Monatsarchiv: Oktober 2015

Akrotiri – Besichtigung der antiken Stadt

Die Wettervorhersage ist nicht berauschend, daher buchen wir spontan eine Bustour, die uns zu den archäologischen Orten der Insel bringt.

Der erste Stop ist auf dem höchsten Berg der Insel – mitten in den Wolken. Normalerweise hat man wohl von hier oben eine gute Aussicht über die ganze Insel, heute halt nicht.

Danach besichtigen wir ein kleines Dorf namens Megalochori. Hier wird Wein angebaut. Anders als in Deutschland wächst dieser hier ganz bodennah unf wird kreisförmig gezogen. So spenden die Blätter genug Schatten für die Trauben und der Wind hat nicht so viel Angriffsfläche.

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Weinanbau

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Megalochori

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Megalochori

Anschließend geht es weiter zur Ausgrabungsstätte Akrotiri. Vor etwa 3000 Jahren gab es hier einen Vulkanausbruch, durch den die ganze Insel Meter hoch mit Asche bedeckt wurde. Archäologen wussten bereits, dass es hier auf Santorini eine verschüttete Stadt geben muss, doch erst vor knapp 50 Jahren haben sie den Ort gefunden, als ein Esel nach starken Regenfällen bei der Feldarbeit mit dem Boden eingekracht ist. In dem Hohlraum wurde dann begonnen die antike Stadt freizulegen. Heute haben sie schon etliche Häuser, Gegenstände und Straßen ausgegraben und ein riesiges Dach darüber gebaut.
Im Gegensatz zu den Bewohnern von Pompeji hatten die Griechen genügend Zeit, um ihre Stadt rechtzeitig vor dem Vulkanausbruch zu evakuieren, da es mehrere starke Erdbeben gab, die etwas schlimmeres angekündigt haben. Deshalb hat man bis heute keine menschlichen Überreste gefunden.

Tipp: vorher einen internationalen Studentenausweis besorgen, denn damit kommt man kostenlos herein.

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Ausgrabung in Akrotiri

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Akrotiri

Nach der Geschichtsstunde wird es Zeit für eine Stärkung. Wir halten bei einer Taverne in Perissa. Hier probieren wir eine Vorspeisenplatte, um einen tieferen Einblick in die verschiedenen Gerichte zu erhalten. Dabei sind unter  anderem mit Reis gefüllte Weinblätter, Saganaki (frittierter Käse), Tomatenbällchen, Tsatsiki und eine griechische Wurst. Schmeckt und alles sehr gut und bildet eine solide Basis für die anschließende Weinprobe.
Wir verköstigen drei Sorten Santoriniwein. Zuerst beginnen wir mit den trockenen Weißweinen Assyrtiko und Nykteri. Zum Abschluss gibt es den süßen Vinsanto. Um den Vinsanto herzustellen werden die Trauben zwei Wochen nach der Ernte liegen gelassen und erst dann weiterverarbeitet. Die Trauben liegen auf warmem Gestein und so karamellisiert der Fruchtzucker bei der Verarbeitung und eine dunkle Farbe entsteht. Passend zur Weinprobe habe ich dann heute das nächste Wort griechisch gelernt: Jammás (Prost).

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Weinprobe mit Aussicht

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Santorini Wein

Ein Tag auf dem Wasser

Santorini ist eine Vulkaninsel. Genau genommen handelt es sich hierbei um eine Gruppe von Inseln, wie ich heute gelernt habe. Mit dem Boot kann man die anderen Inselteile besichtigen.

Wir entschließen uns für eine Ganztagestour, die wir einen Tag im Voraus buchen. Wie das Wetter wird wissen wir da noch nicht: der Tag begrüßt uns mit einer weißen Nebelsuppe. Man könnte meinen das Meer existiert nicht mehr. In dem Dunst müssen wir die vielen Stufen runter zum alten Hafen in Fira laufen. Mehrmals kommen uns Esel entgegen, die die ersten Kreuzfahrtgäste nach oben tragen. Die ganze Treppe ist voll mit Eselkot und es stinkt von oben bis unten nach den Tieren. Wenigstens weht es auf einmal den Nebel davon und nach einem einminütigen Regenschauer haben wir endlich den erhofften Sonnenschein.

Am Hafen angekommen geht es dann mit einem alten Holzboot weiter.

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Unser Boot

In der Mitte von “Santorini“ liegt eine kleine Insel, die von den äußeren Inseln umgeben wird. Diese ist nicht bewohnt, sondern hier gibt es den Vulkankrater zu besichtigen. Aus dem tiefen Loch in der Insel dampft es ein wenig: Schwefel.

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Vulkankrater

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Vulkaninsel

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Blick von der Vulkaninsel zu den heißen Quellen

Wenn man auf die Vulkaninsel gehen möchte, muss man 2€ Eintritt zahlen.
Hier legen etliche Ausflugsboote an. Zum Aussteigen müssen wir über ein anderes Schiff klettern.

Anschließend fahren wir weiter zu den heißen Quellen. Da das Boot zu tief ist, müssen wir das letzte Stück vom Schiff aus hinschwimmen. Zum Glück ist das Meer noch nicht zu kalt. Die heißen Quellen findet man ganz einfach: entweder den anderen hinterher schwimmen oder dem wärmer werdenden Wasser folgen. Je brauner das Wasser wird, desto wärmer fühlt es sich an. Wirklich heiß ist es jedoch nicht (33°).

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Der Weg zu den heißen Quellen: wer sieht mich schwimmen?

Zum Mittagessen halten wir auf der anderen äußeren Insel Thirassia. Viel zu sehen gibt es nicht, wenn man nicht die knapp 400 Stufen nach oben laufen will. Uns ist es zu warm für den Aufstieg und der Eselritt hört sich auch nicht vielversprechend an, also bleiben wir unten am kleinen Hafen und essen im Restaurant direkt am Wasser.

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Thirassia

Wie überall auf Santorini laufen auch hier Straßenkatzen herum und suchen nach Futter. Eine darf sogar in unserem Restaurant betteln. An einer Ecke entdecken wir dann mehrere Katzen beim Essen. Wie es scheint spenden die Restaurantbesitzer hier die Essensreste, denn das was die Tierchen da fressen sieht mehr nach Spaghetti als nach regulärem Katzenfutter aus.
Generell scheinen die Essensreste gerne an Tiere weitergegeben zu werden. Das übrige Beilagenbrot fliegt zum Beispiel in hohem Bogen ins Meer.

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Straßenkatzen

Am Nachmittag geht es zurück nach Fira. Hier gibt es auch eine Seilbahn, die einen in zwei Minuten wieder nach oben befördert. Anstehen müssen wir nicht, da alle Touristen wieder runter und auf ihr Schiff fahren wollen.
Die Fahrt ist ganz schön holperig, aber allemal bequemer als zu Laufen.

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Fira vom Wasser aus - mit den langen Treppe n

Kamari Beach

25°C und überwiegend Sonnenschein haben heute für einen Strandtag gesprochen.
Das war gar nicht so einfach, denn mein Bikinioberteil ist gerade in dem Moment bevor wir aufbrechen wollten kaputt gegangen: der Plastikverschluss ist abgebrochen. Hält natürlich so nicht mehr. Zum Glück kann ich mir einen Badeanzug ausleihen. Da ist das mit der Bräune zwar schwieriger, aber sieht ja in Deutschland eh niemand mehr…

Auf der Calderaseite gibt es zwar überall die schönen weißen Häuser am Hang, aber keinen Strand. Also haben wir den Bus nach Kamari auf der östlichen Seite genommen. Hier gibt es einen langen Strand mit schwarzen Steinen.
Da die Hauptsaison schon vorbei ist, sind nur wenige Menschen hier und fast alle Strandliegen sind frei. Hier gibt es das Konzept entweder man trinkt etwas oder muss 6€ für einen Sonnenschirm mit zwei Liegen pro Tag zahlen. Der Preis ist im Mittelmeervergleich recht günstig. Dafür tun einem auch die Füße weh, wenn man ins Wasser geht.
Das Wasser ist erstaunlich warm. Vermutlich wärmer als die deutsche See jemals wird. Trotzdem immer wieder kalt wenn man das erste Mal reingeht. Kurz hinter Kamari befindet sich der Flughafen. Das heißt man kann etwa jede Stunde ein Flugzeug im Landenanflug sehen. Das ist für den winzigen Flughafen aber auch schon ganz ordentlich.

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Kamari Beach

Am Strand kann man es sich derweil richtig gut gehen lassen. Alle paar Minuten kommen Leute an und bieten einem eine Massage an. Auf Dauer ganz schön nervig.

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Inselwanderung von Fira nach Oia

Santorini ist eine kleine Insel und da wir eine Woche lang hier sind, haben wir genügend Zeit alle Winkel in Ruhe zu erkunden. Somit haben wir uns heute für die 12km lange Wanderung von der Inselhauptstadt Fira nach Oia an der Nordspitze entschieden. Das Ziel der Wanderung kann man vom Startpunkt aus sehen. Dazwischen liegen nur leider ein paar “Berge“. Insgesamt mussten wir dann aber doch nicht zu viel bergauf laufen und konnten die Strecke ohne großartige Wandererfahrung zurücklegen.
Zu Beginn geht der Weg mitten durch das belebte Fira. Heute waren wieder zwei Kreuzfahrtschiffe angekommen und entsprechend gut gefüllt war das Zentrum. Mit der Zeit wird es ruhiger. Später treffen wir kaum noch auf andere Touristen.

