Monatsarchiv: Juli 2017

Tromsø

Nachdem wir am Dienstag am Nordkapp waren, stand uns gestern wieder ein langer Fahrtag bevor. Zwar sind es von Hammerfest nach Tromsø nur etwa 500km, doch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60km/h zieht sich der Weg wie Kaugummi. Mittlerweile haben wir alle keine Lust mehr auf die Fahrerei. Vom Frühstück im Scandic Hotel Hammerfest brechen wir direkt auf und erreichen Tromsø pünktlich zum Abendessen. Ein Urlaubstag futsch, dafür haben wir aber auch alle Fahrten hinter uns. Nur noch in der Stadt selbst und zum Flughafen, aber das ist ja kein Vergleich!

Nach dem Abendessen haben wir es uns erst mal im hoteleigenen Whirlpool gut gehen lassen. Auf dem Dach des fünften Stocks und open air lassen wir uns im heißen Wasser durchblubbern. Das lockert die verspannten Muskeln wieder auf und wir sammeln Energie für den nächsten Tag in Tromsø.

Tromsø ist die nördlichste Universitätsstadt in Norwegen. Für uns interessant ist jedoch eher die Einkaufsstraße, denn wir wollen uns noch mit Souvenirs und norwegischen Spezialitäten, sowie restlichen Postkarten und Mitbringseln eindecken.

Am Nachmittag klart der Himmel richtig auf und wir beschließen spontan doch noch auf den Fjellheisen zu fahren. Dies ist der Berg in Tromsø mit der besten Aussicht auf die Stadt. Es gibt eine Seilbahn, die alle 30min fährt. Den gleichen Weg kann man theoretisch auch wandern, aber davon haben wir wirklich genug. Die Aussicht von oben ist toll, die Mücken (wie auf jedem Berg) nerven dafür leider ständig.

Aussicht vom Fjellheisen auf Tromsø

Das wars leider schon wieder. Unser Urlaub endet hier. Morgen geben wir unser Mietauto am Flughafen zurück und haben dann den verrücktesten Rückflug vor, den wir uns aussuchen konnten. Es geht von Tromsø über Oslo über Kopenhagen nach Deutschland. Direktflüge gibt es nicht und schnellere Verbindungen in einer ähnlichen Preisklasse erst recht nicht. Nun denn, hoffen wir mal, dass alle Anschlüsse erreicht werden können und wir es morgen nach Hause schaffen…

 

Nordkapp – unser Ausflug an das nördliche Ende Europas

Die Nacht war mal wieder kurz. Irgendwie schaffen wir es einfach nicht früh ins Bett zu gehen und da wir viel vor hatten, mussten wir zeitig aufstehen. Nach dem ausgiebigen Frühstück in unserem Scandic Hotel in Hammerfest (das hat einige Sterne und entsprechend viel Auswahl), geht es schon wieder ins Auto. Tagesziel: Nordkapp! Bis dort hin sind es noch drei Stunden Fahrt ohne Pausen. Doch schon nach ein paar Minuten beschließen wir den ersten Stop an einer Tankstelle einzulegen. Die Scheiben hatte ich zwar erst gestern alle gewaschen, aber man kann schon wieder kaum durchgucken und die Scheibenwaschanlage hilft kein Stück gegen die ganzen Mücken. Immerhin sind wir in der Zwischenzeit auch elends weit gefahren, da haben wir alles eingesammelt, was ging.

