ein. Die Wartezeit bis das Wasser heiß ist verbringen wir damit Gewürze zu schnüffeln.
Am Ende habe ich 3 paar Schuhe, Gewürze und eine marokkanische CD ergattert. Mehr als ich eigentlich haben wollte, aber so läuft das nun mal 😉

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Todra Gorge & Aït Ben Haddou

Nach der Wüste ging es weiter zur Todra Schlucht.
Eigentlich hätten wir in einer Unterkunft direkt im Herzen der Schlucht gewohnt, aber vor drei Monaten ist ein Stück Fels von der Steinwand abgebrochen und hat ein Teil des Hotels total zertrümmert. Deshalb gab es eine alternative Unterkunft im Ort.
Hier zeigt sich mal wieder super, dass andere Länder andere Sitten haben: wir haben zwar eine Toilette im Zimmer, aber irgendwie fanden es die Bauherren wohl nicht notwendig eine Tür einzubauen. Für mich ist das kein Spaß,  da ich mir das Zimmer mit Gina teile, die ich ja gar nicht wirklich kenne und doch auf ein bisschen mehr Privatsphäre stehe. Immerhin haben die anderen Zimmer auch keine Tür, das ist also nur fair.
Zweiter Horror: die Zimmerschlüssel sind ziemlich universal. Herausgefunden haben wir das per Zufall, als Stella unsere Zimmer verwechselt hat und mit ihren Schlüssel plötzlich in mein Zimmer kam. Heißt also dann alle Wertsachen immer mitnehmen!

Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang durch die Schlucht gemacht und verschiedene lokale Pflanzen gesehen.
Dann wurden wir einer Teppichverkaufsschau ausgesetzt.
Immerhin gab es einen kleinen Kurs wie man den coolen Tee kocht (das kann ich nun daheim mal ausprobieren).
Ein paar Teilnehmer haben sogar Teppiche gekauft! Gefallen hätte mir auch der ein oder andere Kamelteppich, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen sowas auf Reisen zu kaufen und irgendwie nach Hause zu schleppen.

Am nächsten Tag hatten wir eine Führung durch einen Gewürzladen. Das war schon eher meine Welt. Allerdings kamen mir die Preise sehr hoch vor ( ca. 4 € für 60g Gewürze) und ich hoffe darauf die Sachen in den Souks von Essaouira billiger zu bekommen.

Am Nachmittag haben wir Aït Ben Haddou erreicht. In der Kasbah hier wurden Gladiator und Game of Thrones verfilmt.
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Nach einer Führung durch die Kasbah haben wir uns noch die Gegend auf eigene Faust angesehen, bevor der krönende Abschluss des Tages kam: ein Tajine Kochkurs. Tajine ist so ziemlich das einzige Essen, was man hier bekommen kann, deshalb ist mein Verlangen nach etwas Abwechslung groß.
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Eine Nacht in der Sahara

Gestern ging es endlich endlich endlich in die Wüste. Mein absolutes Marokkohighlight.

Von Nkob aus sind wir mit dem Bus losgefahren. Unterwegs war plötzlich eine Brücke über einen sehr flachen Fluss eingestürzt, also mussten wir mit unserem sperrigen Reisebus durch das Wasser durch. Die beste Stelle war jedoch schon besetzt: mit einem Touristenbus, der genau dort im Wasser stecken geblieben ist. Mit Hilfe eines LKWs und zwei Versuche später konnte der andere Bus aus dem Wasser gezogen werden. Nun wollten unsere Fahrer allerdings das Risiko nicht eingehen. Ewigkeiten wird am Fluss gefühlt wie sich der Boden verhält und nach einer aussichtslosen Ewigkeit hat unser Fahrer genug Mut gesammelt. Es werden dicke Steinbrocken zut Seite geräumt. Wir fahren an einer anderen Stelle auf den Fluss zu und es klappt.
Die nächste Etappe verläuft nach Plan. Nur die letzten 45min sind noch mal holprig: hier gibt es keine Straße mehr. Deshalb schaukeln wir über den Boden des Wüstenrandes. Der Bus klappert heftig, dann fällt ein Teil der Deckenverkleidung ab. Der Assistent des Fahrers findet das nicht schlimm. Weiter gehts – jalla jalla. Am nächsten Tag ist die Verkleidung wieder festgemacht.
Gegen Mittag erreichen wir unser Zwischenlager, eine Auberge. Hier haben wir ein Gepäckzimmer mit Duschen und Toiletten. Dort verstauen wir unsere Sachen und nehmen nur das nötigste für die Nacht mit, denn die letzte Etappe geht es per Kamel weiter.

