Monatsarchiv: Juli 2015

Review: Reisen mit GAdventures

Zwei Mal war ich nun schon mit GAdventures unterwegs. Eigentlich plane ich meine Reisen ja lieber selbst, aber dann besteht da immer noch das Problem eine Begleitung zu finden und ganz alleine unterwegs sein finde ich nicht so verlockend. Interesse im Freundeskreis ist meist vorhanden, aber mit Geld und Zeit sieht es oft schlecht aus… so bin ich dann zu GAdventures gekommen. Hier kann man „alleine“ reisen, wenn man nicht alleine sein möchte und zahlt nicht zwangsläufig mehr, als wenn man es sich selbst organisieren würde.

junge Reisegruppe

junge Reisegruppe

Nun gibt es auch noch unzählige weitere Reiseanbieter. Was ist also so besonders an GAdventures?

Erster Riesenvorteil ist die Durchführungsgarantie. Selbst wenn nur eine Person die Reise bucht, findet diese statt (okay ganz alleine mit dem Reiseleiter unterwegs zu sein ist nicht so lustig, wie in einer Gruppe, aber immerhin kann man schon direkt die Anreise organisieren und sich auf das Reisedatum verlassen).

Außerdem ist es mir auch wichtig in einer kleinen Gruppe unterwegs zu sein. Gerade wenn ich noch halbwegs anständige Fotos machen möchte, passt es mir gar nicht, wenn 50 andere Teilnehmer um mich herum wuseln und durch mein Bild marschieren. Bei meinen Reisen waren wir einmal 12 und einmal 18 Teilnehmer. Das ist eine angenehme Gruppengröße.

Reisebus

Reisebus

Für die Reisen gibt es zudem eine Altersbegrenzung. Man muss zwischen 18-39 Jahren alt sein, um teilnehmen zu dürfen. Entsprechend sind die Teilnehmer noch jung und das Programm kann besser an die Zielgruppe angepasst werden. Bei älteren Menschen kämen Camping, Kamelreiten, steile Wanderungen oder stundenlange Busfahrten vermutlich weniger gut an. Hier ist der Zeitplan einfach etwas straffer und es ist durchaus auch anstrengend immer alle Aktivitäten mitzumachen. Aber so erlebt man auch das Maximale in kürzester Zeit.

Super ist es auch, dass kein Aufpreis für Alleinreisende anfällt. Sind zwei alleinreisende Frauen oder Männer in der Gruppe, werden sie in ein gemeinsames Zweibettzimmer eingeteilt. Die Geschlechter bleiben aber getrennt. Ist eine alleinreisende Frau und ein alleinreisender Mann angemeldet, erhalten sie beide jeweils ein Einzelzimmer.

Nach der Reise wird einem per E-Mail ein digitaler Evaluationsbogen zugeschickt. Ist zwar immer etwas nervig, die vielen Fragen auszufüllen, aber im Endeffekt trägt es dazu bei die Reise besser zu machen. Ganz nebenbei erhält man 10%-Rabatt (3 Jahre gültig) auf die nächste Reise mit GAdventures.

Etwas befremdlich fand ich es anfangs, dass man seine An- und Abreise selbst organisieren muss. Da sieht die Reise erst sehr günstig aus und nachher kommen halt doch noch etliche Kosten drauf. Gleichzeitig ist dies aber auch ein Vorteil, weil man sich so völlig unkompliziert eine Verlängerung am Start- oder Endort der Tour ermöglichen kann. Das geht bei einer komplett organisierten Tour schon schlechter.

Ein paar Sachen sind aber auch nicht so umwerfend. Hierzu gehören die vielen Restaurantbesuche. Oft ist das Frühstück im Reisepreis inklusive (manchmal auch zusätzliche Mahlzeiten), aber häufig geht man auch in Restaurants essen. Erstens habe ich gar nicht so viel Hunger, um zwei Mal am  Tag im Restaurant zu essen und zweitens geht es über eine längere Zeit auch gut ins Geld.

Pizzaessen im Restaurant

Pizzaessen im Restaurant

Da man mit einem Reiseleiter unterwegs ist, wird auch erwartet, dass man ihm ein Trinkgeld zahlt. Die Höhe des Trinkgeldes richtet sich selbstverständlich nach den lokalen Preisen und der Dauer der Reise. In den USA wurden beispielsweise 5-10$ pro Reiseleiter und Tag als Richtlinie angegeben. Das macht bei zwei Reiseleitern und 16 Tagen 160-320$ extra. Ob man Trinkgeld gibt und wie hoch dieses ausfällt, bleibt einem selbst überlassen, aber eigentlich wird es schon von einem erwartet. Für mich ist es jedenfalls sehr ungewohnt so viel Geld an jemanden zu bezahlen – nur dafür, dass er seinen Beruf ausübt.