Mücken am Auto

Dann geht es weiter in den Norden. Zwischendurch begegnen wir immer mal wieder Rentieren auf und neben der Straße.
Auch heute liegen einige Tunnel auf unserer Strecke. Am unheimlichsten finde ich die langen, dunklen, tropfenden und steilen Tunnel, welche unter Fjorden hindurch führen. Hier geht es immer mit bis zu 10% Gefälle in die Tiefe und dann wieder genauso steil nach oben. Zum Glück sind hier oft Tiergitter, denn im Tunnel muss man den Wildtieren ja nun wirklich nicht auch noch begegnen. Kurz vor dem Ziel ist dann auch noch die Reifenkontrollleuchte angegangen. Der Hinterreifen hat keinen Luftdruck mehr. Gut, dass wir das noch vor einem Tunnel gemerkt haben. Also wurde erst mal das Auto begutachtet. Soweit alles ok. Dann haben wir den Kofferraum untersucht und dort sogar einen Kompressor gefunden. Der Hammer, total nützlich. Also Reifendruck überprüft, alles okay. Gut, dann wieder eingepackt und weiter gehts. Siehe da: nach dem ersten Huppel hat der Sensor auch wieder den Luftdruck im Reifen erkannt und die Fehlermeldung von selbst zurückgenommen. Irgendwie habe ich da nicht so ein Glück mit den Autos, ständig ist was los…

Nordkapp

Wolken in den Felsen


Pünktlich am Mittag erreichen wir das Nordkapp. Nie mussten wir Maut für irgendwelche Straßennutzungen bezahlen und dann kommen wir hier hin und stehen das erste Mal vor einer Schranke. 1080NOK wollen sie von uns haben. Zwar ist das ein Eintritt von 270NOK pro Person und keine Automaut, aber trotzdem trifft uns bald der Schlag als wir die Summe hören. Doch nachdem wir seit zwei Tagen auf dieses Ziel zusteuern, machen wir natürlich auch keinen Rückzieher mehr. Eigentlich wollten wir eher mal vorbeischauen, gemäß dem Motto einmal das Beweisfoto machen und dann wieder weiterfahren. Doch für die knappen 30€ Eintritt bleiben wir dann halt doch noch länger, essen hier zu Mittag, schauen uns das Besucherzentrum an und hoffen, dass sich die Wolken verziehen. Zwar liegen wir über den Wolken, doch vom Meer ist halt auch nix zu sehen. Doch auch bis zum Abend lockert es nicht auf, im Gegenteil: es zieht sich eher zu. Alles wird neblig. Dann fahren wir halt wieder zurück nach Hammerfest. Auf dem Weg stoppen wir an einem Samen-Souvenirshop. Eigentlich gibt es hier fast nur Tierprodukte: Felle, Geweihe, Ledertaschen, Fellschuhe, Fellhosen und Postkarten. Dann entdecken wir eine Musik-CD. In dem winzigen Lädchen sieht es überhaupt nicht danach aus mal in die Musik reinzuhören. Für 10€ nehmen wir das Album einfach mal mit und hören bei der Weiterfahrt mal im Auto rein. Kaum ist das erste Lied an, verfallen wir in einen Lachanfall. Was haben wir da nur gekauft. Es hört sich an wie ein Soloalbum eines alten Mannes, der ohne Hilfe jeglicher Instrumente „lei la la“ in allen Tonlagen von sich gibt. Immerhin haben wir die lokale Kultur unterstützt und wer weiß vielleicht wird es ja beim nächsten Hören schon besser. Oder beim übernächsten… 😉

Rentier neben der Straße

Ursprünglich wollten wir auch Hammerfest besichtigen, immerhin wohnen wir hier extra etwas ab von der direktesten Route… aber es ist schon wieder mächtig spät, als wir ankommen und gegessen haben wir auch erst um 22Uhr. Zeit zum Erholen. Nur noch einen kleinen Spaziergang durch die kleine Stadt. Das muss reichen, denn morgen geht es bereits wieder weg. Ein letzer langer Fahrtag steht an. Mittlerweile können wir die Natur nicht mehr so genießen. Es zieht sich alles enorm bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h.

Ein Tag im Auto… und es zieht sich

Geplant waren 13h Autofahrt von den Lofoten nach Hammerfest. Doch schon kurz vor unserer Ferienwohnung stehen wir im Stau. Wohlgemerkt dem einzigen Stau des ganzen Urlaubs. Der erste Unfall kostet uns 15min während die Feuerwehr den Verkehr umleitet. Mit einigen wirklich kurzen Pausen und Baustellen sind daraus dann doch 15h geworden und wir haben unser Hotel pünktlich um 23Uhr erreicht. Fix und foxi. Hammerfest ist die nördlichste Stadt Norwegens und genau deshalb sind wir hier.