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Der Wanderweg ist gut beschildert und befestigt. Es gibt keine Passagen an denen man klettern muss. Ein Abschnitt   hat einen Schotterboden und kurz vor Oia ist der Weg aus dicken Steinen gepflastert. Hier ließ es sich nicht so gut laufen. Wobei wir gegen Ende wahrscheinlich einfach nur erschöpft waren.
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Heute habe ich meine Trinkblase eingeweiht. Die hängt im Rucksack und ein Schlauch führt direkt zum Träger. Somit kann man bequem bein Laufen immer mal einen Schluck trinken ohne den Rucksack ausräumen zu müssen.
Das System finde ich unheimlich praktisch, mit einer kleinen Ausnahme: das Wasser was im Schlauch steht, wärmt sich durch die Sonne auf.

Nach vier Stunden haben wir Oia erreicht. Die erste Taverne war unsere. Noch dazu mit der schönen Aussicht aufs Meer und eine Flaniermeile.

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Der griechische Salat schmeckt lecker, sogar die Oliven mag ich hier (die sind eher rot und schmecken nicht so streng wie die dunklen)!

Den Nachmittag erkunden wir Oia. Es geht auf und ab. Keine Straße ist gerade. Vor allem in der Sonne ganz schön anstrengend. Hier und da streunern Hunde und Katzen umher. Und ein paar frisch verheiratete Paare mit Fotografen. Santorini (und vor allem Oia) scheint bei Paaren (und Asiaten) sehr beliebt zu sein. Natürlich sind.auch viele deutsche anzutreffen, aber ich glaube nicht, dass wir auch hier die größte Touristengruppe sind. Wenigstens einmal habe ich mir nicht das Standard Reiseziel der deutschen rausgepickt.

Bis zum Abend laufen wir durch die Gässchen, dann sichern wir uns eine Stunde vor Sonnenuntergang einen Platz am beliebtesten Aussichtspunkt. Ruck zuck ist alles voll und das Gedrängel geht los. Zu allem Überfluss gibt es dann noch nicht mal einen wirklichen Sonnenuntergang zu sehen, da wieder eine Dunstschicht über dem Meer hängt. Vermutlich sind die Sonnenuntergänge im Sommer imposanter.
Unsere Aussicht war trotzdem schön.

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Abends sind wir mit dem Bus zurück nach Fira gefahren. Zusammen mit etlichen anderen Touristen. Der Gang steht voll und ich fühle mich an die Schulbuszeiten zurück erinnert.
Irgendwie ist es auch witzig. Statt einem Lautsprecher oder einer automatischen Durchsage gibt es hier einen Assistenten, der die nächsten Stops durch den Bus plerrt.

Reif für die Insel

Nach ein paar Monaten zu Hause hat mich wieder das Reisefieber gepackt. Vor allem nachdem es diese Woche in Deutschland schon geschneit hat, bin ich wirklich froh, dass die Temperaturen in Griechenland noch sommerlich sind. Bei angenehmen 25°C sind wir heute gelandet. Nur die Flugzeit war nicht so schön: 5Uhr morgens ab Köln.
Zunächst war alles dunkel, erst über kroatischem Luftraum geht die Sonne auf.

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Beim Landeanflug auf den Flughafen in Santorini geht es dicht an einem Berg vorbei. Überall sind weiße Häuser mit runden Bögen. Ganz so wie man es von den ganzen Fotos kennt 🙂

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Landeanflug auf JTR

Um möglichst billig zu unserem Hotel zu kommen, warten wir auf den Bus. Dieser fährt jede Stunde und ist mit 1,80€ bei 25min Fahrtzeit recht günstig.
Der Verkehr ist relativ gesittet, aber in Fira, der Inselhauptstadt, ist das Verkehrsaufkommen größer und die Autos fahren dicht an uns vorbei.

Unser Hotel liegt etwas entfernt vom Zentrum, deshalb haben wir uns erst Mal blöd angestellt mit dem Weg dorthin. Das Gute daran: so spät wie wir dann an der Rezeption waren, konnten wir direkt auf unser Zimmer gehen.

Nach einer kurzen Pause haben wir das Zentrum der Inselhauptstadt erkundet.
Heute liegen vier Kreuzfahrtschiffe vor Santorini. Die Stadt ist gerammelt voll mit Touristen. Vor der Seilbahn, die runter zum Hafen fährt, stehen die Menschen in einer hunderte Meter langen Schlange an.

Im Laufe der Woche werden wir den Rest der Insel besichtigen. Ich bin schon sehr gespannt darauf!