Monatsarchiv: Februar 2016

Letzter Tag in Indien

Nachdem wir gestern keine guten Erfahrungen mit dem Hotelfrühstück gemacht haben, lassen wir dieses heute lieber direkt ausfallen. Zum Einen waren viel zu viele Ameisen an der Wand unterwegs und zum Anderen sah es mal wieder nicht besonders sauber und hygienisch aus. Negativ Highlight war der Moment, als der Kellner sich mit der Serviette den Schweiß von der Stirn abgewischt hat und anschließend mit der gleichen Serviette die Untertasse poliert hat, auf der er uns dann den Tee serviert hat. Auf welche Ideen die Leute so kommen. Wirklich unfassbar!

Um 9Uhr sind wir mit Alex verabredet und wollen gemeinsam mit dem Tuktuk zu einer westlichen Shoppingmall in Süddelhi fahren (City Walk in Saket). Gleich der erste Fahrer willigt auf einen angemessenen Preis ein, doch kaum ein paar Meter gefahren, behauptet er die Mall sei Montags zu. Wir wollten trotzdem dort hin. Kurz darauf behauptet er dann, dort in dem Stadtteil würde heute gestreikt und da will er mit seinem TukTuk lieber nicht sein, sonst würden die ihm noch die Scheibe einschlagen. Er könnte uns aber zur Metro bringen und wir können dann direkt zur Mall fahren. Das ist typisch indisch. Erst mal losfahren und dann die Leute nicht da hin bringen, wo sie hin wollen. Da wir dann doch etwas verunsichert waren wegen dem Streik, haben wir wirklich die Metro genommen. Natürlich war die Mall geöffnet und kein Streik in Sicht. In der Mall war es wie in einer anderen Welt, wie zu Hause. Die großen Modemarken der westlichen Welt, alles sauber und leer, keine Bettler. Eine wunderbare Auszeit. Frühstück bei Starbucks, Mittagessen bei nem Burgerladen (denn so langsam ists auch mal gut mit dem indischen Essen jeden Tag). Dann fahren wir wieder zurück zum Hotel. Drei Stunden planen wir für die Fahrt ein, wer weiß welche Probleme diesmal auftreten. Doch es klappt erstaunlich gut und schon der zweite Tuktuk Fahrer bringt uns für die vereinbarten 3€ zurück. Auch unser vereinbartes Taxi zum Flughafen ist pünktlich. Endlich läuft es mal nach Plan =) Etliche Pass- und Bordkartenkontrollen später (in Indien geht das wirklich nur im Schneckentempo) erreichen wir unser Gate. Der laaaange Tag ist sehr anstrengend und bis wir zu Hause in Deutschland ankommen, vergehen über 30 Stunden.

Delhi, mal wieder

Irgendwie sind wir total verrückt, dass wir so viele Tage in Delhi verbringen. Insgesamt 7 Tage in Indiens Millionenmetropole. Etwa 20 Mio Menschen wohnen hier. Die Wettervorhersage ist wahrheitsgemäß mit “Rauch“ beschrieben. Einfach zu viele Abgase hier. Der Himmel ist auch nie wirklich blau. Die Straßen sind nie wirklich leer und es ist 24/7 laut!

Nun gut, wir machen das beste draus.
Heute morgen haben wir zufällig Gina getroffen, die ebenfalls noch einen Tag übrig hatte. Gemeinsam sind wir von Basar zu Basar gefahren und haben dort noch die letzten Souvenirs gekauft.

Gegen Mittag haben sich unsere Wege getrennt. Benedikt und ich sind mit dem Tuktuk zum Lotus Tempel gefahren. Obwohl Sonntags auch viele Inder einen Ausflug hier her machen und sich lange Schlangen gebildet haben, sind wir ziemlich schnell reingekommen. Innen mussten wir wie üblich die Schuhe ausziehen und durften dann in den multifunktionalen und religionsübergreifenden Gebetsraum eintreten. Eigentlich waren wir nur hier, um das Gebäude von außen zu bestaunen, da es eine gewisse Ähnlichkeit mit der Oper in Sydney hat 😉

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Lotus Tempel

Von hier aus war der Plan zur Haus Khas Village zu fahren. Das scheint eine hippe Gegend zu sein. Sieht zwar auch ziemlich dreckig aus, aber für indische Verhältnisse dann doch eine bessere Gegend. Außerdem waren wir hier vor der Rundreise schon und hatten leckeres Essen verspeist. Von einem vertrauenswürdigen Tuktuk Fahrer haben wir die Preise erfragt, um besser verhandeln zu können.
Bloß sind wir nun auf neue Schwierigkeiten gestoßen: die Fahrer behaupten nun plötzlich, dass das Viertel am Sonntag zu hat. Wieso sollte eine Restaurant Gegend Sonntags schließen? Wieso wurde es uns vom Reiseleiter für Sonntag empfohlen?
Besonders nervig war der dritte Fahrer, bei dem wir es versucht haben. Er hat permanent das gleiche gesagt “es ist zu. Mir is das ja egal, das ist euer Geld, aber das ist zu. Hier in der Nähe gibt es aber einen Markt der offen hat. Ich kann euch da hin fahren, kostet auch nur die Hälfte…“ wir haben bestimmt fünf Mal darauf beharrt, dass wir trotzdem zur Haus Khas Village wollen, bis wir schließlich ausgestiegen sind. Endlich haben wir einen Fahrer getroffen, der uns für einen fairen Preis rüber fahren will. Kaum im Tuktuk erschien dieser jedoch sehr müde. Wir sind unterdurchschnittlich langsam gefahren, wurden bald von Fahrrädern überholt und der Fahrer hat meist nach unten geguckt. Vermutlich auf Drogen oder betrunken unterwegs gewesen. Ich habe schon mit dem schlimmsten Crash gerechnet, aber dieser ist zum Glück nicht eingetreten. Delhis schlimmer Verkehr hat auch Vorteile: jeder rechnet mit schrecklichen Fahrern und reagiert blitzschnell.

Im Haus Khas village haben wir endlich sauberes, italienisches Essen gefunden und es uns auf de Dachterrasse schmecken lassen.

Zurück im Hotel haben wir Alex aufgegabelt und sind noch mal losgezogen. Alex ist wirklich der letzte von unserer Gruppe, der noch hier ist und sogar länger bleibt als wir.
Nach einem (leider nicht besonders leckeren) Drink (hoffentlich hat das Morgen keine schlimmen Auswirkungen!) und weiterem Shopping, haben wir uns für morgen verabredet und wollen die letzte Zeit zusammen in Delhi verbringen.
In Indien kann man Medizin einfach in einer mini Apotheke kaufen. Ganz ohne Rezept. Die Menge, die man so braucht, keine ganze Packung. Das wird dann eben zurecht geschnitten. Eigentlich bin ich ja nicht scharf auf indische (Mogel-)Medizin, aber mein Husten will von alleine leider nicht verschwinden. Für 1€ habe ich nun jedenfalls irgendein Antibiotikum und Paracetamol für 3 Tage bekommen. Preislich sehr gut, hoffentlich wirkt der Kram auch!

Agra

Von Dhula village brechen wir wieder früh morgens auf. Mit Ausschlafen ist nichts mehr drinnen. Auf dem Weg nach Agra halten wir zuerst beim Abhaneri Steepwell (dem größten Stufenbrunnen Indiens). Schon beeindruckend, aber irgendwie schade, dass man keinen Zutritt zu den Stufen selbst hat.

Anschließend besichtigen wir Fatehpur Sikri. Hier war früher die Hauptstadt des Mughal Reiches. Im Vergleich zu den vielen Forts vorher sieht es weniger spektakulär aus, aber man sieht auch mehr den Einfluss von anderen Religionen, vor allem des Islams. Manche Inschriften sind auf Arabisch.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir das Agra Fort. So wie wir den Bus verlassen, sind wir wieder mitten im Trubel und umhüllt vom städtischen Gestank.
Dies ist das letzte Fort der Rundreise und wir haben auch genug von den alten Gebäuden.