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Unsere Auberge

Die Kamele werden gebracht. Wenn man die Tiere so aus der Nähe sieht, sind die ganz schön groß. Und sie stinken.
Auf dem Höcker ist ein Wackelsattel montiert.
Die Kamele legen sich auf den Boden, die Menschen steigen nach und nach auf und dann richtet sich ein Tier nach dem anderen auf. Eine äußerst aufregende Prozedur, denn zuerst geht es hinten hoch und man kippt fast vornüber wieder runter. Absolut nicht mein Fall… beim Laufen wackelt dann auch noch alles und bei jeder kleinen Senke dachte ich auch jetzt falle ich runter. Zum Glück sind wir aber alle heil am Berbercamp angekommen.

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Camp und Grillplatz

Da es schon spät ist, klettern wir schnell auf die Düne um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider zieht ein Gewitter auf und die Wolken versperren die Sicht auf die Sonne.
Trotzdem ist das Licht toll und die Dünen werfen tolle Schatten. Ich kann gar nicht aufhören zu fotografieren.
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Das Gewitter kommt jetzt näher und ich gehe dann doch lieber wieder runter zum Camp.
Hier wird uns mal wieder süßer Tee serviert. Der wärmt schön, denn dort draußen wirds schnell kalt.
Nach Einbruch der Dunkelheit wird uns DAS marokkanische Essen serviert, eine Tajine.
Hier gibt es echt kaum eine Auswahl an Gerichten und ich bin schon nicht mehr scharf darauf es noch häufiger zu essen.
Umso besser war dafür der Nachtisch: Obst aus Marokko. Die Orangen sind kein Vergleich zu denen, die man in Deutschland bekommt. Suuuuper lecker!

Den Abend sitzen wir am Lagerfeuer (jetzt stinkt auch alles danach) und hören marokkanische Musik, die die Reiseleiter für uns vorführt.
Danach geht es so langsam ins Bett. Schlafen kann ich jedoch nicht, weil alles so aufregend ist.
In der Wüste wird es stockdunkel und man sie in dem Zelt wirklich nichts mehr. Dann kommen noch ein paar Geräusche vom Sand und Wind dazu. Alles raschelt irgendwie. Zum Glück müssen wir um 5Uhr wieder aufstehen, um zum Sonnenaufgang wieder mit den Kamelen zurück zu reiten.
Diesmal ist der Himmel klar und wir haben eine gute Sicht.
Leider war ich wohl am Vortag nicht allzu entspannt geritten, denn heute tut mir alles weh auf dem Kamel. Insbesondere auf dem Höcker sitzt es sich hart. Und da ich ständig Fotos gemacht habe, musste ich mich auch nur mit links festhalten. Der Griff ist nur aus Metall. Die Handfläche schmerzt (immer noch).
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Zum Frühstück erreichen wir wieder die auberge. Dann gibt es den riesen Andrang bei den fünf Duschen. Zwei davon haben kein Licht. Bis ich an der Reihe bin ist auch noch das warme Wasser leer.
The „odd cold shower“ hört sich im Reiseprospekt noch ganz lustig an, aber wenn man dann wirklich mit eiskaltem Wasser dem ganzen Wüstensand vom Körper abwaschen muss, ist das eine echte Qual.
Dann geht es auch schon wieder weiter. Schade, denn hier hatte es mir wirklich gut gefallen.
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Abenteuer Wüste

Nach einem aufregenden Weg haben wir die Wüste erreicht. Nach einer Mittagspause geht es per Kamel weiter. Hier schon mal eine kleine Vorschau!

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Unsere Auberge


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Jalla jalla – los geht’s

Gestern ging es raus aus Marrakesch. Für die Fahrt durch Marokko steht uns ein großer Reisebus zur Verfügung. Hier hat jeder zwei Sitze für sich und kann sich schön breit machen.
In Marokko ist das so üblich bei großen Bussen, dass man einen Fahrer, dessen Assistent und einrn Reiseleiter hat. Alle erwarten am Ende der Reise ein Trinkgeld. Überhaupt will hier jeder Trinkgeld haben, das ist stärker ausgeprägt als in Deutschland.
Wie auch immer, wir haben fast den ganzen Tag im Bus verbracht. Zuerst haben wir das Atlasgebirge durchquert. Hier waren die Straßen am schlimmsten und ein paar Leuten ging es von der Fahrt auch nicht so gut. Leider sind auch die nächsten Tage wieder sehr ähnlich und auch durch das Gebirge müssen wir irgendwann wieder zurück.
Die Landschaft war jedoch erstaunlich schön!
Kaum haben wir die Stadt verlassen, wurde alles sehr grün. Überall wird hier etwas angebaut: vor allem Orangen, Äpfel, Bananen und Oliven.
Nach einer Weile wurde es immer weniger grün und dafür sehr karg.
Nur an den Straßenrändern tauchen aus dem Nichts ein paar Farbtupfer auf, wenn sich in einer Kurve mal wieder ein Verkäufer niedergelassen hat. Meist kann man hier Edelsteine oder Tontöpfe kaufen, aber auch Datteln wurden uns angeboten.
Wir sind auch an vielen Berberdörfern vorbeigekommen. Berber sind die ersten Einwohner Marokkos und sie leben in einfachen Unterkünften auf dem Land. Alle Häuser haben die gleiche rötliche Farbe. Ausgestattet sind sie wohl auch sehr schlicht, denn ich habe an einigen Flüsschen die Menschen beim Waschen gesehen (ob die Wäsche so sauber bleibt, wenn man sie zum Trocknen auf die Erde legt ist halt so die andere Frage, aber die Leute werden schon wissen was sie tun).
Nachdem wir den Atlas hinter uns gelassen haben, waren immer mehr Palmen zu sehen, fast wie Oasen. Wirklich schön. Und dann hinter der nächsten Kurve haben wir das Arizona Marokkos erreicht: überall rote Steine mit stufenförmigen Rillen. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Jedoch nicht nur mit Arizona gibt es Ähnlichkeiten. Ich finde auch, dass es Parallelen zu Gebieten in Neuseeland gibt: trockene Landschaft mit einer bestimmten Sorte Berge (ähnlich wie in Lake Tekapo).
Gerne hätte ich auch Bilder angehängt, aber das Internet hier in Nkob lässt zu Wünschen übrig.
Heute geht es endlich in die Wüste, deshalb muss der nächste Post wohl ein paar Tage warten, wer weiß wann und wo ich mal wieder Internet habe…

