Monatsarchiv: Juli 2016

Letzter Tag in New York

Für unseren letzten Tag in New York haben wir uns ein weniger anstrengendes Programm überlegt. Immerhin ist auch am 4.Juli der Unabhängigkeitstag in den USA und deshalb auch Ausnahmezustand. Ganz viele Menschen tragen Outfits mit der amerikanischen Flagge. Hier ist das eben eine ganz andere Sache mit dem Nationalstolz…

Wir fahren zuerst in die Bronx. Doch irgendwie ist uns der Stadtteil unheimlich und nach wenigen Fotos vom Yankee Stadium flüchten wir wieder zurück in eine bessere Gegend, die Upper East Side. 

Von hier aus geht es in den Central Park. Der ist ziemlich groß, doch wir schaffen es trotzdem etwa die Hälfte der Länge abzulaufen. Überall liegen die Sonnenhungrigen, immerhin ist ja auch Feiertag und gutes Wetter. Besonders witzig finde ich den Herren, der seine Katze ausführen möchte. Doch wie das mit Katzen so ist, klappt das nicht nach Plan. Das Tier bleibt stur auf einer schattigen Stelle sitzen und rührt sich keinen Zentimeter. Hier ist wohl die Frage wer mit wem.spazieren geht 😀

Am Nachmittag müssen wir dann zum Flughafen aufbrechen, die Subway fährt nur im Wochenendtakt, dad heißt weniger als sonst. Fast wären wir noch zu spät am Flughafen angekommen, weil unser Zug einfach gar nicht gekommen ist. Nach einer halben Stunde ohne Zug in unserem unerträglich heißen U-Bahn Schacht haben wir dann schlussendlich eine andere Verbindung ausprobiert. Zwar mit mehr Umsteigen, dafür sind die Züge wenigstens gekommen… die öffentliche Anbindung in NYC könnte durchaus besser sein, eine Anzeigetafel für die nächsten Züge wäre wünschenswert, genauso wie die Klimatisierung der Haltestellen. Ich bin froh, dass das in Deutschland einfacher ist. Nach etwa zwei Stunden haben wir dann auch den Flughafen erreicht. Damit ist der Urlaub vorbei und für uns geht es wieder zurück über den Atlantik nach Hause.

Immer noch New York und jetzt auch schmerzende Füße

Tag drei in New York. Die Füße tun richtig weh und die Nerven sind auch schon stark strapaziert.Vielleicht ist es immer so voll hier, vielleicht liegt es aber auch an dem kommenden Feiertag morgen (independence day), jedenfalls ist das nicht meine Welt. Ich habe schon aufgehört zu zählen, wie häufig ich angerempelt werde oder Leute “excuse me“ sagen und mal eben da lang gehen wollen wo ich gerade stehe. Auch von Kinderwagen wurden wir schon angefahren. Wahrscheinlich sollte ich in Zukunft einsamere Reiseziele aussuchen.

Nun aber zu unserem Sightseeingprogramm des Tages. Begonnen haben wir beim Highline Park. Hier fuhr früher ein Zug in etwas erhöhter Position durch die Stadt (ca. 20 Blocks). Heute sieht man nur noch stellenweise etwas von den Schienen, der Rest ist begrünt und könnte echt ein idyllisches Plätzchen in der Innenstadt sein. Wären da nicht ganz so viee Touristen, dass man rund um sich herum an anderen Menschen klebt (da ist nicht übertrieben!). Kurz gesagt die Idee ist richtig cool und wenn man eine ruhige Minute erwischt, ist es auch ganz sehenswert.

Highline Park

Highline Park

Anschließend waren wir in Greenwich Village, dem Stadtteil in dem Carrie aus Sex and the city wohnt. Das Haus haben wir nicht im Speziellen gesucht, aber die Treppenaufgänge waren doch alle sehr ähnlich 😉

Nach dem Mittagessen ging es dann zur Grand Central Station. Hier haben wir ein paar Fotos mit etwas längerer Belichtung gemacht und herum experimentiert, bis der Trubel um uns herum weniger wurde.

