Monatsarchiv: November 2016

Letzter Tag in Island

Nach der stürmischen Nacht hat sich das Wetter wieder etwas beruhigt. Wir können wieder mit unserem Bus zum Frühstück fahren. Dort erfahren wir von der Hotelbesitzerin, dass es seit fünf Jahren nicht mehr so windig war wie diese Nacht. Da hatten wir aber Glück, dass wir dieses Erlebnis auch noch mitnehmen durften…

Dany, unser Fahrer, hat verschlafen und so geht es schon zwei Stunden nach dem Zeitplan am Vormittag los. Wir sind nicht böse, denn so langsam aber sicher geht uns die Energie aus. 

Wir fahren an den Strand in Vík. Dieses Mal gebe ich mir viel Mühe nicht nass zu werden und siehe da, ich habe nur eine Ladung Steinchen im Schuh. Ein Fortschritt.

Fotostop in Vik

Fotostop in Vik

Danach geht es weiter. Wir fahren wieder zurück zum Seljalandsfoss. Bei dem Wasserfall waren wir vor ein paar Tagen schon einmal. Heute ist er aber nicht wiederzuerkennen. Es ist viel kälter als letztes Mal und der Berg drum herum ist zugefroren. Alle Wege sind zugefroren und mega rutschig. Hinzu kommt der immer noch starke Wind, wir geben schnell auf. 

Seljalandsfoss zugefroren

Seljalandsfoss zugefroren

Unser Tagesziel ist Reykjavik. Hier waren wir noch gar nicht, denn der Flughafen befindet sich im 40 Minuten entfernen Keflavik. Viel Zeit haben wir nicht für die Hauptstadt Islands. Nicht so schlimm, denn es ging uns allen ja hauptsächlich um Landschaftsfotos und da sind definitiv ein paar tolle Fotos bei rumgekommen. Nach einem ausgefallenen Burger in der Hamburger Fabrik geht es zum Hotel. Dort steigt noch eine Abschiedsfeier auf dem Zimmer, bevor es uns wieder in der Welt verstreut.

Island ist definitiv ein schönes Land. Das Wetter ist sehr wechselhaft und unberechenbar. Aber wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann man sich kaum satt sehen. Die Landschaft ist sehr karg und von den Vulkanen geprägt. Es gibt fast keine Bäume hier, nur Steine, Gräser und Eis. In manchen Abschnitten kann man wirklich lange fahren ohne ein einziges Haus zu sehen. Da heißt es immer vorsorglich zu tanken und genügend Essen dabei zu haben. In Höfn, wo wir die letzten drei Tage waren, gibt es nicht mal einen Supermarkt. Wir waren also komplett auf das Hotelrestaurant angewiesen,in dem es nur Fisch, Lamm, Fleischbällchen und ein vegetarisches Gericht gab. Wenig Auswahl und schnell hat man sich satt gegessen. Generell gibt es offenbar nicht sehr viel Varianten im Essen. Hauptsächlich Fastfood oder Fisch. Und das zu extrem hohen Preisen. Für Fastfood zahlt man schon mal 20€, für Fisch 35€, für Hummer 45€ pro Teller. Chips und andere Snacks liegen so bei 6€. Wenn möglich bringt man sich also am besten so viele Vorräte von zu Hause mit, wie nur möglich. Ich denke die Chancen stehen ganz gut, dass ich wieder zurück komme. Vielleicht im Sommer, da sind dir Tage länger 🙂

Island wird immer besser

Nach unserem ersten sonnigen Tag sind wir abends um 22Uhr wieder zurück nach Stokksnes gefahren. Eigentlich wollten wir dort die Nordlichter fotografieren, aber schon unterwegs haben wir sie vom Bus aus entdeckt. Logischerweise haben wir dann auch gestoppt und schnell ein paar Aufnahmen gemacht. Diesmal war der Himmel weniger bewölkt und man konnte die Tänze besser sehen 😉

In Stokksnes selbst war dann allerdings kein Licht mehr am Himmel. Stundenlang haben wir in Eiswasser gestanden und auf das perfekte Bild gewartet. Das einzige was wir erhalten haben ist ein Nachtpanorama. Kann man sich auch nicht beklagen.