Ein Highlight der Reise ist das Taj Mahal. Da es zu den sieben Weltwundern zählt, herrscht hier entsprechend viel Andrang. Wir brechen morgens um 5:45Uhr auf, um uns den Platz in der Schlange zu sichern. Etwa eine Stunde später dürfen wir die Kontrollen passieren. Taschen sind für Touristen verboten. Inder dürfen ihre Taschen offenbar mitnehmen. Auch bei den Eintrittspreisen geht es wieder unfair zu: Touristen zahlen 750Rs, Inder 20Rs. Inder dürfen sich in der Schlange auch vordrängeln, ohne dass sie dafür Ärger kriegen (ich wäre auch lieber eine Stunde länger im Bett geblieben, auch wenn es steinhart war und im Zimmer unerträglich heiß).
Fotografieren ist ebenfalls anstrengend. Aufgrund der Menschenmassen ist mir jeglicher Spaß schnell vergangen. Erstens ist permanent jemand im Weg und zweitens wollen alle, dass man Platz macht. Besonders sauer wurde ich, als mich zwei Touristen gebeten haben weg zu gehen, während ich bei Bild 8/10 eines Freihandpanoramas war. Es wäre doch nur für 2 Sekunden. Dann habe ich versucht zu erklären, dass ich ein Panorama aufnehme und noch nicht fertig bin. War denen egal und da sie mir ebenfalls im Weg waren, habe ich dann aufgegeben. Stativ ist ja sowieso verboten. Mein Fazit zum Fotografieren in Indien lautet: anstrengend und fast unmöglich sich darauf vorzubereiten. Man kann oft nicht das ganze Equipment mitnehmen oder benutzen, teilweise muss man pro Kamera Gebühren zahlen (nicht nur pro Person), fast alle Sehenswürdigkeiten sind nur tagsüber geöffnet (dh Fotos bei Sonnenaufgang/Sonnenuntergang/blauer Stunde/Nacht sind ganz unmöglich), manche Locations sind heilig (Fotos verboten oder teilweise keine Schuhe erlaubt) und generell ist alles einfach voll (& die Leute nerven einen).

Auf dem Rückweg nach Delhi stoppen wir noch beim Baby Taj. Ebenfalls symmetrisch aufgebaut und schön verziert mit ungezählten Mustern (die alle von Hand reingearbeitet wurden – nicht gemalt). Am besten hierbei ist die Stille: fast keine Touristen 🙂

Baby Taj

Einen geplatzten Reifen und ca. 5 Stunden später erreichen wir Indiens Hauptstadt.
Nun sind es noch zwei Tage in der lauten, dreckigen Stadt, bis wir am Montag Abend wieder zurück nach Deutschland fliegen. Zum ersten Mal seit langem freue ich mich im Urlaub auf zu Hause!

Dhula village und eine Nacht im Zelt

Nach der Ballonfahrt musste alles schnell gepackt werden und dann sind wir in das dritte Dorf der Reise gefahren. In Dhula übernachten wir in Nagelneuen Zelten (die sind seit 2016 fertig). Die Anlage gehört einem ehemaligen G-Adventures Reiseleiter, der sich hier seinen Traum erfüllt hat. Die Zelte sind schön und es gibt pro Zelt ein eigenes Badezimmer, das sogar besser funktioniert als so manche Hotels. Ist halt noch ganz neu 🙂

Heißes Wasser gibt es hier nicht. Wenn man warmes Wasser haben möchte, muss man einem Hotelangestellten Bescheid sagen. Dieser erwärmt an einer zentralen Stelle und bringt etwa 10-15min später einen Eimer voll vorbei. Das ist hier die Definition von “running hot water“.
Am Nachmittag besteht die Möglichkeit für 50Rupien Henna auf Hände oder Füße malen zu lassen. Das sind umgerechnet weniger als 1€, aber der Lohn geht direkt an die Henna-Künstlerinnen. Diese sind Schülerinnen aus dem Dorf und für sie sind 50Rupien gutes Geld.

Im großen und ganzen dient der Tag wohl eher zur Erholung.

Der Besitzer hat einen Welpen namens Whisky. Die kleine, aufgedrehte Hündin hat es doch tatsächlich nachts geschafft sich in unser Zelt zu mogeln. Von allen Optionen nächtlicher Besucher war das wohl noch die angenehmste Form. Zum Glück hat sie es auch wieder alleine nach draußen geschafft.

Jaipur

Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans. Hier wohnen entsprechend wieder deutlich mehr Menschen und der Verkehr ist ziemlich anstrengend.
Wir wohnen erneut in einem alten Heritage Hotel. Jedes Zimmer sieht ein bisschen anders aus. Die Wände sind bemalt mit antiken Bildern und auch im Restaurant fühlt man sich in die Vergangenheit zurück versetzt.

Erster Punkt auf der Agenda ist ein Lassi (=Joghurtgetränk) bei einem bekannten Lassiwala. Die Becher sind getöpfert und werden nach dem Trinken weggeworfen, da man sie nicht sauber genug kriegt.

Nächstes Highlight ist die “Cooking Demonstration“ bei einer indischen Familie. Mit vier Tuktuks machen wir uns auf den Weg und verfahren uns diverse Male. Deutlich später als geplant kommen wir endlich an.
Das Paar wohnt in einem gut gepflegten und erstaunlich sauberen Haus. Mal wieder eine Gelegenheit, wo man bedenkenlos essen kann.
Leider ist es kein richtiger Kochkurs, wir dürfen nur zusehen und Fragen stellen. Immerhin gibt es ein Handout mit den Rezepten. Mal sehen, ob wir das daheim auch hinkriegen.

Weiterhin haben wir uns den Palast der Winde angesehen. Allerdings nur von außen, da es quasi nur um die Fassade geht.

Richtig besichtigt haben wir hingegen das Amber Fort. Hier kann man auf dem Elefantenrücken hinauf reiten. Da die Elefanten in Indien jedoch sehr schlecht gehalten werden, wollten wir das Vorgehen nicht unterstützen und sind aus eigener Kraft bis nach oben gelaufen.
Mit einem einheimischen Führer haben wir das Fort besichtigt.
Es ist üblich, dass die Herrscher verschiedene Paläste haben. Einen für die Monsunzeit, einen für den Winter und einen für den Sommer.
Im Monsumpalast gibt es einen Wasserablauf und man kann den Regen plätschern hören. Im Winterpalast ist die Bauart so, dass die Temperaturen höher sind, während im Sommerpalast eine Art Kühlsystem verwendet wurde. Hier ist es entsprechend angenehm kühl drinnen.

Jaipur ist bekannt für Schmuck, Textilien und Blockprinting. Daher waren wir wieder bei einer Verkaufsshow zum Thema Blockprinting. Der Verkäufer hat uns seine verschiedenen, handgeschnitzten Stempel vorgeführt und demonstriert, wie man ein buntes Elefantenbild auf Stoff stempelt.
Anschließend wurden etliche Textilien vorgeführt, von der Tagesdecke bis zum Schlafanzug, die wir dann kaufen sollten. Ein paar Leute aus unserer Gruppe haben sogar zugeschlagen 😉

Mein Highlight war der Bollywood Tanzkurs auf dem Rooftop. In einer knappen Stunde haben wir gelernt, wie man zu indischer Musik tanzen kann. Hat Spaß gemacht!