 

Fazit zu den USA

Einen Monat ist die USA-Reise nun schon wieder her. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich finde es wird Zeit für einen Abschlussbeitrag, in dem ich meine Eindrücke mal zusammenfasse.
Für mich war es der erste Amerikaaufenthalt und somit gab es natürlich viel Neues.
Amerika kennt man schon seit Jahren aus den großen Filmen. Und es sieht tatsächlich auch in Wirklichkeit so aus, wie man es aus dem Fernseher kennt. Natürlich sind die Kulissen nicht neu… im Gegensatz zu den gerade erst entstehenden asiatischen Großstädten, wie zum Beispiel Dubai, hat Amerika auf mich eher alt gewirkt. Es wurde noch sehr viel mit Beton gebaut. Funktional, aber nicht hübsch.
Auch die Hotels sehen innen nicht wirklich modern aus. Dafür hat man aber dann auch mega große Zimmer mit riesigen Betten (leider immer ohne Klobürsten und mit komischen, vorne geöffneten Klobrillen). Bekannterweise ist in Amerika ja alles größer. Das stimmt. Leider auch die Entfernungen. Als Europäerin denke ich irgendwie immer, dass man in einer Stadt zu Fuß (und mit öffentlichen Verkehrsmitteln) zurecht kommt. Aber das stimmt nicht. Amerikanische Städte sind für das Auto ausgelegt. Es gibt gar nicht immer überall einen Bürgersteig und abgesehen davon ist es einfach nur weit.

Die Amerikaner machen sowieso den Eindruck, dass sie Fahrzeuge unheimlich lieben. Die meisten Autos sind sehr groß und wenn sie dann in den Campingurlaub fahren, ist das Wohnmobil so groß wie ein ausgewachsener Reisebus. Die Seiten lassen sich zu allem Überfluss noch ausfahren – damit es drinnen nicht so eng wird. Selbstverständlich muss das Auto (oder Quad oder Motorräder…) auch noch mit und wird kurzerhand ebenfalls an das Wohnmobil angehängt. In Deutschland is man das eher andersherum gewöhnt: Auto vorne und Wohnwagen als Anhänger.

Auch das Essen ist so klischeehaft, wie man es sich vorstellt: viel Fastfood, aber auch Burritos und Tacos werden gerne und oft gegessen. Während meiner Reise gab es quasi immer die gleichen drei Gerichte: Pizza, Burger und Tacos.
Das Brot ist leider total weich und schlabberig. Das war am schlimmsten für mich, weil ich gerne was zum Kauen habe. Es geht doch nichts über eine Scheibe frisches Bauernbrot…
Zu allen Arten von Limo (mit Kohlensäure) sagen die Amerikaner übrigens „Soda“. Ich dachte erst damit wäre Wasser gemeint, stimmt aber nicht.

Ansonsten war ich noch von dem schlechten Eurokurs überrascht. Die $-Preise waren zwar minimal niedriger, als die Euro-Preise, da aber hier nie Steuern (und Trinkgeld) eingerechnet sind, kam es wirklich fast auf 1:1 hinaus. Hat ja auch Vorteile: man braucht nicht zu umzurechnen.
Das Trinkgeld fällt in Amerika auch größer aus als daheim. Wenn man zufrieden war, werden 15-20% Trinkgeld erwartet. Haut ganz schön rein finde ich.

Zuletzt aber auch was total tolles, das ich in den USA entdeckt habe: „Hot Tubs“. Das sind heiße Pools. Und zwar wirklich heiße, das Wasser ist wärmer als der Körper und deshalb kann man sich da am Zeltplatz abends auch wunderbar drin aufwärmen, selbst wenn es schon dunkel und kühl ist. Nach einer Weile in der heißen Blubberbrühe, wird es einem definitiv warm!