Auf dem Weg sind wir ein paar Rentieren begegnet, ich war wirklich erstaunt wie klein die sind (geschätzt nur 1m hoch.. winzig im Vergleich zu einem ausgewachsenen Elch).

Morgen haben wir wieder eine ordentliche Fahrt vor uns, nämlich ans Nordkapp. Dann aber auch mit Aussteigen und Fotos machen, nicht so wie heute nur schnellstmöglich durchfahren…

Along the road

Hamnøya bei Sonne – weil es so schön war

Letzter Tag auf den Lofoten. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, was wir damit anfangen wollen. Somit teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Zwei von uns gehen wandern, die anderen machen einen Ausflug mit dem Auto.
Wir fahren gemeinsam nach Haukland an den Strand. Hier ist es richtig voll, nicht nur an der Straße ist alles zugeparkt, sondern es sind auch wirklich viele Menschen am Strand. Sogar zum Baden! Es ist zwar heute wirklich warm (bestimmt mal die 20° geknackt) und die Füße schmerzen nicht wieder vor Kälte bei der ersten Berührung mit dem Meerwasser, aber so richtige Badetemperaturen hat es dann irgendwie doch noch nicht. Direkt beim Strand startet der Wanderweg. Benedikt und ich haben erst mal die Nase voll vom Wandern in Norwegen und fahren mit unserem Mietwagen weiter nach Hamnøy im Süden der Lofoten. Hier waren wir zwar Anfang der Woche schon mal, aber für meinen Geschmack nicht lange genug. Jetzt wo ich mich an den deutschen Verkehr gewöhnt habe, vor allem die Autobahnfahrten zur Arbeit, kommt mir das Gegurke über die Landsträßchen sehr mühsam vor. Man darf in Norwegen höchstens 80km/h fahren (Autobahnen gibt es im nördlichen Teil nicht), oft lassen die schmalen Straßen ohne Mittelstreifen – dafür aber mit viel Gegenverkehr (= Wohnmobile) – die Geschwindigkeit gar nicht zu. Unserer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit liegt somit bei etwa 60km/h über 1000km gemittelt. Kein Wunder, dass wir immer so lange unterwegs sind. Wie dem auch sei. Am Nachmittag erreichen wir das süße Örtchen Hamnøy. Ich habe ein paar Stunden Zeit um Fotos von verschiedenen Standorten – mit und ohne Filter – aufzunehmen (heute bei strahlendem Sonnenschein).

Die Zeit vergeht im Flug und dann wird es Zeit die anderen von der Wanderung abzuholen. Wir bleiben noch eine gute Stunde in Haukland am Strand, der zur späteren Stunde auch deutlich leerer ist. Hier gibt es enorm viele Muscheln und so vertreibe ich mir den Abend damit besonders schöne Exemplare zu finden.