Am Abend des zweiten Tages in Jaipur habe ich an einem Bollywood Tanzkurs teilgenommen. Wir haben eine Choreographie zu dem Lied Gallan goodiyaan einstudiert. Der Tanzkurs fand auf einer Dachterrasse statt, kurz vor Sonnenuntergang. Ein sehr schönes Ambiente und uns Teilnehmern hat es viel Spaß gemacht.
Leider war es nur ein bisschen zu anstrengend, da in unserer Gruppe nicht nur Delhi Belly, sondern auch eine (Klimaanlagen-?)Erkältung rumgeht.
Eigentlich war für die Nacht noch ein Bollywooodfilm auf der Dachterrasse eines Freundes von unserem Reiseleiter geplant. Das habe ich dann schweren Herzens ausfallen lassen.
Ziel war eine schnelle Besserung des Gesundheitszustands, doch dann kam schon wieder eine Hochzeit dazwischen. Was hat jetzt eine Hochzeit damit zu tun? Ganz einfach. In Indien gibt es im Rahmen einer Hochzeit unheimlich viel Krach: laute Musik und so viel Feuerwerk wie wir das an Silvester gewöhnt sind. Mindestens die halbe Nacht. Dann war das mit dem Einschlafen also wirklich schwer und zu allem Überfluss musste ich am nächsten Morgen um 5:30Uhr aufstehen.

Zusammen mit einer anderen Teilnehmerin ging es durch das vergleichsweise leere Jaipur zum See beim Amber Fort. Hier haben wir eine Heißluftballonfahrt gemacht. Im größten Ballon Indiens (Platz für 24 Leute, wir waren netterweise nur 15) ging es mit Francesco, unserem spanischen Ballonführer direkt über das Fort in den Sonnenaufgang hinein. Die Aussicht war gigantisch. Von unten haben uns die Dorfbewohner zugewunken, für die ist ein Heißluftballon was ganz besonderes. Gelandet sind wir auf einem Acker im Nirgendwo und binnen Sekunden stand alles voll mit den Bewohnern. Im Vergleich zu meiner letzten Ballonfahrt war diese hier total ruhig und auch die Landung war so sanft, dass man gar nix davon gemerkt hat. Bequem ist vor allem auch, dass wir Touristen nicht beim Auf- und Abbauen des Ballons helfen mussten 🙂

Menschen am Heißluftballon

Menschen am Heißluftballon


Landbevölkerung

Landbevölkerung

Wanderung in den Sonnenaufgang

Um sechs Uhr sind wir mit den Tuktuks zum unteren Ende des Berges gefahren. Es war sau kalt, aber kaum ein paar Stufen gelaufen, musste ich schon die Jacke ausziehen.. 350 anstrengende Stufen führen zu einem Tempel mit grandioser Aussicht auf die Stadt und den Sonnenaufgang.
Völlig außer Puste sind wir oben angekommen und haben den Sonnenaufgang angesehen. Plötzlich waren überall um uns herum Affen. Sie sehen unheimlich süß aus, aber der Schein trübt. Einer wollte gerne Benedikts Kekse haben, die in seinem Rucksack waren, also haben die beiden um den Rucksack gekämpft. Benedikt hat sich durchgesetzt. 🙂

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Den Tag über hatten wir endlich mal frei. Die Zeit habe ich genutzt, um eine Runde schwimmen zu gehen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, dafür immerhin mal sauber und ohne Insekten. Wegen der Badekleidung hatte ich dann jedoch etwas bedenken, schließlich zeige ich dann ja in der heiligen Stadt meine Schultern und Knie. Doch zusammen mit Barbara habe ich mich dann getraut. War schön erfrischend. Ganz schön große Temperatursprünge gibt es hier von Nacht zu Tag. Wie sich das für eine Wüste gehört…

Außerdem war ich noch ein bisschen mit Lisa und Alex bummeln. Zusammen haben wir versucht die Preise runterzuhandeln. Laut Reiseleiter müssen wir diese um mindestens 50% drücken, doch das haben wir nie geschafft. Ist aber auch echt schwer, wenn der erstgenannte Preis schon spottbillig erscheint. Für beide Seiten war es also ein guter Deal.

Am späten Nachmittag sind wir mit Kamelen in die Wüste geritten. Diesmal hatten die Kamele bequemere Sattel, als die in Marokko letztes Jahr. Doch es war genauso schaukelig und unheimlich da oben. Ich hab ja keine Höhenangst, aber auf Ganesh, dem Kamel zu reiten ist dann doch ziemlich unheimlich. Vor allem wenn man das Vieh mit schaumigem Mund erwischt hat, das andauernd aufstößt und eine schwarze Blase (oder war das die Zunge?) aus dem Maul rausquillt und man zu allem Überfluss noch angepinkelt wird. Kaum zu glauben aber wahr: mein Kamel hat beim Pinkeln so viel mit seinem Schwanz gewedelt, dass ich überall vollgespritzt wurde. Ekelhaft. Memo an mich selbst: das muss nicht noch mal sein!
In der (vermüllten) Wüste haben wir eine Teepause gemacht. Der Masala Tee kam per Express-Kamel in einer Plastiktüte an. Da wars mir eigentlich schon vergangen, aber da er knallheiß war, habe ich dann doch einen Schluck genommen. Den Sonnenuntergang haben wir ebenfalls auf dem Kamelrücken angesehen und sind danach zurück in die Stadt gelaufen. Endlich mal italienisches Essen, das einem nicht den ganzen Mund verbrennt. Mildes Essen kann so toll sein! Beim Bezahlen wurde uns ein Space Cookie angeboten (“wie Marihuana“). Scheint so, als würden hier ganz viele Hippies abhängen und besonders auf die Kekse abfahren..

Wie jeden Tag ist mal wieder eine Hochzeit im Gange. Man merkt das spätestens am Feuerwerk oder dem (die ganze Nacht anhaltenden) Krach von der nächsten Open Air Location.
Auch Umzüge durch die Stadt sind nicht ungewöhnlich, Hauptsache viele Leute und noch viel mehr Krach. Genau so ein Unzug war gerade im Gange, als wir zurück zum Hotel gelaufen sind. Deshalb haben wir einen Zahn zugelegt, denn da in Trubel unterzugehen ist keine angenehme Vorstellung. Ich freue mich mittlerweile schon sehr auf die Ruhe in Deutschland und das bedenkenlos Verspeisen von mildem, hygienischem Essen.

Besuch in der heiligen Stadt Pushkar

Nach fünf Stunden Busfahrt über alle Arten von Straßen und mit 2-3 (sehr) angeschlagenen Mitreisenden, haben wir die heilige Stadt Pushkar erreicht.
Pushkar heißt auf deutsch “Blumenhand“. Das passt auch ganz gut, da es ein religiöses Ritual ist Blumen in den See zu legen.
In ganz Pushkar dürfen Frauen keine Schultern und Knie zeigen. Ist ja auch kein Problem, einfach die langen Hosen anziehen und einen abschwitzen in der Wüste. Männer hingegen dürfen sich kleiden, wie sie wollen. Für alle verboten ist fairerweise der Konsum von Fleisch und Alkohol. Was ich ja extrem frech finde ist die Tatsache, dass hier Polizisten und Restaurantbetreiber gemeinsam gegen die Touristen vorgehen, indem sie Alkohol im Restaurant anbieten. Wenn dann die Gäste ein alkoholisches Getränk bestellen, rufen die Betreiber die Polizei an. Diese verlangt dann ein Strafgeld von den Gästen und teilt dieses später mit den Restaurantbetreibern auf.
Je mehr man erfährt, desto unwohler fühlt man sich. Wem kann man überhaupt noch vertrauen?
In Pushkar gibt es einen heiligen See. Hier laufen den ganzen Tag religiöse Rituale ab, für die die Inder oft Blumen mit ins Wasser nehmen. Auf den Straßen bieten die Händler Blumen oder auch nur Blütenblätter für den Zweck an. Doch unser Reiseleiter hat uns ausdrücklich davor gewarnt etwas davon anzunehmen, denn anschließend würde man gezwungen das Ritual durchzuführen und anschließend eine horrende Summe dafür abzudrücken.
Fotos sind am See ebenfalls verboten. Voll die Spaßbremse, dieser Ort hier. Die Inder machen aber ganz selbstverständlich Fotos von uns Touristen ohne zu fragen, ob wir das erlauben.