Zur GAdventures Gruppe:

Las Vegas Sign

Las Vegas Sign


Die Reise in der Gruppe hat mir gut gefallen – „it was so pretty“. Da ich vorher noch nie wirklich zelten war, bin ich froh nun auch diese Art des Reisens ausprobiert zu haben. Blöd ist dabei, dass man seine Elektrogeräte nicht bequem aufladen kann – so musste ich darauf vertrauen, dass keiner meinen Kameraakku im Gemeinschafts-Klohäuschen klaut. Aber es gab wenigstens auf jedem Campingplatz genügend Steckdosen, so dass jeder seine Sachen aufladen konnte. Ja und allgemein auch die Wertsachen sind ein Problem (und davon habe ich ja immer jede Menge dabei, allein schon wegen der Kamera). Wir konnten die Wertsachen über Nacht im Bus aufbewahren und einer der Guides hat dort geschlafen und aufgepasst.
Ich würde sagen beim Camping muss man ein bisschen offener sein und viel Vertrauen in seine Gruppe haben. Aber immerhin das Vertrauen war da und wir konnten uns aufeinander verlassen: wenn es hieß um 8 Uhr wollen wir aufbrechen, hat das eigentlich immer gut geklappt. Jeder hat die Zeiten ernst genommen und zugesehen, dass alles zusammengepackt, die Zelte abgebaut und der Anhänger beladen war.
Auch die Lagerfeuerabende waren sehr schön – auch wenn wir dann irgendwann alle nach Rauch gestunken haben und alle Kleidung dreckig war 😉

Allerdings hat eine organisierte Gruppenreise natürlich auch Nachteile. Alles ist vorgegeben. Auch die Pausen. Und wenn nur 2 Stunden Aufenthalt vorgesehen sind, kann man diesen leider nicht beliebig verlängern. Klar, bei nur 12 Teilnehmern hat man noch ein bisschen Einfluss – allemal mehr als in einem großen 50-Mann Reisebus. An manchen Stellen war ich etwas traurig, dass wir nicht mehr Zeit vor Ort hatten – wobei von Anfang an klar war, dass wir sehr weite Strecken zurücklegen mussten (etwa 3500km). Hier ein Lob an die Reiseleiter, die sich wirklich große Mühe gegeben haben, dass die Busfahrten lustig wurden: jeder konnte seine eigene Musik abspielen, es wurde Karaoke angeboten, Malstunden auf Papiertüten oder auch Fotos von schlafenden Teilnehmern aufgenommen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich die weiten Distanzen nicht selbst fahren und alle Routen, Mautstraßen, Grenzkontrollen und das Nationalpark-System nicht selbst finden und verstehen musste.
Preislich gesehen war die Reise zwar teuer, aber hätte ich alles selbst organisiert, wäre es auch nicht wesentlich günstiger geworden. Ich denke nach der Gruppenreise bin ich in der Lage das Land besser einzuschätzen und sollte ich eines Tages noch Mal über den Atlantik fliegen, kann ich die Distanzen sicher besser einschätzen, dann eventuell eine Mietwagenrundreise ausprobieren und mir mehr Zeit gönnen 😉

Airline-Review: Emirates

Mittlerweile habe ich schon über 50 Flüge hinter mir und etliche Stunden in der Luft verbracht. Gerade wenn das Reiseziel weiter entfernt ist und der Flug länger dauert, ist es wichtig so angenehm wie möglich zu verreisen. Daher möchte ich euch meine Lieblingsairline Emirates mal genauer vorstellen.
Mit Emirates bin ich 2014 in sieben Einzelflügen von Deutschland nach Neuseeland und zurück geflogen – quasi einmal um die Welt – und habe etwa 50 Stunden in der Luft verbracht. Natürlich fliegen auch etliche andere Airlines die gleiche Strecke, aber die Entscheidung für Emirates war schnell getroffen: hier ist es nämlich möglich Zwischenlandungen zu einem Stopover zu verlängern ohne einen Aufpreis zu zahlen. Vor allem Dubai bietet sich für einen mehrtägigen Aufenthalt super an. Nebenbei kann man sich die Flugzeit pro Tag auf diese Weise verkürzen und auch die Zeitverschiebung zwischen den verschiedenen Orten ist nicht so groß.

Downtown Dubai

Stopover in Dubai

Will man möglichst schnell ans Ziel kommen, fällt der Aspekt weg, aber auch in der Luft gibt es diverse Vorteile.