Grand central station

Grand central station

Über den trubeligen Times Square ging es dann weiter zum Flatiron Building. Das Haus heißt so, weil es vorne so spitzt zuläuft wie ein Bügeleisen. Sieht man allerdings nur von oben so wirklich gut. Deshalb sind wir dann auch noch aufs Empire state building gegangen, denn von hier hat man dann die entsprechende Aussicht. Wieder einmal hat sich unser New York Explorer Pass nicht gelohnt, denn bei Zahlung mit Kreditkarte wären wir schneller durch gekommen. Etwa eine Stunde hat es gedauert bis wir oben angekommen sind, davor standen wir nur in Schlangen (für die Eintrittskarte, zur Körperkontrolle, zum ersten Aufzug und zum zweiten Aufzug). Oben angekommen war dann auch alles überfüllt. Der ganze Rand der Plattform war permanent voll, die Touristen ziemlich rücksichtslos. Sitzmöglichkeiten waren nicht vorhanden und als wir dann versucht haben auf dem Boden sitzend den Sonnenuntergang abzuwarten, wurden wir informiert, dass das nicht erlaubt ist. Nur im Stehen (an einer breiten Stelle) darf man sich dort aufhalten. Die armen Füße! Mit Lästern über schräge oder sehr knappe Touristenoutfits und Schadenfreude (weil andere sich auch setzen wollten) haben wir die Zeit schließlich rumgekriegt und wurden mit einer schönen Himmelfarbe belohnt. Natürlich wollten das auch alle anderen Touristen sehen und der Kampf um dke Fotoplätze am Geländer ging los. Man kann es auch wirklich nur einen Kampf nennen. Die vorderste Reihe wird halb zerquetscht. Dahinter ist ein höllisches Gedränge. Längere Verschlusszeiten sind unmöglich, die Bilder gehen auf jeden Fall verwackelt.  Ansonsten hat man hier einen guten 360° Blick und eine relativ niedrige Mauer mit breit gelöchertem Zaun darüber, wo man selbst einr Spiegelreflexkamera durch stecken kann. Aus Fotosicht ist die Plattform zumindest gut. Beim Rockefeller Center war es schwieriger zum Fotografieren, dafür aber deutlich leerer und freundlicher ausgestatttet (zum Beispiel großzügige Sitzmöglichkeiten).

Aussichtsplattform auf dem Empire State Building

Aussichtsplattform auf dem Empire State Building

Nach über drei Stunden haben wir es dann auch geschafft und verlassen den Trubel wieder. Wir sind froh im Hostel zu sein, wo wir unser eigenes kleines Reich haben und hoffen, dass die Füße sich bis morgen wieder halbwegs erholen können, denn da steht ja auch noch viel Lauferei auf dem Programm.

New York von Manhattan nach Brooklyn

Kaum eine Stadt kennt man so gut aus Film und Fernsehen wie New York. Wir wollen uns so viele Sehenswürdigkeiten und Stadtteile ansehen, wie es unsere Kraft erlaubt.

Gleich am Morgen begeben wir uns zum Rockefeller Center. Wir haben vorab einen Explorer Pass gekauft und dort ist der Eintritt zur Aussichtsplattform Top of the Rock enthalten. Vorteil soll sein, dass wir nicht so lange am Ticketschalter warten müssen. Wenn jedoch zu viele Touristen den gleichen Pass haben und kaum einer noch Bar zahlen muss, ist die Voucher-Schlange natürlich am längsten. Während wir anstehen wird mächtig gedrängelt und meine Nerven sind stark strapaziert bevor wir überhaupt oben ankommen. Im Aufzug kann man durch die Decke nach oben gucken, das ist cool und ein bisschen gruselig zu gleich. Oben gibt es drei Etagen mit Aussichtsplattformen. Man kann rausgehen, doch dann ist da immer noch ein hohes Geländer aus Glas im Weg. Kleine Kameras kann mam durch die Spalten zwischen den Platten halten und somit Fotos ohne Reflexionen machen. Meine Linse mit ihren 77mm passt jedoch gerade nicht mehr. Nur auf der obersten Plattform gibt es diese Scheiben nicht und von hier aus kann ich mich auch austoben. Ich war ja nun schon auf vielen Türmen und Hochhäusern oben drauf und jede Stadt hat so ihr ganz eigenes Bild. In NYC fällt auf, dass die ganze Stadt quasi nur aus Hochhäusern besteht. Sonst gibt es immer mal ein paar, aber hier hören sie erst oberhalb vom Central Park so langsam auf.