Kvalvika – unser Weg zu der gar nicht so einsamen Bucht

Gestern haben wir uns spontan überlegt einen Abstecher an den Sandstrand in Kvalvika zu machen. Laut Internet ist es eine Strecke von 2km zwischen Parkplatz und Strand mit maximal 100 Höhenmetern unterschied. Eine leichte Wanderung. Darauf hatten wir uns dann auch einstellt.
Von unserer Wohnung ist es knapp 50min Fahrt dorthin. Dieses Mal mit mir als Fahrerin. Unser Mietwagen, ein Opel Insignia mit Allradantrieb und Automatikgetriebe, ist ein ganzes Stück größer als mein eigenes Auto und zunächst bin ich etwas skeptisch. Vor allem auch weil ich noch nie mit Automatik gefahren bin. Aber mit Parksensoren, Rückfahrkamera und eindeutig mehr PS geht dann doch alles recht einfach. Richtig spitze ist, dass man den Fahrersitz auf zwei Positionen speichern kann. So müssen wir nur noch einen Knopf drück und schon hat er die richtige Position. Auf Dauer könnte ich mich wohl ganz gut an Automatik gewöhnen, aber am Anfang ist es schon noch neu und erfordert etwas Konzentration, dass ich das linke Bein wirklich nicht brauche.
Nun zurück zu unserem Ausflug. Als wir in Kvalvika an der Landstraße ankommen, steht hier alles voll mit Autos. Bei den Recherchen haben wir herausgefunden, dass für alle Autos an der Straße Strafzettel verzeilt werden. Das wollen wir in Norwegen ganz sicher nicht riskieren, bei den hohen Preisen für alles! Also fahren wir so lange weiter, bis wir einen Parkplatz finden. Dieser befindet sich am Ausgangspunkt eines anderen Wanderweges, der ebenfalls zu dem Strand führt. Neben uns parkt ein Pärchen, das bereits wieder zurück gewandert ist. Wir fragen sie nach dem Weg. Die Aussage: 5km, 2,5h und ansonsten einfach ohne viel Höhenunterschied. Zwar weiter als geplant, aber Essen und Trinken reichen auch für den Extraweg, also gehen wir los. Schon auf den ersten Metern versinken wir im Matsch. Die Schuhe sind erdig und außen nass (innen nicht, dank Goretex Membran. Wer in Norwegen unterwegs sein will sollte an eines nicht sparen: die Ausrüstung darf gerne teuer sein, aber man wird sich hier über jede Funktion freuen!). Der Weg hat keine ersichtliche Markierung, wir laufen auf einem Trampelpfad entlang, bis er zu einer Gabelung führt. Der eine Pfad geht runter zum See, der andere führt weiter oben entlang. Wir tippen auf den oberen Weg, da wir auf lange Sicht ja eh wieder höher gehen müssen, doch das war keine gute Entscheidung. Erst merken wir nichts von unserem Fehler. Dann laufen wir zwischen kleinen Bäumen durch, anschließend geht es durch hohes Gras und wir sehen den Boden nicht mehr. Am ungeschützten Berghang mit gemeinen Schlaglöchern und Felsen entlang des Weges hört hier eigentlich der Spaß schon auf. Es ist sau anstrengend und wir keineswegs besser. Irgendwann haben wir schon über die Hälfte des Berges erreicht, vor uns lagen Geröllberge oder ganz glatte Abhänge. Beides total schlecht zu passieren. Wir wollen jetzt eigentlich nur noch runter zu dem Weg, der am See vorbei führt. Mittlerweile sehen wir diesen sogar. Nur gibt es keinen Weg dorthin. Also entscheiden wir uns für das Klettern in den Geröllbergen und hoffen, dass an diesem Tag kein weiterer Fels abrutscht. Auf allen Vieren und mit gegenseitiger Hilfe schaffen wir es auch unverletzt (abgesehen von Kratzern an der nackten Haut und Ausschlägen von den Gräsern). In einem der Geröllhaufen strinkt es plötzlich und wir entdecken ein Schaf, das in einen Spalt zwischen den Steinbrocken gerutscht sein muss und jetzt feststeckt. Es hat sich noch bewegt, aber da wir selbst kaum wussten, wie wir voran kommen sollen, mussten wir es seinem Schicksal überlassen und konnten ihm nicht helfen.
Ein wenig später haben wir den richtigen Weg erreicht. Eigentlich hat es uns allen dann schon genügt, aber den Strand wollten wir auch gerne sehen. Also sind wir weiter gegangen. Nach deutlich über zwei Stunden haben wir den weißen Sand auch endlich erreicht.