Die Maschinen

Die Flugzeugflotte ist sehr neu. Entsprechend sind die Maschinen ruhiger. Selbst wenn man direkt neben dem Triebwerk sitzt, hält sich die Lärmbelästigung in Grenzen. Auch beim Einsteigen hat man ein angenehmes Gefühl: aus den Lautsprechern kommt ein Boarding-Song, der einen schon in östliche Urlaubsstimmung versetzt.

Das Einsteigen erfolgt in Boardingzonen (First Class, Business Class und Skyward Mitglieder zuerst, dann von hinten nach vorne). Wer schon einmal mit Ryanair geflogen ist, weiß hier besonders zu schätzen, dass alles ruhig abläuft und man nicht gehetzt wird sich schnell hinzusetzen und 5 Minuten später abzuheben. Wenn alle Passagiere an Bord sind, gehen die Stewardessen mit warmen, feuchten Handtüchern durchs Flugzeug, mit denen man sich erfrischen (und danach sauberer fühlen) kann.

Utensilien an Bord

Je nach Fluglänge und Tageszeit variieren die Utensilien.
Bei Kurzstrecken erhält man Kopfhörer, damit man sich die Filme anhören kann (hier passen aber auch normale Kopfhörer rein).
Ab Mittelstrecken gibt es auch noch ein Kissen und eine Decke an jedem Platz. Außerdem gibt es drei verschiedene Aufkleber, die man an seiner Kopfstütze befestigen kann. Diese signalisieren der Stewardess, ob man lieber schlafen möchte oder ob sie einen für Essen aufwecken sollen (das hätte ich bei KLM auch gerne gehabt, denn so habe ich leider das Eis zwischendurch verpasst).
Bei langen Nachtflügen erhält man zusätzlich ein hübsches Täschchen mit einer Zahnbürste, Schlafmaske und Thrombosesocken.

Einziger Nachteil bei Emirates ist: man muss die Decken und Kopfhörer kurz vor der Landung (und nicht erst danach) wieder abgeben.

Bordunterhaltung

Weiterhin sind (zumindest bei weiteren Strecken) alle Plätze mit einem eigenen Bildschirm ausgestattet. Hier kann man sich vom Boarding bis zur Landung mit Filmen, Serien, Musik und Spielen beschäftigen oder verfolgen, über welche Region das Flugzeug gerade fliegt. Auch eine Außenansicht nach vorne ist möglich – besonders spannend beim Starten und Landen…
Bildschirme gibt es auch bei anderen Airlines, aber die Filmauswahl bei Emirates ist wirklich enorm groß. Über 1500 Kanäle hat man zur Auswahl (im Vergleich dazu meine letzten Flüge mit KLM oder Delta: hier gab es nur eine Hand voll Filme).

Essen

Besonders gut ist mir auch das Essen in Erinnerung geblieben. Alle Mahlzeiten bei Emirates sind „halal“. Das heißt es wird kein Schweinefleisch serviert. Man hat vorab die Auswahl welches Gericht man essen möchte. Die Liste umfasst bestimmt zwanzig verschiedene Varianten, so dass Lebensmittelunverträglichkeiten kein Problem mehr darstellen: dann bestellt man eben gleich das laktosefreie Gericht oder aber einen Obstteller statt einer warmen Mahlzeit. Wählt man ein „Sondergericht“, wird das dem Sitzplatz zugewiesen und man wird sogar vor den „Standardgerichten“ bedient.
Wählt man vorab das Standardgericht, hat man im Flugzeug meist die Wahl zwischen einem Hühnchen, Lamm, Rind oder Fischgericht. Was genau es bei dem jeweiligen Flug gibt, kann man der Speisekarte im Vordersitz entnehmen.

Flugzeugessen Emirates

Flugzeugessen bei Emirates

Getränke sind alle frei, egal ob Wasser, Limo, Saft, Bier oder Wein. Und auch egal wie viel. Wenn man Durst hat, ruft man einfach eine Stewardess zu sich und lässt sich mehr bringen. Oder man geht zu den Bordküchen und kann sich dort von den vollen Tabletts bedienen.

Gratis Rail&Fly

Zu guter Letzt noch das Sahnehäubchen oben drauf: seit kurzem bietet Emirates auch in Deutschland Rail&Fly Tickets gratis zum Flug an. So kommt man kostenlos zum Flughafen und zurück. Bisher ist mir noch keine andere Airline aufgefallen, die das ebenfalls anbietet.

Na, habt ihr jetzt auch Lust auf Emirates bekommen? Dann schaut euch doch noch das neue Werbevideo an: