Monatsarchiv: Juni 2016

Quebec – die europäischste Stadt Nordamerikas

Quebec macht einen wirklich hübschen Eindruck. Deutlich sehenswerter als Montréal. Die Entfernungen sind auch alle nicht so groß, dass wir wieder überall hin laufen können.

Den alten Hafen haben wir uns bereits bei der Ankunft angesehen, zufällig sogar passend zum Sonnenuntergang, der hier etwa eine halbe Stunde früher ist als in Toronto.

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Vieux Port Quebec

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Bahnhofsvorplatz Quebec

Um Geld zu sparen, haben wir uns eine Jugendherberge gebucht. Hochbett zum Selbstbeziehen. Plastikmatratze. Zweiter Stock, keine Klimaanlage. Könnte besser sein. Ich glaube so langsam komme ich aus dem Alter heraus, wo mir diese Standards ausreichen. Leider sieht der Rest der Reise nicht besser aus. Es gibt nur noch die Auswahl zwischen Jugendherberge in Kanada, Nachtbus, Jugendherberge in NY und Nachtflug.

Wenigstens sind die Temperaturen durch den Regen so stark gesunken, dass wir heute nicht schwitzen werden. Die ganze Reise über war es ultra heiß, womit wir nicht gerechnet hatten. Heute sinds nur noch 20° – das ist zum Sightseeing viel angenehmer.
Leider ist der ganze Tag sehr durchwachsen und wir werden mehrfach nass geregnet. Zwischendurch weht ein kalter Wind. Da sind wir froh über unsere Regenjacken!

Quebec City ist eine sehr alte Stadt. Ein Stadtteil namens Petit Champlain ist über 400 Jahre alt. Die Häuser sind klein und süß.

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Petit champlain

Ansonsten gibt es hier ein Schloss, das ebenfalls so in Europa stehen könnte.

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Chateau Frontenac

Die Altstadt ist komplett von einer Stadtmauer umgeben. Alles innerhalb der Mauern ist alt und hübsch. Ganz einfach sich hier zu orientieren. Alles ist wirklich sehr nah beieinander.
Wenn ihr auch eine Reise durch Kanadas Osten plant, macht einen Stop hier. Es ist offenbar die europäischste Stadt Nordamerikas.

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Süße Souvenirs

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Stadtbild irgendwo in der Altstadt

Eating Canada

Ich finde es äußerst interessant ein paar besondere Speisen aus jedem Land zu probieren. Wenn ich meine kanadischen Freundinnen gefragt habe, was es typisches zu Essen gibt, kam erst mal nicht allzu viel an Antworten.
Doch ich habe trotzdem ein paar Dinge zusammen gekriegt:

– das wohl typischste ist Ahornsirup. Ich habe ihn in einer ganz speziellen Form probiert: als maple taffy. In flüssiger Form wird Ahornsirup auf Eis gegossen. Dann kühlt er so stark ab, dass er fest genug wird, um ihn auf ein Stäbchen zu wickeln. Sollte schnell gegessen werden, sonst fängt es an zu schmelzen und die Hände kleben. Geschmacklich ist maply taffy wie Karamelsirup in halbfester Form würde ich sagen.
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– auch Poutine (Pommes mit Bratensoße und Käse) sind aus Kanada nicht wegzudenken

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Poutine

– Beavertails sind ein typischer Nachtisch. Hierzu wird Teig flach wie ein Bieber Schwanz ausgerollt und frittiert. Ja, das ist sehr fettig! Dann kann man sich eine von vielen verschiedenen Belägen aussuchen. Herkömmlich ist wohl einfach Zucker und Zimt. Ich hatte mich aber für einen Belag mit Ahornsirup entschieden, um auch diesen mal zu probieren.

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Beavertails

Nun kommen die weniger typischen Sachen, die mich aber persönlich interessiert hatten:

– Eis “Brou Ha Ha“. Der Name stammt aus den französischen Dramen des 16. Jahrhunderts. Damals war Brou ha ha wohl das, was der Teufel gerufen hat und somit ist der Begriff eigentlich mit einer negativen Aufregung verbunden. Beim Eis kann ich das jedoch nicht nachvollziehen. Vanilleeis mit Browniestückchen, Karamell und gerösteten Mandeln. Lecker!

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Eis Brou Ha Ha

– es ist sehr warm im kanadischen Sommer, deshalb kommt gleich noch mehr Eis. Eis gibt es nicht nur als Kugeln oder Softeis, sondern auch in Form von tausend kleinen Kügelchen. Preislich ist es auch echt egal. Alles ist echt teuer.

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Kügelchen als Eis

– Rambutan hat gar nichts mit Kanada zu tun. Die Frucht wächst eigentlich in Asien und ist in Deutschland eigentlich gar nicht zu finden. Ich bin schon seit ein paar Jahren auf der Suche danach und schließlich hier in einem chinesischen Supermarkt fündig geworden. Schmeckt fast wie Litschi, ist nur etwas größer und schwerer vom Kern abzulösen.

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Rambutan

Da ich bei der Reise auch besonders auf vegetarische und glutenfreie Speisen achten muss, ist mir aufgefallen, dass es hier deutlicher gekennzeichnet ist. Sogar auf Speisekarten in Restaurants steht alles markiert. Da kann sich Deutschland mal ein Scheibchen abschneiden.

Montréal – ein Stückchen Frankreich jenseits des Atlantiks

Kaum stehen wir in der Schlange zum Bus nach Montréal, werden wir nur noch auf französisch angesprochen. Im Gegensatz zum englischen Teil Kanadas, wo alle Schilder zweisprachig sind, hat man im französischen Teil alles nur auf französisch. Es ist jedoch nicht so schlimm, wie in Frankreich. Die meisten Menschen können dann doch ganz gut englisch sprechen.

Das Wetter ist immer noch super heiß und sonnig. Wir haben eigentlich gar keine Lust uns zu bewegen. Am angenehmsten ist es im Supermarkt, denn dieser ist stark klimatisiert.

Die Kanadierinnen aus Ottawa meinten Montréal sei eine sehr schöne Stadt. Was wir am ersten Tag gesehen haben, waren allerdings viele herunter gekommene Fabrikgebäude am Hafen, die einem jegliche Sicht versperrt hatten. Erst rund um Notre Dame herum wurde es dann langsam schöner, auch wenn ich mir unter einer “Altstadt“ irgendwie ein paar mehr Gebäude vorgestellt hatte. Ansonsten sieht man durchaus den europäischen Einfluss. Einige Gebäude könnten so auch in Frankreich stehen.

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Notre Dame in Montréal

In der Altstadt finden wir ein Eiskaffee, wo wir uns eine Abkühlung verschaffen wollen. Ich entscheide mich ausschließlich nach dem Aussehen, da mir die Namen alle nichts sagen. Mein Eis mit der Geschmacksrichtung “Brou Ha Ha“ hat seinen Namen aus französischen Dramen des 16. Jahrhunderts und war das, was der Teufel gerufen hat. Der Begriff steht für negative Aufregung, mein Eis schmeckt jedoch ziemlich lecker. Es enthält Vanilleeis als Basis und darin befinden sich ziemlich große Stückchen Brownies, Karamellfondant und geröstete Mandeln.

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Brou ha ha Eis

An unserem zweiten Tag in Montréal wird es Zeit die andere Richtung der Stadt zu erkunden. Tagesziel ist das St. Joseph Oratorium. Es liegt knapp 7km und einen Berg von unserem Hotel entfernt. Wir durchqueren einen riesigen Park und laufen eine gefühlte Ewigkeit. Durch den Regen am Morgen ist die Luft sehr schwül geworden. Sommer in Kanada ist definitiv anstrengend. Zumindest wenn man sich draußen aufhält.

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Oratorium

Auf dem Rückweg grasen wir noch die restlichen Sehenswürdigkeiten bzw. Plätze in der Innenstadt ab, die wir gestern nicht mehr geschafft haben. Leider wird gerade das Jazz Festival vorbereitet und an viele Stellen werden derzeit Bühnen und Zelte aufgebaut. Entsprechend kann man gerade nicht viel sehen. Unser Timing hätte durchaus besser sein können. Wir verpassen viele Festivals, verlassen Kanada einen Tag vor dem Nationalfeiertag und fliegen auch von den USA am Unabhängigkeitstag heim.

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Dekorierte Einkaufsstraße mit halb fertigen Buden

Zu Besuch in Ottawa

Von Toronto aus ging es mit dem Greyhound Bus weiter nach Ottawa, in die Hauptstadt Kanadas.
Hier hat uns Victoria, die ich bei der Marokkoreise letztes Jahr kennen gelernt habe, freundlicherweise überall herumgeführt und alles gezeigt.
Da im Moment einige Feste anstehen (Kanadas Nationalfeiertag ist am 1.7. und nächstes Jahr wird Kanada 150 Jahre alt), sind überall Bauarbeiten im Gange und viele Stellen sind abgesperrt. Das hat unser Sightseeingprogramm deutlich eingeengt, dafür hatten wir eine schöne Zeit mit Victoria (und ihren Arbeitskolleginnen).
Zusammen haben wir einen Escape Room erlebt. Dort wird man eingesperrt und muss im Team versuchen einen Weg heraus zu finden. Dazu hat man nur 45 Minuten Zeit und vor allem.bei englischen Rätseln war das gar nicht einfach. Wir haben es also leider nicht rechtzeitig geschafft, doch das Prinzip hat uns gut gefallen und wir werden versuchen das Spiel in Deutschland zu wiederholen.

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Rideau Canal in Ottawa

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Ottawa Parlament

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Chinatown in Ottawa

Außerdem haben wir viel verschiedenes, möglichst auch kanadisches Essen probiert.

Dazu gehört der Nachtisch Beavertales. Das ist ein frittierter, fettiger Fladen mit süßem Belag. Ziemlich mächtig.

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Beavertales

Außerdem habe ich nach etwa zweijähriger Suche eine Rambutan gefunden. Die Frucht wächst eigentlich in Asien, aber man kriegt sie auch in einem chinesischen Supermarkt in Ottawa. Geschmacklich ist sie sehr nah an Litschis.

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Rambutan

Sightseeing in Toronto

Nach unserem Kurztrip zu den Niagarafällen sind wir früh morgens wieder nach Toronto gefahren.

Höchste Zeit für unser Sightseeingprogramm. Zuerst besichtigen wir den CN Tower. Knapp 40$ Eintritt kostet der Spaß, man steht lange in der Schlange, hat keine 360° Aussicht (es sei denn man isst im Restaurant) und ziemlich überfüllt ist es ebenfalls. Von uns gibt’s für den Turm keine Weiterempfehlung.

Anschließend probieren wir Streetfood von einem der vielen Essensbuden am Straßenrand. Jetzt weiß ich endlich auch wie Poutine schmeckt (das sind Pommes mit Bratensoße und Käse). Nicht schlecht, aber sicherlich auch nicht sehr gesund.

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Poutine

Mein Highlight des Tages war auf jeden Fall die Fahrt zu Wards Island. Von dort aus hat man eine wunderschöne Sicht auf die Skyline von Toronto. Wie zwei alte Krüstchen haben wir uns frühzeitig die einzige Bank gesichert und in Jacken und Handtücher eingemummelt hingesetzt, bis es dunkel war.