Jojawar – Kamera verloren und gefunden

In Udaipur hat es uns gut gefallen. Dort leben nur eine halbe Million Menschen und deshalb ist der Verkehr viel entspannter. Allerdings geht es nun weiter ins ländliche Indien. Diesmal verschlägt es uns nach Jojawar. Nach vier Stunden Busfahrt kommen wir im Heritage Hotel an. Eine der schönsten Unterkünfte bisher.
Es gibt einen Pool, in dem wir unsere Füße abkühlen können. Zum kompletten Baden ist das Wasser dann doch zu kalt.

Am Nachmittag fahren wir mit zwei alten Chevrolets zu einem Vintage Zug. Die Autos sind enorm langsam, passen irgendwie gut zu dem Dorfleben, was einem nicht vorkommt wie im 21. Jahrhundert.
Der Zug ist ebenfalls sehr alt, außen braun, innen Holzklasse. Die Fenster haben keine Scheiben, sondern Gitterstäbe.
Der Plan war, dass wir uns unter die Inder mischen und eine Zugfahrt der anderen Art erleben. Die Inder sind nämlich sehr aufgeschlossen und interessiert uns gegenüber. Je nach Abteil werden haufenweise Fotos mit der Gruppe geschossen, Kinder herumgereicht oder Facebook-Daten angefragt.
Für mich war die Zugfahrt jedoch ein sehr schockierendes Erlebnis, da Benedikt beim Filmen mit meiner Actioncam der Fensterrollo auf die Hand gekracht ist. Vor lauter Schreck ist ihm dabei die Kamera aus der Hand gefallen und im Gebüsch gelandet. Und das vielleicht zwei Minuten nach der Abfahrt vom Startbahnhof.
All die Stunden Filmmaterial weg. Ich wusste gar nicht wie ich reagieren sollte, jedenfalls war mir die Laune schlagartig verdorben und ich hatte nicht mal mehr Lust Fotos zu machen.
Die Fahrer von den Oldtimern wurden informiert und haben sich daraufhin auf die Suche gemacht. Leider ohne Erfolg. Doch zum Glück hat unser Reiseleiter seinen Plan etwas angepasst und den Rundgang durch Jojawar auf den nächsten Tag verschoben, damit wir selbst noch mal nach der Kamera suchen können. Die ganze Gruppe war auch betroffen und hat sich freiwillig erklärt uns zu helfen. Kurz vor Sonnenuntergang haben unsere Fahrer die Kamera dann wie durch ein Wunder tatsächlich in einem der unzähligen Büsche gefunden. Sie geht sogar noch (nur ein Wiedergabeknopf ist eingedrückt und reagiert nicht mehr) und hat den Sturz komplett aufgenommen. Wir sind sooooooooo erleichtert, dass die 2 Stunden Filmmaterial nicht verloren sind und haben die Finder mit einem anständigen Trinkgeld glücklich gemacht. Für uns sind es nur 13€, aber für die scheint das sogar ein Wochenlohn gewesen zu sein (wie wir nachher erfahren haben). Jetzt sind wir alle glücklich und erleichtert! Die Speicherkarte ist ausgetauscht, so dass wenigstens die ersten zwei Wochen der Reise im Rucksack gesichert sind, falls noch mal was dummes passiert. Wobei ich die Kamera jetzt auch nicht mehr in fremde Hände geben möchte.  😉

Udaipur

Udaipur ist die Stadt der Seen. Hier gibt es neun künstlich angelegte, miteinander verbundene Seen.

Von unserem Hotel aus haben wir eine schöne Aussicht auf einen davon.
Das Zimmer ist jedoch nicht ganz so schön. Wie in Indien üblich, lässt die Sauberkeit zu wünschen übrig.

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Lake Palace Udaipur

Heute haben wir den City Palace besichtigt. Dort gibt es einen Bereich für Männer und einen separaten Bereich für Frauen.

Anschließend waren wir beim Monsoon Palace. Dieser ist oben auf dem höchsten Berg und von hier aus kann man die ganze Stadt überblicken. Leider ist die Sicht mit dem Smog nicht ganz so super.

Am Nachmittag haben wir ein paar Souvenirs gekauft. Hier gibt es sehr alte Postkarten, die mit kleinen, feinen Bildchen bemalt wurden. Die haben uns zugesagt.

Am Abend sind wir mit unserer Gruppe über den See gefahren. Auf dem Wasser ist es ebenfalls ruhig und stinkt nicht so sehr, wie in der Stadt selbst.

Leider hat meine Kamera ein Problem mit dem Reiseobjektiv und kann manchmal keine Fotos mehr machen. Ich befürchte es ist Dreck in die Linse gekommen, weil mit dem Fisheye funktioniert die Kamera noch. Immerhin ist der billigere Teil betroffen. Natürlich ist es ein äußerst schlechtes Timing so mitten während der Reise und noch vor dem Highlight Taj Mahal… aber auf der anderen Seite war es quasi abzusehen, dass der Dreck nicht nur in der Luft bleibt, sondern überall hinein kriecht. Ich versuche es noch mal mit einer Reinigung, aber irgendwie mache ich mir keine allzu großen Hoffnungen, dass ich den Schmutz alleine rauskriege.

Zu Abend gab es heute….. Überraschung: indisches Essen. so langsam ist mein Hunger auf indisches Essen zurück gegangen und ich freue mich auf weniger scharfes Essen und sauberes Geschirr 😉
Schön heute am Essen war jedoch die Buffetform. Es gab vegetarisches Thali, eine Mischung verschiedener Gerichte. Serviert wird es am Tisch, aber man kann so oft nachgereicht bekommen, bis der Bauch spannt. Das ganze dann auch noch für 200Rs pro Person. 1l Wasser im Restaurant hat hier sogar nur 20Rs gekostet (26Cent!). Dafür sah es sogar einigermaßen hygienisch aus. Lassen wir uns überraschen, was der Bauch dazu sagt.

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Thali

Ranakpur

Der erste lange Tag im Bus steht an. Von Jodhpur, der zweitgrößten Stadt Rajasthans, geht es nach Ranakpur. Unser erster Stop während der Fahrt ist gefühlt mitten im Nirgendwo bei einer Teppichweberei. Schwer zu glauben, dass sogar Prince Charles und Richard Gere schon dort waren und hier Teppiche gekauft haben. Dieser kleine Händler im ländlichen Indien hat schon mehr Promis getroffen als ich und dabei ist er im Leben noch nie weiter als in die nächste Stadt gekommen.
Wie überall zuvor, ist auch dies hier eine Verkaufsshow. Zu Beginn wird uns erklärt, wie die Teppiche gewebt werden und dass die Wolle aus Südindien, welche für die Teppiche verwendet wird, ausschließlich mit Naturfarben gefärbt wird. Der Masala Tee aus den kleinen, versifften Tässchen darf selbstverständlich nicht fehlen. Über die Hygiene darf man sich wirklich keine Gedanken machen. Nirgendwo sonst auf der Welt war es so dreckig, wie in Indien – zumindest in den 28 Ländern, die ich bisher besucht habe.
Nachdem wir über die Herstellung der Teppiche aufgeklärt sind, werden die fertigen Exemplare angeschleppt und vor uns verbreitet. Für einen kleinen Teppich brauchen die Leute etwa 1 Monat, je nachdem wie aufwändig das Muster ist. Die Kosten belaufen sich dann auf etwa 200 US$ inkl. Versand weltweit. Viel Geld für ein Souvenir, aber wenn man bedenkt, wie viel Handarbeit da reingeflossen ist, dann ist es wiederum sehr günstig.