Nachtpanorama in Stokksnes (Foto von Dany Eid)

Nachtpanorama in Stokksnes (Foto von Dany Eid)

Irgendwann mitten in de Nacht fahren wir wieder zurück. Bei so langen Aktivitäten und so wenig Schlaf fühlt sich der Urlaub länger an als er eigentlich ist. Wir sind mittlerweile alle erschöpft. Vier Stunden Schlaf pro Nacht sind eben nicht genug auf Dauer.

Um 8 Uhr sitzen wir wieder am Frühstückstisch. Heute haben wir genug Zeit zum Essen, dann geht es noch mal an den Diamond beach. Wir wollen den Sonnenaufgang fotografieren, aber wie immer sehen wir die Sonne nicht. Immerhin ist ein Teil vom Himmel bunt gefärbt.

Gleich bei den ersten Aufnahmen übertreiben wir es mal wieder und werden von einer zu hohen Welle erfasst. Gummistiefel voller Eiswasser. Sau kalt, aber über mehrere Stunden kann man es über die Körpertemperatur etwas erwärmen. Ich habe es getestet. Unfreiwillig. Egal, ich bin zufrieden mit den Fotos am Strand und freue mich schon auf die Ergebnisse.

Am Nachmittag schlägt das Wetter plötzlich um. Es schneit. Dann zieht ein krasser Sturm auf. Die Windböen haben eine Geschwindigkeit von über 162km/h. Wir müssen die Autos umparken, damit sie nicht weggedrückt werden. Das Hotelpersonal will nicht verantworten, dass wir mit unserem großen VW Bus fahren, sondern bietet einen Shuttle zum Hotelrestaurant an. Es ist sicherer in kleinen Autos, da der Wind weniger Angriffsfläche hat. Aber alleine schon der Weg ins Auto ist schwierig, ich fliege fast weg. Vidal wird beim Einsteigen von der Autotür gehauen und seine Mütze fliegt weg. Die Straßen sind gesperrt und wir haben endlich einen “ruhigen“ Abend. Dann fällt der Strom aus. Diese Reise wird immer abenteuerlicher!

Diamond beach (Foto von Dany Eid)

Diamond beach (Foto von Dany Eid) 

Herbst, Sonne, Meer und Eis in Island

Zum ersten Mal seit der Ankunft in Island scheint die Sonne richtig lange. Es ist den ganzen Tag trocken und fühlt sich gleich viel wärmer an, als die Tage zuvor.

Nach einer langen Nacht des Postprocessings und wenig Schlaf starten wir früh morgens mit einem gehetzten Frühstück. Wie meistens ist die Planung nicht so wirklich ausgereift und im Endeffekt muss das Brot dann sogar im Bus fertig gegessen werden. Absolut nicht lustig, denn für ein richtiges Frühstück wäre ich gerne auch eher aufgestanden. Hätte ich es bloß gewusst…

Dann geht es in das eineinhalb Stunden entfernte Stokksnes. Hier verbringen wir den ganzen Morgen am Strand und in den Dünen. Zum ersten Mal gefallen mir sogar schon die RAW Dateien. Heute habe ich versucht mich an Shadi zu orientieren, weil ich ziemlich beeindruckt bin von seinen Fotos. Eigentlich noch mehr als von den anderen beiden, zumindest was Landschaftsfotos angeht. Der Plan erschien mir so lange gut, bis ich deshalb von einer Welle überrascht wurde. Auf einmal stand die halbe Anna im Wasser. Da bringt auch kein Goretexschuh was. Füße nass, Schuhe nass, 3 Hosen nass. Erstaunlicherweise ging die Temperatur sogar noch. Oder ich habe in dem Schockmoment nicht gemerkt, wie kalt das Wasser wirklich ist. Wenigstens das Wellenfoto ist was geworden. 

Strand mit Sonne in Island

Strand mit Sonne in Island

Aber ich bin nicht alleine. Mindestens 5 von uns haben das gleiche Problem. Mein Glück, denn so fahren wir erst zum Hotel zurück, bevor wir zum nächsten Ort weiterfahren. Es bleibt eine Stunde Zeit, zum Umziehen und Schuhe trocken föhnen. Der Hotelföhn findet das nicht so lustig und gibt den Geist auf. Dann organisiert Nathaly eine portable Heizung und ich föhne mit meinem eigenen Föhn weiter. Am Ende fühlen sich die Schuhe halbwegs trocken an.