Für einen derart schwer zugänglichen Strand ist es ziemlich voll. Nicht vergleichbar mit den Mittelmeerstränden, aber mit anderen Lofotenstränden, die man direkt neben der Straße sieht und total einfach erreichen kann. Manche Leute kommen sogar mit vollem Backpack hierhin und zelten und grillen am Strand. In meinen Augen total verrückt. Ich bin schon mit meinem Tagesrucksack überfordert und die haben so einen riesen Ballast auf den Schultern beim Klettern!
Nun dürfte auch allen klar sein, wieso der Strand Kvalvika heißt: es ist einfach eine Qual dort überhaupt hinzukommen!! Am Abend gehen wir wieder zurück. Diesmal aber den ursprünglich geplanten 2km-Weg. Dieser geht sich irgendwie auch einfacher, aber als „leicht“ würde ich ihn im Leben nicht bezeichnen. Dagegen war unsere Wanderung in den Schweizer Voralpen im Vergleich ja ein Kinderspaziergang! Wir kommen an der Landstraße raus, direkt bei dem überfüllten Parkplatz und der mittlerweile nicht mehr so zugeparkten Straße raus und müssen nun den ganzen Weg zum Auto zurücklaufen. Wenigstens aber auf asphaltiertem Weg, hier geht es sich so viel einfacher… Als wir endlich losfahren, ist es schon fast 21Uhr. Der Supermarkt hat bis 22Uhr auf, also planen wir schon im Auto was wir noch brauchen und fallen dann wie Tiere auf den Laden ein. Jeder flitzt zu den entsprechenden Regalen und schmeißt es in den Einkaufswagen. Morgen ist Sonntag und entsprechend müssen wir für zwei Tage Essen besorgen. Nun schnell zur Wohnung und als allererstes die Pizzen in den Ofen: wir haben alle Kohldampf. Und so wurde aus unserem Strandspaziergang mal wieder eine ausgewachsene Wanderung. Wir haben es schon drauf mit dem Anti-Mainstream-Tourismus 😀

Wanderung auf den Tjeldbergtinden

Nachdem wir die letzten Tage alles nur mit dem Auto „erkundet haben, steht heute eine echte Wanderung auf dem Programm. Es gilt den Tjeldbergtinden zu erklimmen. Von unserer Wohnung aus ist es etwa eine Stunde Anfahrt mit dem Auto. Das Auto stellen wir an einem Parkplatz am unteren Ende des Wanderwegs ab. Dann geht es zu Fuß weiter. Der erste Kilometer läuft sich gut. Es geht auf einem schotterigen Feldweg bergauf. Danach wird der Weg enger, steiler und der Untergrund besteht aus Erde und großen Felsbrocken. In Norwegen wird dies als mittelschwere Wanderung bezeichnet. Es geht an die Kondition, viel Wegsicherung ist nicht vorhanden, aber es ist doch irgendwie machbar. Hier muss man genau schauen, wo man hintritt und sich teilweise auch mit den Händen an den Steinen oder Bäumen festhalten, um weiterzukommen. Es wird schnell anstrengend. Insgesamt müssen 500 Höhenmeter erklimmt werden. Vor allem das letzte Stück ist übel. Wir sehen ein Seil in einer Felsspalte hängen. Eigentlich habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich es wohl nicht bis nach oben schaffen werde. Der schwere (wenn auch stark geleerte) Kamerarucksack zieht nach unten und macht es schwer das Gleichgewicht zu halten.
Eigentlich würde es sich besser ohne Gepäck wandern, nur das fällt mir schwer. Schließlich geht es mir um die Aussicht (und die Fotos davon) und nicht um den anstrengenden Weg hoch. Zum Glück finden wir dann doch noch einen einfacheren Weg und ich schaffe es auf den Gipfel. Hier liegt ein Logbuch, in das man sich mit Tag und Name eintragen kann. Die Aussicht vom Tjeldbergtinden ist sehr gut. Wir haben optimales Wetter, knapp unter 20° und überwiegend blauen Himmel. Unter uns liegt zur einen Seite die Stadt Svolvaer, zur anderen das Meer und ansonsten sind Berge, Seen und Fjorde zu sehen.