Aussicht von Top of the Rock

Aussicht von Top of the Rock

Anschließend schauen wir bei Macy’s vorbei. Das ist so das bekannteste Geschäft in New York. Dort kriegt man irgendwie alles, ähnlich wie ein gigantisches Karstadt. Als Tourist kriegen wir einen 10% Gutschein und regulär ist hier wohl bereits Sommerschlussverkauf. So werden wir doch tatsächlich beide fündig und sammeln uns bis zu 50% Rabatt zusammen. Die Schnäppchenjagd geht aber noch weiter. An der Straße kriegen wir einen Gutschein für ein atmungsaktives Top. Das holen wir uns im Nachbarladen gleich ab und fahren zurück zum Hostel.

Da das mit dem Essen ja immer ein bisschen schwierig ist, wollen wir in Chinatown unser Glück probieren. Kaum angekommen sind alle Zeichen nur noch in chinesisch. Sehr authentisch, doch es macht die Sache für uns nicht einfacher. Wir testen also ein vietnamesisches Restaurant, weil dessen Karte auch ins englische übersetzt ist. Das Essen schmeckt gut und ist günstiger als an den touristischen Orten.

Von hier aus machen wir uns pappsatt auf den Weg nach Brooklyn. Wenigstens einmal wollen wir selbst über die Brücke laufen. Leider denken sich das auch alle anderen Touristen. Zusammen mit Brückenbauarbeiten und genervte Fahrradfahrern wird die Überquerung eher anstrengend als schön. 

Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge

Erst im Dumbo entspannt sich die Lage wieder. Hier will ich unbedingt Nachtfotos machen. Mit dem Gedanken bin ich nicht alleine und ruck zuck steht alles voll. Neben mir ist ein weiterer Fotograf mit Stativ und wir kommen ins Gespräch. Er wohnt in der Bronx, also am anderen Ende der Stadt und kommt öfter mal nach Brooklyn zum Fotografieren. Zuletzt zeigt er mir noch seinen Lieblingsplatz für Nachtfotos. Es wird ziemlich spät, bis ich mich von Brookyn lösen kann. Dem Gefühl nach hätte ich die ganze Nacht weiter fotografieren können, aber ich bin ja nicht alleine unterwegs und möchte auch niemanden überstrapazieren… 

Skyline von Manhattan, aufgenommen in Brooklyn

Skyline von Manhattan, aufgenommen in Brooklyn

Zu aller letzt machen wir noch einen Stop am Times Square. Hier ist es aufgrund der Reklame fast taghell und auch noch rappelvoll. Wir machen ein, zwei Fotos und verziehen uns wieder aus dem Trubel. Die nächsten Tage werden wohl genauso voll gepackt und die Stadt nicht viel leerer sein, zumal dann die New Yorker selbst wahrscheinlich auch frei haben (Sonntag und Feiertag).

Im Reisebus von Kanada nach New York

Wir waren so verrückt und wollten möglichst billig reisen. Deshalb haben wir uns für die Fahrt von Quebec nach New York im Reisebus entschieden. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, haben wir den Spaß auch noch auf nachts verlegt.

Eine Direktverbindung existiert nicht. Nicht mal beim gleichen Busunternehmen konnten wir die Fahrt buchen. Also haben wir den Orleans Express nach Montreal gebucht und dort sollte es zweieinhalb Stunden später mit Greyhound weitergehen. Die Aufenthaltszeit in Montreal war für unser Abendessen geplant. Leider hatte dann der erste Bus eine Verspätung von gut 75Minuten. Dann musste ich mich noch für ein Märkchen für die Schließfächer in der ewig langen Ticketschlange anstellen. Bis unser Gepäck verstaut war und wir losgehen konnten, hatten wir schon nur noch 45Minuten übrig. Im Eiltempo und ziemlich getresst ging es dann in den Supermarkt. Eigentlich wollten wir in Ruhe essen gehen und das letzte Geld ausgeben. Dafür hat halt die Zeit nicht mehr gereicht. Also gab es dann abgepacktes Supermarktessen to go. Neuer Plan: am Bus Bahn essen, doch kaum sind wir dort angekommen, geht schon das Boarding für unseren Bus los. Um 21 Uhr sitzen wir endlich im Bus und kriegen Essen in de Magen. Dann geht es los zur US Grenze. Da müssen alle Passagiere aus dem Bus und das Einreiseprozedere über sich ergehen lassen. Auf dem Landweg kostet das scheinbar zusätzlich 6$ Bearbeitungsgebühr p.P. und eine Menge Zeit. Nachdem wir unsere Fingerabdrücke hergegeben haben, die Augen eingescannt sind und das Gepäck durchsucht ist, fahren wir weiter nach Albany. Dort werden wir nachts um 2Uhr aus dem Bus geekelt, weil dieser betankt wird. Als wir schon eine Stunde später müde wieder einsteigen, geht das Licht nicht mehr und die Lüftung hat ebenfalls den Geist aufgegeben. Wir können keinen alternativen Bus kriegen, also fahren wir so weiter. Gegen 5Uhr erreichen wir New York Cit unbeschadet, aber stinkend und ziemlich erschöpft. Super, dann kann der Tag losgehen. (Tipp für euch: hier hätte es sich bestimmt gelohnt stattdessen mehr Geld auszugeben und schnell rüberzufliegen).