Ein riesiger Jeep wartet auf uns und wir holpern 45min lang über Eis ud Geröll. Jeder bekommt Spikes für die Schuhe und einen Helm, dann geht es zu Fuß weiter. Irgendwie dachte ich die Eishöhle wäre dann auch nur für uns reserviert, aber nix da. Es wimmeln etliche Menschen umher und zerstören jegliche Versuche von Belichtungsreihen. Trotzdem cool da drinnen. Cool im doppelten Sinne. Denn so wirklich trocken scheinen die Schuhe dann doch noch nicht zu sein und die Füße passen sich der Untergrundtemperatur an. Wie immer kann Dany sich nicht an die vorgegebenen 20min halten und handelt noch eine ordentliche Verlängerung aus. Wenigstens verschwinden die anderen Touristen und es ist dann einfacher für uns.

Es ist schon dunkel, wenn wir zurückfahren und wir hatten noch keine Gelegenheit für einerichtige Mahlzeit. Ich finde, alle die sagen, dass das Reisen mit miz anstrengend ist, sollten ihre Aussage noch mal überdenken. Es geht definitiv schlimmer!

Ein Tag voller Ereignisse in Island

Der Tag fing schon schlecht an: unsere Problemtür vom VW Bus ging am Morgen gar nicht mehr auf. Also konnten wir nicht einsteigen. Vidal ist dann von vorne in das Auto geklettert und hat die Tür irgendwie von innen aufgekriegt. Dabei ist er aber auf Danys Handy getreten und hat es kaputt gemacht. Wir schlimm, weiß ich nicht, es funktioniert noch, aber daraufhin haben sich die beiden gar nicht meht leiden können. Schon die letzten Tage lief es nicht harmonisch zwischen den beiden. Daraufhin hat Vidal das Fahrzeug gewechselt und fährt jetzt bei den Arabern mit. 

Dann ging es endlich los. Wir fahren Richtung Gletscher im Süden Islands. Auf einmal ist die Landschaft weiß. Dann bemerken wir, dass die Straße glatt ist. Ganz klasse. Obwohl die Winterreifen kleine Spikes im Profil haben, kommen wir eine Straße nicht hoch und müssen langsam rückwärts runterrutschen, um dem entgegen schlitternden Allradjeep der XXL Klasse (wirklich so ein monströses Fahrzeug habe ich bisher nie bis selten gesehen) Platz zumachen. Irgendein Ziel können wir also nicht erreichen, was wir genau verpasst haben weiß ich allerdings nicht. Schließlich wird es uns ja nie erzählt was wir vorhaben.

Also geht es zu einem Berg mit Pfütze davor. Wir steigen aus, bauen das Stativ auf, machen ein Foto und zack ist der Berg in einer Wolke. Dann schneit es wie wild. Hat sich eigentlich nicht mal gelohnt auszusteigen. Aber es kommt noch besser: das Auto hat sich festgefahren. Und hier ist das arabische Frauenbild, was wir in der Gruppe schon zu spüren bekommen, endlich mal von Vorteil. Frauen machen nämlich keine Drecksarbeit, also schieben die Männer ganz alleine am Auto, bis es sich wieder aus eigener Kraft fortbewegen kann.

Auto schieben

Dann geht es weiter zu den Gletschern mit der Lagune. Hier ist es warm genug. Die Straßen sind wieder nass, nicht mehr vereist. Aber es regnet auch. Der Fotoapparat bleibt also gleich eingepackt. Wir kaufen Brötchen zum Mittagessen und fahren zu unserem Hotel. Hier wird wieder fleißig Wurstebrot verspeist. Die Dimensionen sind etwas anders, als ich es gewöhnt bin. Wir haben gefühlt schon ein halbes Schwein an Salami gefuttert.

Auf einmal kommt die Sonne raus. Zum ersten Mal in Island! Wir wollen Hals über Kopf zurück zum Strand mit den Eisbrocken vom Gletscher fahren, aber die Scheiß Tür klemmt wieder fest. Erneut ist eine Kletterstunde nötig. Diesmal aber jemand anders. 

Blick aus dem Hotelzimmer bei Sonne

Blick aus dem Hotelzimmer bei Sonne

Wir fangen an zu fotografieren. Das Meer is sehr wild und jeder von uns wird mindestens einmal von einer Welle erwischt. Bei den meisten ist das kein Problem, wir sind ja rundum wasserfest gekleidet. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Wanderschuhen, denn sie sind 100% wasserdicht. Heute noch mal ganz aktuell mit Eiswasser getestet. Zwei Mal werden wir von einem Hagelschauer unterbrochen.