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Teppichvorführung

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Verschiedene Designs

Anschließend setzen wir unsere Reise auf Landstraßen fort. Ständig sind Holperstreifen auf die Straße geteert und wir werden in einer Tour durchgeschaukelt. Des Weiteren kommen unglaublich viele Schlaglöcher, Kühe, andere Tiere und immer mal wieder andere Fahrzeuge dazu. Der Verkehr ist hier viel entspannter. Manchmal sind wir fast alleine auf der Straße.

Am Nachmittag besichtigen wir den Jain Tempel in Ranakpur.
Jain ist eine Religion in Indien, der ca. 12 Millionen Inder angehören. Auch wenn es nicht die größte Religionsgemeinschaft ist, hat sie doch einen gewissen Einfluss auf das Land. Selbst Mahatma Gandhis Handeln wurde vom Jainismus beeinflusst.
Der Tempel ist angenehm kühl und mit unheimlich vielen Verzierungen im Marmor bestückt.

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Jain Tempel

Am Abend übernachten wir in einem abgelegenen Hotel&Spa. Bisher das schönste der Reise! Und es ist für indische Verhältnisse wirklich sauber.
Wir sind fast die einzigen Gäste und der Reiseveranstalter hat Livemusik für uns organisiert. Kurz darauf tanzen wir alle zu indischer Musik ums Lagerfeuer und haben unseren Spaß (Video folgt, wenn ich wieder in DE bin).

30° und wir fahren Landstraßen im TATA Bus

Die Nacht in Ranakpur war erfrischend ruhig. Kein Hupen, kein Gestank. Wer hätte gedacht, dass das ländliche Indien so schön sein würde.
Die Unterkunft ist auch super sauber gewesen, da konnten wir endlich mal das Essen genießen!

Am Morgen haben wir einen geführten Spaziergang durch die Dörfer gemacht. Hier wohnen die Menschen wirklich ganz primitiv. Die Kinder waren sehr interessiert an uns, wenn auch anfangs noch schüchtern. Dann haben wir Fotos von ihnen gemacht und anschließend gezeigt, zack war das Interesse da. Alle wollten die Kamera halten und haben wild auf den Touchscreen eingehämmert.

Anschließend sind wir über kurvige, enge Landstraßen zum Kumbhalgarh Fort gefahren. Unser Busfahrer scheint das mit der Gangschaltung noch nicht so ganz gut trainiert zu haben. Wenn immer er bergauf zurück schalten musste, hat es mächtig geruckelt und so spät wie er das gemacht hat, ist auch jeglicher Schwung verschwunden. Einmal ging es auch wieder rückwärts runter, da hat er gar keinen Gang reingekriegt. Mit Reisekaugummi war es gerade so auszuhalten. In diesem Land muss man wirklich kerngesund sein und starke Nerven haben!

Im Fort sollten wir eigentlich eine Führung haben, aber der lokale Guide musste ins Krankenhaus, da seine Tochter mit dem Schulbus einen Unfall hatte (wen wundert das auch bei dem indischen Fahrstil). Gab dann also keine Führung und wir sind so durch die vielen Gänge und Wege geirrt.

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Fort

Weiter ging es mit einer zweiten anstrengenden Fahrt nach Udaipur. Hier bleiben wir mal zwei Nächte am Stück. Die Aussicht vom Hotel ist toll, man kann den ganzen See überblicken.

Jodhpur

Den heutigen Tag haben wir mit dem Besuch des Merangargh Fort verbracht. Hier haben früher die hinduistischen Herrscher (Maharadschas) gelebt und regiert. Mit einer Audiotour kann man das ganze Fort besichtigen und für 100Rs darf man sogar Fotos machen.

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Merangarh Fort

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Inder im Fort

Jodhpur ist bekannt als blaue Stadt, weil viele Häuser blau angemalt sind.
Blau wärmt sich in der Sonne nicht so auf und schreckt angeblich auch die Mücken ab.

Anschließend sind wir zum Space Market gegangen. Das war wieder eine Art Verkaufsshow: die Verkäuferin hat alle Gewürze erklärt und uns auf einen Tee eingeladen. Nachher sollte gekauft werden.

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Gewürzladen

Scheinbar werden auf den Märkten draußen die Gewürze sogar gefälscht: das Safran ist dort nämlich nur rot gefärbtes, zurechtgeschnittenes Zeitungspapier. Ob man echtes oder gefälschtes Safran hat, kann man herausfinden indem man es in Wasser gibt. Das echte Safran färbt Wasser gelb, die Fälschung verliert ihre Farbe und färbt das Wasser rot.

Den Nachmittag haben wir auf eigene Faust verbracht. Viel zu sehen gibt es sonst nicht… die ganzen Tücher und Kleidungsstücke, sowie der Schmuck fangen bereits an sich zu wiederholen.
Daher haben wir uns den Clock Tower angesehen. Für 30Rs Eintritt durften wir uns die Uhr von innen ansehen. Jede Stunde wird geläutet und das ist seit Generationen in der Hand von ein und derselben Familie. Die Mechanik scheint die gleiche zu sein, wie die im Big Ben in London.

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Clock Tower

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Jodhpur

Nachtzug nach Jodhpur

Von unserem Hotel in Delhi ging es mit dem Bus zur “Old Delhi Railway Station“. Für den Weg braucht man eigentlich nicht lange, doch da wir zur Feierabendzeit unterwegs waren, sind wir vollkommen im Verkehr stecken geblieben. Für knapp 2 Stunden ging sogut wie nix mehr und dann wurde auch Manu, unser Reiseleiter unruhig. Falls es nicht weitergeht, müssen wir aussteigen und uns zu Fuß durch den üblen Verkehr pressen. Doch dann geht es plötzlich wieder voran und wir können bis zum Bahnhof fahren.
Die Zeit reicht sogar noch für eine Pommes bei McDonald’s zum Mitnnehmen 🙂 das beste Essen seit langem, denn endlich brennt es uns mal nicht in der Schnute. Mit dem ganzen ultra scharfen Essen müssen wir sowieso aufpassen. Die deutschen Mägen sind das nicht gewöhnt. Zum ersten Mal überhaupt habe ich eine große Reiseapotheke dabei und bin sehr sehr dankbar dafür.

Der Zug sieht aus wie alle indischen Züge. Außen blau und es gibt offene Fenster in der Holzklasse. Wir fahren zum Glück in der Upper Class: ein klimatisierter Schlafwagen wartet auf uns. Ich würde sogar sagen, dass die Betten so ähnlich sind, wie in den europäischen Schlafwagen. Das Bettzeug ist mittelmäßig sauber, aber wenigstens frisch gewaschen.
Etwas ungemütlich sind die Abstände zwischen den Betten. Man kann hier nur liegen. Und schon wieder sind meine Füße zu lange und hängen raus. Jeder, der vorbeiläuft (und das ist schon nicht mehr zählbar, wie viele Leute nachts meinen durch den Zug gehen zu müssen), rempelt meine Füße an. Irgendwie komme ich aber dann doch zum schlafen. Vermutlich weil es permanent schaukelt.

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Schlafwagen im Zug

Nach 11 Stunden schaukeliger Fahrt erreichen wir Jodhpur am frühen Morgen.
Übrigens war das Zugklo gar nicht so furchtbar, wie ich befürchtet hatte. Es ist oben wie ein normales Klo, hat aber unten nur ein Loch und alles fällt direkt auf die Gleise. Ich denke das wird dann auch so eine einmalige Angelegenheit.

Streetkids in Delhi

Heute morgen haben wir uns die Salaam Balaak Trust Organisation angeguckt.
Hier werden ehemalige Straßenkinder untergebracht und versorgt.

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Street kids

Die Kinder sind sehr aufgeschlossen und trotz fehlender Englischkenntnisse haben sie mit uns gespielt und wollten unbedingt fotografiert werden.

Besser als auf der Straße ist es dort allemal. So bekommen sie ein bisschen Schulbildung und aus manchen Kids ist sogar was großes geworden.