Im Gegensatz zu Kanada ist das Subway System in NYC ziemlich einfach. Es gibt einen Ticketschalter, dort kaufen wir eine Wochenkarte und nun können wir fahren, bis zum Abwinken. Logisch und effizientes System. Damit kommen wir zurecht.

Viel zu früh sind wir im Hostel. Immerhin können wir für 2$ pro Gepäckstück den unnötigen Ballast loswerden und gönnen uns ein Frühstück in aller Ruhe. Allerdings müssen wir bis 7Uhr warten, früher macht hier wohl nix auf… Dafür finden wir immerhin etwas passendes für beide 😉

Da wir nicht ganz so leistungsfähig und zudem auch ziemlich früh sind, fahren wir erst runter zum Hafen. Dort kann man kostenfrei mit der Staten Island Ferry fahren. Von unterwegs hat man freie Sicht auf die Freiheitsstaue und Ellis Island. Damit wäre schon der erste Punkt unserer Liste abgehakt.

Statue of liberty

Statue of liberty

Als nächstes gucken wir uns Ground Zero an. Das Wetter ist nämlich nicht allzu sonnig heute und da passen Indoor-Aktivitäten ganz gut. Wir haben uns einen PASS gekauft, mit dem wir Eintritt zu drei Aktivitäten erhalten. Eine davon ist das 9/11 Tribute Centre. Hier wird man von Angehörigen der Opfer geführt und erfährt eine ganz persönliche Sicht der Anschläge. Unser Guide hat damals seinen Sohn verloren. Dieser hatte in den obersten Stockwerken des Nordturms gearbeitet und somit keine Chance zu entkommen. Was ich gar nicht wusste: es gab bereits 1993 erste Anschläge auf das World Trade Centre. Damals ist etwas in der Tiefgarage explodiert. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung, der Rauch ist in die Lüftungsanlage gelangt und die Türme musste evakuiert werden. Die Evakuierung hat viel zu lange gedauert. Daraufhin hat man die Notausgänge besser beleuchtet und vor allem regelmäßig Feuerübungen durchgeführt. Somit konnte die Zeit deutlich verbessert werden und das hat vermutlich 2001 auch vielen Menschen das Leben gerettet. Trotzdem mussten noch etwa 3000 Menschen sterben. Deren Namen stehen alle auf verschiedenen Gedenktafeln. An den Stellen, wo früher die Zwillibgstürme standen, sind jetzt riesige Brunnen errichtet worden. Offenbar steht das Wasser, was oben aus den einzelnen Drüsen ausströmt für all die Opfer. Später fließt das Wasser zu einer Masse zusammen und verschwindet in einem tiefen Loch, dessen Ende man von keiner Stelle aus sehe kann. Besonders ergreifend fand ich die Ausstellung in dem Tribute Centre. Hier sieht man Fotos, Filmaufnahmen, Tonaufnahmen der Feuerwehrleute, Bilder der Opfer und vor allem berichten Überlebende von Ihrem Erlebten. Der Eine wurde fast vom Flugzeug getroffen, doch im letzten Moment ist dieses noch abgedreht und so hat nur der Flügel noch sein Büro erwischt. Das muss ein sehr prägendes und schwer zu verarbeitendes Erlebnis sein. Richtig gruselig wird es dann, wenn man sich die Exponate anschaut. Hier ist ein Original Flugzeugfenster ausestellr, Metallteile, Überreste von Geenständen aus den Türmen. Mich hat das Ganze schon so mitgenommen, ich weiß gar nicht, wie die Leute es dann im Museum aushalten, wo die größeren Fundstücke ausgestellt sind und man auch noch Original Telefonate aus dem Turm mit Angehörigen vorgespielt kriegt.

Das neue WTC

Das neue WTC