Essen und sonstige Eindrücke

Nach dem Treffen mit der Gruppe (wir sind ein paar Deutsche, Briten und Nordamerikaner – insgesamt 18) und einer Einweisung haben wir uns auf den Weg in die Medina gemacht. Das ist der alte Teil der Stadt, umrandet von einer Stadtmauer.
Der Weg war spannend, die Gehwege sind richtig hoch, haben zwischendurch riesige Löcher und zum Überqueren der Straße braucht man wirklich Mut. Die Marokkaner tragen scheinbar gerne Bademäntel mit Zipfelmütze wenn sie abends ausgehen

Irgendwie haben wir es aber doch zu dem Restaurant geschafft. Es gab ein 3 Gänge Menu, was aber aus mehr Gängen bestand. Zuerst standen Fladenbrote und Oliven auf dem Tisch. Das ganze Essen steht in Schüsseln in der Mitte des Tischs und jeder muss sich mit seiner Gabel etwas davon nehmen. Das Fladenbrot hat irgendwie süß geschmeckt, als wäre da Cardamom und Zimt drinnen.
Danach kam ein marrokanischer Salat.
Als Hauptgerichte kamen eine Hühnchen Tajine, eine Lamm Tajine, couscous mit Gemüse und etwas unglaublich süßes wo auch Hühnchen verbacken war.
Spätestens hier war mein Bauch eigentlich voll.
Dann gab es einen Berg Obst und marrokanische Kekse zum Dessert – zusammen mit dem weltbekannten marrokanischen Pfefferminztee. Der Tee wird von ganz weit oben eingeschüttet, enthält noch Blätter Reste, schmeckt als wäre auch ein bisschen schwarzer Tee enthalten und ist piep süß.
Voll gefuttert haben wir uns dann noch den Markt angeguckt. Hier bauen nachts viele Händler ihre Buden auf und bieten noch mehr Essen an oder machen einfach eine Performance.
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Auch Schnecken kann man hier essen

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Ankunft in Marokko

Heute ist ein aufregender Tag: zum ersten Mal reise ich ganz alleine und ebenfalls zum ersten Mal bin ich in Afrika.
Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut schon viel von oben zu sehen, aber die Wolken haben die meiste Sicht versperrt.
Marrakesch hat mich dann auch erst mal mit Regen begrüßt: immerhin etwas wärmer als in Deutschland ist es hier.
Vom Flughafen ging es mit dem Taxi zum Hotel. Das war so ziemlich der spannendste Teil des Tages.
Erstaunlicherweise ist der Verkehr hier ziemlich geregelt im Vergleich zu so manch anderen Ländern, die ich bisher bereist habe.
Unterschiede gibt es jedoch auch: im Taxi lagen keine Fußmatten, sondern bunte orientalische Teppiche 😉 und am Armaturenbrett hing etwas, das aussah wie ein Duftspender (vielleicht Rosenwasser?).
Nachdem mich der Fahrer erst Mal abgezockt hat, bin ich aber heil im Hotel angekommen und habe dort meine Zimmergenossin Gina kennengelernt. Gina kommt aus den USA, studiert aber gerade in Florenz und reist (genau wie ich) alleine. Zum Kennenlernen haben wir uns in ein Café gesetzt und bisschen geplaudert. Jetzt fühle ich mich nicht mehr alleine, sondern vielmehr als wäre ich hier mit einer Freundin unterwegs. Ich hoffe der Rest der Reisegruppe ist auch nett – unser erstes Treffen findet gleich statt. ^^