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Skyline von Wards Island

Tag und Nacht bei den Niagara Fällen

Wenn man schon an der nordamerikanischen Ostküste unterwegs ist, dürfen die Niagara Fälle nicht fehlen.
Wer denkt, dass es hier um die Natur geht, liegt falsch.
Das Städtchen Niagara on the Lake ist zum Vergnügen von Klein und Groß ausgelegt. Es gibt Casinos und Attraktionen wie in einem Freizeitpark.. ich glaube die Stadt schläft nie.

Für uns sind jedoch die Wasserfälle interessanter. Einer liegt auf der US-amerikanischen Seite, der andere Wasserfall gehört zu Kanada. Entsprechend besichtigen wir alles nur von einer Seite, denn auf einen Grenzübergang und die damit verlorene Zeit haben wir keine Lust.
Es ist ohnehin schon knapp. Alle paar Meter meinen wir, dass sich der Blick geändert hat und machen Fotostops.
Für Abenteuerlustige gibt es auch die Möglichkeit eine Bootsfahrt zu den Fällen zu machen oder hinter die Wasserfälle zu laufen. Dabei wird man jedoch Patsch nass und sollte die Kamera am besten sicher eingepackt lassen. Wir entscheiden uns für die Aussicht von oben und fahren auf den Skylon Tower. Die Aufzüge sind verglast und auf dem Weg nach oben wird einem sehr schon ein bisschen mulmig. Ganz geheuer ist mir der Turm nicht und oben schwankt es auch ein bisschen.

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Horseshoe falls von oben

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Niagara Fälle mit Regenbogen

Besonders sehenswert sind die Niagara Fälle übrigens bei Nacht, denn mit Einbruch der Dunkelheit werden sie in verschiedenen Farben angestrahlt (zu bestimmten Anlässen, können die Farben variieren). Es ist schwierig zu fotografieren, da ständig Wasser zu uns rüber spritzt und sich auch auf der Linse absetzt.

Die Nordamerikareise beginnt in Toronto

Nachdem ich letztes Jahr die Westküste der USA bereist habe, hat es mich diesen Sommer an die Ostküste gezogen. Diesmal ist es jedoch eine Kombi aus Kanada und USA.
Gestern in aller Frühe ging es mit Air Canada über den Atlantik.

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Unser Air Canada Flieger

Der Service an Bord war ok. Aber von anderen Airlines bin ich auch schon mehr gewöhnt. Bei Emirates ist die Filmauswahl besser und die Toiletten haben dort auch weniger Regionalzugcharakter. Jessis Spezialessen, was wir extra vorhee telefonisch bestellt haben, hat leider nicht funktioniert. Zwar war es glutenfrei, aber dafür mit Fleisch. Schade, aber nicht zu ändern. Hauptsache wir sind heil angekommen.

Ganz anders als erwartet, ist es in Kanada viel sommerlicher als in Deutschland. Kaum aus dem Flieger raus war es mega heiß und drückend (irgendwas zwischen 30-37°C).
Da wir gerade aus kühlem Klima angereist sind, war das besonders anstrengend und so haben wir 30Minuten gebraucht um ein Busticket zu kaufen. Das System ist irgendwie nicht so logisch, die gewünschte Fahrkarte war am Flughafen nicht erhältlich, die Zielhaltestelle im Automat nicht bekannt, eine Auskunft nicht vorhanden und der Automat hat auch nur Kleingeld und keine Scheine angenommen. Naja wir haben dann schlussendlich doch eine Einzelfahrkarte gekauft und sind damit ohne größere Probleme zum Ziel gekommen.

Am Abend haben wir Lisa und Amanda getroffen, die ich bei der Indienrundreise kennengelernt habe. Was passt also besser, als gemeinsam indisch essen zu gehen? Hier ist es übrigens, ähnlich wie in Deutschland, nicht so scharf und schmeckt mir daher  deutlich besser.

Später ist noch ein Freund vorbeigekommen, der vor ein paar Jahren von Berlin ausgewandert ist. Der wollte die deutschen Gäste natürlich kennenlernen.
Das war der erste Tag, heute geht es weiter zu den Niagarafällen 🙂