Danach haben wir uns die Jama Moschee angesehen. Hier ist der Eintritt frei, aber wir mussten uns einen Umgang anziehen und pro Kamera 300Rs Fotogebühr bezahlen.

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Jama Mosjid

Anschließend sind wir durch den Gewürzmarkt geschlendert. Hier hat es wirklich extrem gerochen und sogar schon im Hals gekratzt.

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Gewürzmarkt

Also schnell wieder weg. Mit einer Rikscha ging es dann in Kolonne zurück zum Connaught Place.
Der arme Fahrer musste uns mit purer Muskelkraft fortbewegen. Da weiß man abends auch, was man getan hat…

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Rikscha

Nach einem anderen indischen Essen sind wir zurück zum Hotel gefahren, da wir pünktlich am Bahnhof sein müssen. Nachtzug nach Jodhpur. Das wird spannend.

Shopping und Hotelwechsel

Heute morgen sind wir zu den Märkten gefahren und haben uns dort neu eingekleidet. Von allen Seiten wurde uns gesagt, dass wir mit indischer Kleidung mehr Respekt erhalten und eher in Frieden herumlaufen können.
Außerdem sind die Sachen sowieso viel luftiger.

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Unsere neuen Sachen

Zu Mittag sind wir ins Revolving Restaurant Parikrama gegangen. Glücklicherweise früh genug (die Inder essen nämlich viel später als die Deutschen) und so mussten wir nicht in der Schlange stehen.
Oben auf einem 24 stöckigen Turm befindet sich das drehbare Restaurant. In 90 min schaft man eine Runde und kann sich die dunstige, verpestete Luft mit den potthässlichen Gebäuden in Ruhe ansehen.

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Connaught Place von oben

Am Nachmittag haben wir unser zentrales 5* Hotel gegen das Tour Hotel getauscht.
Sieht nicht ganz so toll aus, aber wir werden es schon überstehen. Besonders toll ist unsere Eimer-Dusche…

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Hoteldusche

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Hotelaussicht

Am Abend haben wir unsere Gruppe getroffen. Es sind insgesamt 15 Teilnehmer: 6 Kanadier, 3 Briten, 2 Schweizer, 1 Australier und 1 unbekannter, der noch anreist. Zum Kennenlernen sind wir abends zusammen Essen gegangen. Eine Teilnehmerin hat Geburtstag, also gab es Kuchen für alle.
Morgen früh geht es dann früh weiter.

Zweiter Tag in Delhi

Das Highlight des heutigen Tages war definitiv Humayun’s Tomb. Ähnlich wie das Taj Mahal ist es eine pompöse, antike Grabstätte. Hier sind wir eine Weile herumgelaufen und haben Fotos und Panoramen gemacht. Der Eintritt für Inder kostet 10Rs (0,13€), für Ausländer 250Rs (etwas über 3€). Das ist ganz oft so, dass Touristen mehr bezahlen müssen. Für uns ist das ja auch nicht teuer, aber komisch ist es trotzdem.

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Humayun's Tomb

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Gräber

Auf den Straßen laufen unheimlich viele Straßenhunde herum. Außerdem haben wir heute Kühe, Affen und Streifenhörnchen gesehen. Weiterhin ist es total auffällig, dass die Männer vorzugsweise auf die Straße spucken. Mal eben schnell auf der Straße die Autotür aufgemacht und eine Ladung auf den Boden gerotzt. Ekelhaft. Bei manchen Sehenswürdigkeiten gibt es deshalb auch schon Verbotsschilder, dass man dort nicht spucken darf.
Noch ein bisschen störender finde ich die vielen Männer, die sich an Mauern, Ecken und Straßenrändern (selbst auf Schnellstraßen) erleichtern.

Ein weiteres Merkmal ist die Stromverkabelung. Hauptsache chaotisch. Hier auf dem Foto hängen die Kabel im Baum…

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Stromkabel in Indien

Die Bäume sind auch wieder interessant. An vielen Straßen stehen links und rechts Bäume. Auch auf Parkplätzen sprießen sie querbeet aus dem Boden. Die vielen Autos müssen sich dann ebenfalls querbeet drum herum quetschen. Hier wäre ich ganz sicher niemals freiwillig Fahrer!Überhaupt ist die Parksituation schlimm. Es gibt keine Parkhäuser oder eingezeichneten Bereiche im Zentrum. Stattdessen wird sich in die winzigsten Lücken gequetscht. Zur Not auch in zweiter oder dritter Reihe. Wenn man nicht mehr rauskommt, ist stets ein Assistent zu Hilfe, der die störenden Autos zur Seite schiebt und einem Zeichen gibt, wie weit man noch fahren kann. Für den Job kriegt man pro Auto 10-20Rs (13-26cent).

Am Nachmittag habe ich dann meine erste indische Kokosnuss getrunken. Frisch aufgehackt vom Obstladen an der Straße. Lecker und gesund.

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Kokosnuss

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Obstladen an der Straße

Am Abend haben wir Noida besichtigt und dort in einem Kebab Buffet gegessen. Hier wurde das Essen serviert. Normalerweise holt man sich bei einem Buffet ja alles selbst.
Die Entdeckung war gegrillte Ananas. Allerdings müssen wir auch ein bisschen danach schauen, dass wir nicht zu scharf essen. In Deutschland sind wir das nämlich nicht gewöhnt und wir wollen unsere Mägen ja auch nicht überstrapazieren…

Morgen geht die geführte Tour los. Bis dahin irren wir dann noch als Einzelgänger durch die Gegend. Ich bin schon sehr gespannt, aus welchen Ländern die Teilnehmer dieses Mal kommen und hoffe auf eine schöne gemeinsame Reise, sowie die ein oder andere Freundschaft 😉 stay tuned, ich schreibe morgen bestimmt mehr dazu

Erster Tag in Delhi – Teil 2

Mittags haben wir uns im Hotel ausgeruht und die Eindrücke im Kopf sortiert. Weiter geht es mit dem Nachmittag. Zuerst sind wir zum Gate of India gefahren. Hier war allerdings sehr viel Polizeiaufkommen und massenweise Presse. Warum? Keine Ahnung.

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Gate of India

Als nächstes ging es zu Qutb Minar.
Nachmittags ist der Verkehr in der Innenstadt sehr dicht und auf einmal waren wir im Auto mit Straßenkindern umlagert, die uns Luftballons für 10Rs (0,13€) verkaufen wollten. Unglaublich penetrant und nachher waren alle Scheiben voller Datscher. Die Kinder gehören vermutlich alle zu einer Mafia, so wie es auch im Film Slumdog Millionär gezeigt wird.
Gerade noch rechtzeitig sind wir be Qutb Minar angekommen, denn um 17:30Uhr ist hier Schicht im Schacht.
Das Qutb Minar ist ein uralter Wachturm aus der indo-islamischen Zeit. Heute gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe.

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Qutb Minar

Zu Abend haben wir ein cooles Restaurant entdeckt. Von außen unscheinbar, doch nach ein paar Treppen weiter oben waren wir plötzlich auf einer Dachterrasse.. hier ist es schon warm genug, um selbst abends im T-Shirt draußen zu sitzen.
In dem Restaurant “anti social“ soll alles etwas anders sein. Neben den normalen Stühlen, kann man hier auch auf Krankenhausbetten sitzen und essen. Die Getränke kommen auch nicht zwangsläufig im Glas, sondern gerne auch mal im Einmachglas.
Einmal quer durch die Karte gegessen, ist der Bauch nun voll und wir sind so zufrieden, dass wir vielleicht sogar noch mal dorthin zurück kehren werden 😉

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Anti social, von vorne unscheinbar

Zum Nachtisch haben wir ein indisches Eis probiert (Kulfi). In Deutschland kennt man Kulfi nur mit Pistaziengeschmack, da dies die bekanntesten Sorte ist.
Deshalb haben wir uns eine andere Sorte ausgesucht.
Ich lag mit “Anaar“ noch ganz gut, doch Benedikt hat mit “Jamuun“ irgendwie eine merkwürdige Wahl getroffen. Hatte was von Rotkohl.