Strand mit Gletschereis

Strand mit Gletschereis

Der Strand gefällt mir so gut, dass ich die Zeit vergesse und das Gefühl habe nicht fertig geworden zu sein. Hoffentlich kommen wir morgen wieder zurück. Heute mussten wir so schnell fahren, weil einer der Teilnehmer ins Wasser gefallen ist und sich dabei seinen Arm verletzt hat. Ob er gebrochen ist, steht noch nicht fest. Jedenfalls war er dann sehr nass und kalt. Damit ist nicht zu spaßen. 

Ausflug zum Flugzeugwrack im Süden Islands

Nach einer erneut sehr kurzen Nacht mit Unterbrechung des Feueralarms ging es wieder früh los. Zum Sonnenaufgang ohne Sonne. Mit dem Wetter haben wir nicht wirklich viel Glück. Wenigstens regnet es nur zeitweise und wir können ein paar Fotos von einem weiteren Wasserfall machen. Heute wurde auch die Drohne für Gruppenfotos verwendet, ich bin gespannt wie die Ergebnisse aussehen. Das ergibt bestimmt einen tollen Film am Ende des Workshops…

Nach dem Shooting am Wasserfall geht es zurück zum Hotel. Wir checken aus und da es bis zum nächsten Hotel nicht weit ist, sind wir zu früh um dort einzuchecken. Also ist der ursprüngliche Plan einen zweistündigen Ausflug zu machen. Die halbe Gruppe nimmt die 8km Wanderung zum Flugzeugwrack auf sich, die Araber bevorzugen einen anderen Standort am Meer, ohne größere Wanderung.

Flugzeugwrack

Flugzeugwrack

Der Weg zum Flugzeugwrack führt durch eine Mondlandschaft. Nichts außer schwarzen Steinen. Es zieht sich – vor allem mit Kameragepäck, aber dann taucht das Flugzeug auf. Trotz der Anstrengung sind einige Leute hier, die tatkräftig im Bild herumhampeln. So wie immer halt… wir fotografieren weiter, bis auf einmal alle weg sind. Aus den zwei Stunden werden vier und dann regnet es wieder. Ziemlich erschöpft erreichen wir unser nächstes Hotel und haben etwas Zeit. Heute ist das Luxusabendessen gebucht, was wir im Vorhinein schon aussuchen mussten. Nur um euch eine Vorstellung zu geben: Island ist sehr teuer. Vielleicht sogar teurer als Norwegen. Ein Teller Lachs mit Salat kostet hier 35€. Das Fastfood, was wir sonst so haben, liegt eher bei knapp 20€ p.P.

Und später ist schon wieder eine Nachtsessio geplant. Wir wollen die Nordlichter noch mal sehen. Auch wenn ich mir da heute keine Hoffnung mache, es ist viel zu wolkig…

Da sind die Nordlichter

Nordlichter

Nordlichter

Es ist gar nicht einfach die Nordlichter zu sehen. Erstes Problem sind die Wolken. Wenn der Himmel nicht klar ist, kann man die Nordlichter nicht sehen. Folglich fahren wir den ganzen Tag herum und vertrauen darauf, dass die Wetterapp ein Stückchen freien Himmel vorhersagt. Naja, das Wetter hier ist sehr wechselhaft, aber ein bisschen Verlass ist schon auf die App. Wir sehen die Sterne und hoffen, dass die Nordlichter an der richtigen Stelle für unsere Komposition auftauchen. Das tun sie natürlich nicht. Genau genommen sehe ich auch die ersten Lichter gar nicht, Shadi allerdings schon, er hat die Augen auf Nachtfotografie trainiert. Im Foto sind sie dann allerdings sichtbar und schwupps wieder weg. Sie können jederzeit auftauchen. Deshalb bleiben wir stehen und warten. Und warten. Und warten. Dann sind sie wieder da, ganz kurz. In der Komposition sind Stromkabel mitten durch das Bild. Nicht schön. Wir wechseln unsere Standort und hoffen, dass sie noch mal auftauchen. Es tut und tut sich nichts. Die Füße werden kalt. Die Hände sind es eh schon. Zum Glück geht kein ekliger Wind. Ich bin schon enttäuscht, dass ich die Nordlichter nur fotografiert und nicht auch mit den Augen gesehen habe. Aber denke mir der Trip hat sich schon gelohnt.Genau das wollte ich ja: Fotos von den grünen Erscheinungen am Himmel. Dann tauchen sie gegen Mitternacht plötzlich wieder auf und diesmal sehe ich sie mit meinen eigenen Augen! Sie sehen aus wie ein zartes, langgezogenes Wölkchen, das sich nicht mit dem Wind bewegt, sondern vorsichtig am Himmel tanzt. Die Aurora ist nur mittelstark. Von all den Bildern kenne ich einen beeindruckenden grünen Streifen am Himmel, mit dem Auge sieht es hingegen wirklich unspektakulär aus. 