Nach einer Mittagspause mit Bremsen, fliegenden Ameisen und anderen kleinen Plagegeistern, sowie ausreichend vielen Fotos machen wir uns an den Abstieg.
Auf dem Rückweg finden wir noch einen verlassenen Strand, an dem wir mal die Wassertemperatur ausprobieren. Fazit: das Meer ist schweinekalt, sogar für die Füße.

Es geht in den Süden der Lofoten – bis nach Å

Heute Morgen pünktlich um 10 Uhr klopft es an der Tür. Unser Vermieter und ein potenzieller Käufer der Wohnung bzw. des Hauses möchten herein. Der Interessent will die Immobilie besichtigen und deren Räume vermessen. Etwas ungewöhnlich, aber für die Dauer unseres Aufenthaltes wird uns die Wohnung wohl noch sicher sein 😉

Da wir immer noch durcheinander sind, was die Helligkeit und Tageszeiten anbelangt, fangen wir die Tage hier einfach später an. Am sehr späten Vormittag schaffen wir es aus dem Haus. Heute steht der Süden der Lofoten auf dem Programm.
Bisher war der Bereich am schönsten! Wenn immer es uns gefällt, halten wir in der nächstgelegenen Parkbucht und steigen aus. So kommen wir zwar nicht schnell vorwärts, aber dafür genießen wir die Natur in unserem eigenen Tempo. Das Wetter klart auf. Unser Vermieter meint wir wären gerade zur rechten Zeit gekommen, denn die letzten zwei Wochen habe es nur geregnet und jetzt zum Wochenende ist gutes Wetter angesagt. Yay!

Besonders Hamnøy gefällt mir extrem gut und ich könnte hier den ganzen Tag fotografieren. Aus Rücksicht auf die Gruppe fasse ich mich kurz und wir fahren zum Mittagessen nach Reine. Zum ersten Mal ist es draußen halbwegs warm und wir können – in Jacken – draußen essen. Die Sonne knallt und ich bin höchst zufrieden mit der Aussicht. Ursprünglich wollten wir hier auch auf den Reinebringen wandern. Von dem Gipfel hat man eine mega Aussicht auf die Berge und das Meer, sowie die kleinen Orte am Wasser – ein hervorragendes Postkartenmotiv, doch der Wanderweg ist nicht nur schwer, sondern auch schlecht in Schuss und es wird dringend davon abgeraten hier hochzukrackseln. Durch die Touristenmassen hat der Berg gelitten und rutscht immer mehr ab. Wir beschließen, dass es zu gefährlich ist und planen stattdessen eine andere Wanderung für morgen.

Hamnøy

Entlang der E10 kommen wir an diversen Fischgestellen vorbei. An manchen hängen noch die Fischköpfe, die meisten sind aber schon wieder geleert. Die Lofoten sind sehr bekannt für den Stockfisch, der hier monatelang zum Trocknen hängt und vor sich hin riecht. Den Stockfisch haben wir ja bereits gestern probiert…

Einfach weil es am Ende der (einzigen) Straße liegt, fahren wir auch mal nach Å. Wir lästern schon rum, dass es so weit draußen ist und schon nur noch einen derart kurzen Namen abgekriegt hat, einfach nur ein Buchstabe.
Insgesamt ist die südliche Hälfte der Lofoten landschaftlich abwechslungsreicher, aber auch merklich voller. Wie immer gibt es viele deutsche Touristen, aber auch etliche französische, italiensiche, belgische, polnische, tschechische, schwedische und finnische Autos und Wohnmobile begegnen uns. Ein paar ganz sportliche Touristen sind mit Fahrrädern, Fahrrädern mit Anhängern und Gepäck oder zu Fuß mit Backpack unterwegs. Bei Wind und Bergen sicher alles andere als angenehm. Da haben wir es in unserem 4×4 Kombi schon komfortabler.
Vor allem über den Allradantrieb sind wir froh, als wir dem Tipp des Vermieters nachgehen und auf einen Aussichtspunkt in Gravdal, ganz in der Nähe unserer Wohnung, fahren. Laut seiner Beschreibung können wir den Weg bis ganz zum Ende fahren. Es geht immer steiler bergauf, durch Schlaglöcher und um Kurven, geblendet von der tiefstehenden Nachtsonne. Anschließend müssen wir den letzten Kilometer zu Fuß weiter gehen – geradewegs über die Schafkoppel auf den Gipfel. Eine sehr einfache Wanderung mit 360° Aussicht über die Region. Schöner Ausklang für unseren zweiten Lofotentag!