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Eissorten

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Anaar und Jamuun

Erster Tag in Delhi

Frühstück in Indien ist natürlich anders als zu Hause. Es gibt viel mehr warme Gerichte und fast gar kein Brot.
Dafür aber auch andere Säfte: frisch gepresster Wassermelonensaft von reifen Melonen schmeckt ziemlich lecker.
Probiert habe ich eher weniger von den warmen Gerichten.. lieber erst mal langsam an das Essen herantasten. Die paar Sachen waren schon mächtig scharf 😀 Außerdem gab es eine große Auswahl an Obst und fettigem Süßkram (ich dachte mit einem mini Donut kann man nix falsch machen, kann man aber doch: wer denkt, dass Donuts bei uns schon fettig sind, liegt völlig falsch. Hier der triefte nur so von Fett).

Unser Hotel befindet sich am Connaught Place. Das ist ein lebendiger Bereich in der Stadtmitte. Im Zentrum gibt es einen Kreisverkehr, der aus drei Ringen besteht. Im innersten Ring befindet sich ein Park. Die Inder nutzen ihn um ein bisschen Ruhe zu haben und setzen sich einfach so ins mehr oder weniger saubere Gras (Bänke gibts nicht). Wir haben viele Pärchen gesehen. Ob das Liebesleben hier in der Stadt wohl mittlerweile lockerer gesehen wird? Um in den Park zu gelangen, muss man ebenfalls durch eine Körper- und Gepäckkontrolle gehen.

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Central Park

Im mittleren und äußeren Kreis gibt es Geschäfte und ab dem späteren Vormittag auch viele Stände mit diversem Zeug.

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Geschäfte und Tuktuks im mittleren Kreis

Obwohl das ganze in der Nähe ist, haben wir uns ziemlich schwer getan dort hinzukommen. Ständig wird man angequatscht und kriegt Ratschläge von Indern, wo man hingehen soll.
Der erste meinte wir sollten eine bestimmte Gegend meiden, die wäre nicht sicher für uns. Der nächste war ein Apotheker, der noch ein paar Minuten Zeit hatte, bis der zur Arbeit muss. Daher hat er uns geholfen die Straße zu überqueren und zu einer Touristeninfo geführt, wo wir einen kostenlosen Stadtplan bekommen haben. Allerdings einen sehr groben. Daraufhin sind wir weiter umher geirrt und wurden prompt vom nächsten angequatscht. Dieser war Student und meinte er wollte nur englisch üben. Dank ihm haben wir ein anderes Reisebüro gefunden und dort einen kostenlosen und wirklich brauchbaren Plan bekommen. Uns wurde empfohlen die Basare zu besichtigen, also haben wir uns ein Tuktuk gegönnt und für 10Rupien hinfahren lassen. Unter einem Basar hatte ich mir zwar einen offenen Markt vorgestellt, aber irgendwie sind wir dann bei einem mehrstöckigen Haus angekommen. Hier gab es auch allerlei indisches Zeug zu kaufen (Schmuck, Teppiche, Dekoartikel, Bilder, Schuhe und Kleidung,…). Im Erdgeschoss wurden wir vom ersten Verkäufer in Empfang genommen und dann immer in eine weitere Abteilung weitergereicht. Zum Kaufen waren wir jedoch nicht in der Stimmung, also ging es mit dem Tuktuk wieder zurück.. die letzten Meter wollten wir zum Connaught Place laufen, hier hat uns dann Anil (ein weiterer Student) abgefangen. Mit ihm haben wir am meisten geredet. Er hat uns sogar Fotos von seiner Frau und Schwester gezeigt. Eigentlich wollte er um 14Uhr ins Kino, hatte aber vorher noch genügend Zeit, um sich um uns zu kümmern. Er hat uns dann aufgeklärt, dass hier gestern ein Hockey Spiel war (scheint neben Cricket wohl auch eine beliebte Sportart zu sein). Dann haben wir von ihm erfahren, dass keines der beiden Touristenbüros ein offizielles war, aber für die Karte fanden wir es auch nicht schlimm in ein Fake-Büro gegangen zu sein… Anil hat uns auch gezeigt, wie wir sicher die Straße überqueren können, nämlich indem wir gehen und die Hand zum ankommenden Auto ausstrecken, und uns davor gewarnt auf Ampeln zu vertrauen.

Fast alle Menschen, denen wir bisher begegnet sind, haben mich gefragt, ob ich Inderin bin und meinten, dass ich mir doch so ein indisches Outfit zulegen soll. Den Namen habe ich schon wieder vergessen, aber Saris waren es nicht, denn die wären eher was für alte Leute… sie meinten damit zeige ich Respekt, sähe so aus, als käme ich von hier und würde dementsprechend auch anders behandelt werden. Vielleicht käme ich ja so auch an die einheimischen Preise ran 😉

Ansonsten finde ich es schon ziemlich warm draußen. Im T-Shirt lässt es sich aushalten, aber lange Ärmel müssen nicht mehr sein. Weiterhin hupt es alle 2 Sekunden (den Verkehr verstehe ich noch nicht, aber ich habe schon gehört in Indien braucht man eine gute Hupe, gute Bremsen und viel Glück).

Von der Armut im Land haben wir bisher noch wenig mitgekriegt. Es waren schon viele Straßenhunde unterwegs (da bin ich gleich viel zufriedener über die zurück liegenden Tollwutimpfungen), aber auch kleine Kinder (ähnlich wie im Film Slumdog Millionär), die mit Kleinkindern auf der Straße betteln. Ich finde den Verkehr ja schon schlimm, aber dann werden da die winzigen Lebewesen in viel zu großen Flipflops heulend zwischen den Autos über die Straße gezerrt und werden von den älteren Kindern geschlagen, wenn sie nicht gehorsam sind. Ist dann irgendwie doch noch mal bisschen was anderes, ob man es im Film sieht oder einen Meter neben sich.
Viele, viele Eindrücke strömen auf einen ein und es wird sicher noch eine Weile dauern, bis wir uns eingewöhnt haben.

Ankunft in Indien

Nach einem entspannten Vormittag an und im Rooftop Pool in Dubai, haben wir Delhi am Abend erreicht.
Viel gibt es noch nicht zu berichten. Die ersten Eindrücke bestätigen jedoch schon so ein paar Dinge, die ich über das Land gehört habe.

Dazu gehört zum Beispiel, dass Inder Familien freundlich sind. Im Flugzeug saß eine Mutter mit ihrem Baby, der Papa konnte nicht in der Nähe sitzen. Neben ihr war ein älteres Paar. Obwohl wir nur drei Stunden zusammen im Flugzeug saßen, haben sie sich prächtig unterhalten und das Baby wurde weitergereicht. Die Mutter ist zwischendurch sogar mal weg gegangen und hat das Baby in denn Händen der Fremden gelassen. Zum Abschied gabs dann von den Fremden ein Küssen. Sowas hätte es unter den Deutschen sicher nicht gegeben.

Am Flughafen angekommen, kam uns der Geruch von Indien entgegen. Wie genau man diesen definieren kann, weiß ich noch nicht. Es riecht ähnlich wie in Marokko, etwas rauchig irgendwie.
Außerdem ist der Flughafen mit einem orange gemusterten Teppich ausgestattet. Modern sieht es nicht aus, aber irgendwie hatte ich es mir auch so vorgestellt.

Die Fahrt zum Hotel war spannend. Kaum aus dem Flughafen raus, standen Hunderte Fahrer vor der Tür und haben um Kundschaft geworben. Zum Glück dürfen die nicht schon ins Gebäude (da stehen Wachmänner rum und lassen einen nur mit Ticket rein).
Der Verkehr ist vergleichbar mit Bangkok, chaotisch und nix für mich. Es gibt beleuchtete und unbeleuchtete Autos, TukTuks, “Transporter“, Roller mit mehreren Fahrgästen ohne Helm, Fahrräder, Fußgänger, parkende Autos und Tiere auf der Straße. Die Liste wird sicher jeden Tag länger.
Wir haben es zumindest bequem und ohne Zwischenfälle zum Hotel geschafft.