Moody Iceland

Letzte Nacht sind wir noch mal zu dem Wasserfall gefahren, um die Nordlichter zu fotografieren. Angeblich sollte sich der Himmel aufgeklart haben. Doch stattdessen hat es die ganze Zeit geregnet. So kamen wir dann doch ziemlich früh ins Bett und konnten uns richtig ausschlafen (7h). Wieder kam mitten in der Nacht die Ansage fürs Frühstück. Ich finde das ein Unding, dass es nicht wenigstens einmal am Tag ein Briefing gibt über die nächsten Eckdaten. Gutgläubig wie ich bin, stehe ich zur gewünschten Zeit am Frühstücksraum. 7:30Uhr, aber kein Essen da. Das gibt es erst ab 8. Es regnet immer noch. Dany überlegt den Vormittag im Hotel zu bleiben, da es erst am Nachmittag aufhören soll. Außerdem ist sowieso seit neuestem eine weitere Nacht hier geplant. Alle, die ihre Koffer bereits gepackt und runtergeschleppt haben sind natürlich sehr überrascht. Ich versuche es positiv zu sehen und trinke O-Saft wie ein Weltmeister, jetzt wo wir ja jederzeit auf Toilette können muss der Flüssigkeitshaushalt verbessert werden. Guter Dinge hole ich meine Festplatte, um ggf an einem anderen PC neue Techniken auszuprobieren, doch kaum komme ich die Treppe runter heißt es wir checken aus und fahren doch woanders hin. Genaue Infos gibt es nicht. Das strapaziert meine Nerven. Also wird doch noch schnell der Koffer geholt und in den Bus gestopft. Dann kommen die anderen nicht bei. Es stellt sich heraus, dass sie gar nichts von der aller neuesten Planänderung mitbekommen haben. Ich finde das kann man ihnen nicht verübeln. Also fahren wir zwischen 10 und 11Uhr endlich mal los. Es schüttet wie aus Eimern. Den ganzen Tag ubd wir fahren von den Fjorden im Westen (die übrigens ganz anders aussehen als in Norwegen) Richtung Süden. Geplant ist ein Aufenthalt in Vík, mal schauen ob das so bleibt. Zwischendurch erfassen uns immer wieder starke Sturmböhen und drücken den Bus etwas zur Seite. Dann wird es ziemlich heiß im Bus. Ziemlich unangenehm, vor allem mit den tausend Lagen Kleidung, die man während der Fahrt nicht ausziehen kann… es stellt sich heraus, dass die Heizung aus ist und trotzdem auf Hochtouren arbeitet… einzige Rettung: Fenster zeitweise öffnen. Völlig durchgeschwitzt erreichen wir einen Fastfoodladen für unser Mittagessen. Noch nicht ein einziges Foto ist geschossen und das Tageslicht ist fast vorbei. 

Für die Weiterfahrt müssen wir tanken. Offenbar gibt es in Dubai andere Tankstellen, wo man selbst keine Hand anlegen muss, deshalb scheint es Dany auch nicht zu können. Denn als wir die Tankstelle verlassen, ist der Tank immer noch leer. Aber anstatt zurück zu fahren, geht es weiter zum Seljalandsfoss. Der Wasserfall ist auch sehr bekannt, denn hier kann man sogar hinter das Wasser laufen. Ich finde es schön, dass wir das restliche Tageslicht ausnutzen ud wenigstens Fotos von einem Ort aufnehmen. Hoffentlich schaffen wir es mit dem bisschen Diesel, der noch im Tank ist dann auch weiter zur nächsten Tankstelle.. ja ich weiß, typisch deutsch. Wie kann man sich nur so viele Gedanken machen… das Leben kann doch so einfach sein 😉

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Fototag Nummer 1 in Island

Früh geht es raus aus den Betten. Um 4:30Uhr wird gefrühstückt und um 5Uhr sind wir tatsächlich schon in unseren beiden VW Bussen. Es ist stockdunkel und windig. 

Wir sind in die internationale “Frauengruppe“ mit Dany Eid und Daniel Chong und die Araber mit Shadi Nassri aufgeteilt. In meinem Bus gibt es zwei Fahrer, die sich abwechseln können. Dany übernimmt die erste Etappe, ist aber offenbar kein Schaltgetriebe gewöhnt. Ständig kommt Kritik vom Beifahrersitz bis Daniel schließlich übernimmt. Die Fahrt zieht sich etwa 3-4h hin und da eh alles dunkel ist und regnet, bietet es sich an noch weiter zu schlafen.

Pünktlich zur Dämmerung kommen wir am ersten Stop an. Irgendwo an der Westküste. Wir sollen die Küste mit ihren Steinformationen fotografieren. Hier fegt der Wind ungebremst und es fühlt sich unheimlich kalt an. Ich bin froh über alles, was ich mir an wetterfester Kleidung gekauft habe und selbst mit 3 Hosen übereinander kann ich nicht behaupten, dass es ansatzweise angenehm ist. Nach kurzer Zeit spüre ich meine Hände nicht mehr und beschließe dann, dass es auch ausreicht an dieser Location eher zuzugucken, wie Dany uns erklärt, was er wie fotografiert. Die Taktik wird mir nach dem Workshop sicher mehr wert sein, als ein besseres Bild von der Küste bei grauem Himmel.

Dann geht es weiter zum zweiten Spot. Wir haben kurz Gelegenheit uns im Bus aufzuwärmen. Bei einer schwarzen Kirche halten wir an. Der Ort gefällt mir besser, vor allem weil es nicht so sau kalt, sondern nur noch kalt ist 😉 hier leitet mich Dany an eine Aufnahme mit Focus Stacking zu erstellen. Am Abend wollen wir den zweiten Teil davon in Angriff nehmen: die Postproduktion. Wie kriege ich die verschiedenen Bilder richtig verarbeitet. Dazu ist der Slot von Einbruch der Dunkelheit bis zum Nachtshooting eingeplant.

Kirche in Island

Schwarze Kirche in Island

Nach dem Stop bei der Kirche fahren wir zum Mittagessen. Nach ca. 9h on the road wird das auch Zeit, vor allem weil es hier keine öffentlichen Toiletten zu geben scheint. Vielleicht ist das aber auch einfach nur männliche Planung, denn Natur gibt es schließlich genug…

Während der letzten zwei Stunden bei Tageslicht geht es zu einem bekannten Berg mit Wasserfall. Das Motiv macht mir richtig Spaß und auf einmal wird es schon dunkel. Auf jeden Fall gibt es die nächsten Wochen viel zu bearbeiten 🙂

Wasserfall in Island

Wasserfall in Island

Foltern in Island

Normalerweise bin ich immer die Aktive im Urlaub, wenn es um gute Fotomotive geht. Diesmal überlasse ich die Planung anderen, denn ich nehme an einem achttägigen Fotoworkshop mit meinem Lieblingsfotografen teil. Die Teilnehmer kommen aus verschiedenen Ländern, die meisten aus Asien und müssen sich erst mal an die Kälte gewöhnen.

Bei meiner Ankunft gestern war noch nichts zu sehen. Auch jetzt, um vier Uhr morgens ist es noch dunkel, aber wir stehen auf und machen uns gleich auf den Weg zu unserer ersten Location.

Am Flughafen

Am Flughafen habe ich schon ein paar andere Teilnehmer getroffen

Die Planung ist genau wie zu erwarten war: nicht deutsch. Ein Beispiel, was es schwierig für mich macht: wir hatten bis etwa 23Uhr unsere Einweisung und sind dann ins Bett gegangen ohne zu wissen, wann wir aufstehen müssen. Für die genaue Uhrzeit sollten wir noch mal um 1Uhr aufs Handy schauen. Und was ist mit Schlafen?! Insgesamt wird es schwierig bei den extrem voll gepackten Tagen regelmäßige Berichte zu schreiben. Wenn es nicht täglich klappt, wisst ihr schon mal bescheid.