Beim Eingang zum Hotel stehen wieder Sicherheitsleute herum. Bevor man zur Rezeption darf, werden Gepäck und Mensch wieder durchgeleuchtet (wie am Flughafen). So wird jedenfalls die Sicherheit innen erhöht. Ob das wirklich nötig ist, weiß ich nicht und hoffe es vor allem nicht.

Dank Zeitverschiebung ist es jetzt schon ziemlich spät.
Morgen gibt es sicher mehr zu berichten 😉

Dubai für Fortgeschrittene

Bei meinem letzten Aufenthalt in Dubai habe ich feststellen müssen, dass man mit der U-Bahn nicht überall hinkommt. Deshalb habe ich mich dieses Mal besser vorbereitet und mir im Vorfeld die Busverbindungen rausgesucht. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind übrigens ganz schön kompliziert hier. Mehr dazu später.
Unseren Tag haben wir mit dem Besuch der Mall of the Emirates begonnen. Diese liegt strategisch günstig auf dem Weg zu den Miracle Garden, da es von hier aus einen Shuttlebus gibt. Anschließend haben wir den riesigen Miracle Garden besichtigt. Heute hab ich auch gleich nachgefragt, ob Fotografieren erlaubt ist (nachdem das gestern mit Stativ wieder problematisch war). Unterwegs mit vier Kameras, verschiedenen Objektiven und hohen Ansprüchen an die Ergebnisse, haben wir bestimmt zwei Stunden fleißig die Runden gedreht und mächtig Fotos gemacht.

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Miracle Garden

Ganze Häuser, Autos, ein Zug und verschiedene Gebäude sind hier mit Pflanzen nachgestellt.

Am frühen Abend sind wir zum Strand gefahren. Jaa, dieses Mal habe ich fen Weg gefunden! Gerade noch passend zum Sonnenuntergang mit dem Burj al arab im Hintergrund 🙂
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Vor zwei Jahren habe ich schon mal versucht dort hinzukommen, aber damals hatte uns der Taxifahrer am falschen Ort abgesetzt und so wurde nichts aus meinem Plan.

Da heute schon unser letzter Tag in Dubai ist, durfte auch der Abstecher zu Dubai Marina nicht fehlen. Hier verläuft ein Meeresarm zwischen zwei Hochhaus Schluchten entlang und eignet sich hervorragend für Nachtaufnahmen mit sehr weitwinkligen Objektiven.

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Neben Aufnahmen vom Boden aus, wollten wir noch eine Schiffsrundfahrt mit einem antiken Boot machen. Den Namen hatten wir im Internet bereits rausgesucht, aber vor Ort die Anlegestelle zu finden war dann doch sehr kompliziert. Mindestens vier Mal haben wir nach dem Weg gefragt, bis wir nach einer Viertelstunde des strammen Marschierens herausgefunden haben, dass wir in die komplett falsche Richtung gelaufen sind. Unter Zeitdruck und mit mittlerweile sehr stark schmerzenden Füßen ging es dann wieder zurück. Um zwanzig nach Neun sind wir sogar am Anleger angekommen, nur stellte sich dann heraus, dass die Mindestteilnehmerzahl bei 4 Personen liegt. War allerdings sonst keiner da. Also sind wir dann enttäuscht zu Fuß weiter und haben wenigstens ein paar Fotos mit Stativ gemacht. Um 10Uhr haben wir erneut nachgefragt und es haben sich wirklich drei weitere Interessenten gefunden. So sind wir also mit fünf Fahrgästen ins Meer gestartet.

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Ausgestattet mit Rettungsweste und Getränk haben wir es uns auf den Sitzsäcken gemütlich gemacht (eine Wohltat für die Füße) und die Skyline von Dubai Marina, sowie die Palme vom Wasser aus bestaunt.

Und nun zum Problem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Abgesehen davon, dass ich es total komisch finde, mit einem Tagesticket entweder NUR Bus (ist übrigens ganz schlimm, weil man gar nicht weiß, wo man gerade ist, mangels Beschriftungen an den Haltestellen und Durchsagen im Bus selbst) oder NUR Bahn fahren zu können, sind die Betriebszeiten ein weiteres Thema… vorher habe ich mich versichert, dass der letzte Zug um 12Uhr fährt. Falsch interpretiert. Der letzte Zug kommt an seinem Zielbahnhof um 12Uhr an. Das heißt dann aber unter Umständen, dass ab 11Uhr keiner mehr kommt, weil er sonst ja zu spät ankäme. Wie gut, dass es Taxis gibt und die auch noch einigermaßen bezahlbar sind.

31244 Schritte in Dubai

Die Nacht im Flugzeug war kurz und nicht besonders erholsam (unsere Sitze wurden umgebucht, daher saß ich auf dem unbeliebten „B“-Platz zwischen zwei anderen Leuten). Schon leicht erschöpft sind wir also um 5:50h Ortszeit in Dubai angekommen. Am Flughafen war noch nicht viel Betrieb und so sind wir bereits vor 7Uhr im Hotel angekommen. Erstaunlicherweise hatten die sogar direkt ein Zimmer für uns – allerdings mit Twinbeds statt dem Queensizebett. War uns egal. Stellte sich dann aber heraus, dass die ganz schön kurz sind. Sogar bei mir baumeln die Zehen schon über der Matratze hervor und groß bin ich wirklich nicht. Naja für die zwei Nächte wirds gehen.

Um möglichst viel zu sehen, habe ich vor der Abreise schon alles durchgeplant, was wir in welcher Abfolge besichtigen. Los ging es mit der nahen Umgebung, den Souks in Deira (Märkte im alten Teil von Dubai).

Anschließend haben wir uns im Heritage House angesehen, wie die Leute hier leben und gelebt haben.

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Traditionelle Kleidung der Männer

Eine Führung gabs nicht, dafür aber das persönliche Gespräch mit den Angestellten. Nun weiß ich endlich, warum die Frauen hier schwarz und die Männer weiß tragen:
– jeder darf sich die Farbe selbst aussuchen (die Frauen werden nicht gezwungen sich so dunkel zu kleiden, aber es ist am undurchsichtigsten und kaschiert daher am besten, was sich darunter befindet)
– schwarz ist am billigsten (die Farbe)
– schwarz ist unempfindlich bei Flecken
– scheinbar wird es in den schwarzen Kleidern nicht mal wärmer, aber die Begründung hierzu fand ich dann doch nicht so überzeugend

Mittags haben wir die Dubai Mall besucht, Fotos bei den Fontänen gemacht und uns den ganzen Nachmittag die Füße platt getreten. Über 30.000 Schritte hat unser Handy gezählt, kein Wunder, dass wir jetzt so erschöpft sind.

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Dubai Fountains am Tag

Wie schon des Öfteren zuvor wurde ich auch hier beim Fotografieren vom Sicherheitspersonal gestört. Teilweise waren die Wege privat, teilweise kein Stativ erlaubt. Je größer die Ausrüstung, desto schwerer hat man es. Daheim wird sich zeigen, ob sich die Ausbeute (ohne Stativ) trotzdem noch ansehen lässt.

Letzte Reisevorbereitungen

Morgen ist es wieder so weit: die nächste Abenteuerreise steht vor der Tür. Neben dem kleinen Impfmarathon steht diesmal auch besonders guter Mückenschutz auf dem Plan. Gerade haben wir unsere Klamotten mit DEET-Mückenspray imprägniert. Das stinkt munter vor sich hin und trocknet die nächsten zwei Stunden. Bis dahin riecht vermutlich die ganze Wohnung auch nach dem Zeug.

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