Wir erkunden die Mitte der Lofoten

Seit wir in Nordnorwegen angekommen sind, ist das Wetter sehr regnerisch. Zudem hängt uns die Anreise noch ein wenig nach und in Summe führt das zu einem sehr ruhigen Start in den Tag.

In der Ferienwohnung haben wir leider keine dichten Vorhänge und so ist es die ganze Nacht hell. Um 7 Uhr morgens meint mein Körper es wäre Zeit wach zu sein. Wir haben irgendwie gar kein Zeitgefühl mehr…

Irgendwann gegen Mittag beschließen wir doch mal aufzubrechen und besichtigen den Strand in Unstad. Hier finden wir etliche Surfer, die trotz der kühlen Temperaturen mit Neoprenanzug ins Meer paddeln. Ich mache Fotos und fühle mich wie in Island. Es ist windig und kalt. Der Himmel ist grau und im Wasser liegen Steine, um die die Wellen schöne Formen machen – könnten. Doch dann fängt es wieder an zu regnen und ich packe den Kamerakram lieber mal ein.
Wir ziehen uns zurück in die Wohnung und trauen uns erst am Abend wieder raus. Wird ja eh nicht dunkel, daher ist es quasi egal zu welcher Zeit wir was machen. Diesmal fahren wir weiter runter nach Vareid und Flakstad. Zum ersten Mal auf den Lofoten zeigt sich die Sonne, abends um 21 Uhr.

Vareid waterfront - Lofoten

In Flakstad essen wir getrockneten Stockfisch am Strand. Die Vorstellung war toll, der Fisch schmeckt halt immer noch nach Fisch… immerhin kann ich sagen, dass ich ihn probiert habe 😉

Unsere zweitägige Anreise nach Nordnorwegen

Norwegen ist ein Land, das mich immer wieder anzieht. Gerade bin ich zum sechzenten Mal hier und muss sagen alles fühlt sich so vertraut an. Bei jedem Supermarkt sehe ich Lebensmittel, die ich schon längst wieder vergessen hatte, aber jedes Mal in Norwegen gegessen habe.

Diesen Sommer ist es jedoch etwas besonderes. Wir sind nicht in den Süden des Landes geflogen, sondern bereisen den aller nördlichsten Teil. Von Deutschland aus kommt man mäßig schnell ans Ziel. Zuerst ging es am Montag Morgen um 7Uhr mit dem Flugzeug nach Oslo. Um pünktlich am Flughafen zu sein, mussten wir dazu ja auch nur um 3:30Uhr aufstehen…
Gegen 9Uhr haben wir Oslo erreicht. Eigentlich hat das Gepäck schon Aufkleber nach Tromsø bekommen, aber wir müssen die Sachen trotzdem vom Gepäckband abholen, durch den Zoll fahren und neu abgeben. Kleiner Zeitverlust, aber es hängt vermutlich damit zusammen, dass Norwegen nicht zur EU gehört.

Trotz dem Extraprogramm sitzen wir um 10Uhr im Zug zur Innenstadt. Die Sonne scheint, das Wetter sieht besser aus als zu Hause. Es ist warm, aber nicht heiß und somit optimal zum Besichtigen der Stadt. Da ich schon so oft in Oslo war, habe ich eine Route für die anderen rausgesucht, die die wichtigsten Touristenpunkte der Stadt verbindet. Wir grasen also den Stadtteil Barcode, die Oper, die Akersfestung, Tjuvholmen, das Schloss, den Frognerpark und die Karl Johans Einkaufsmeile zu Fuß ab. 20000 Schritte später sind wir wieder Bahnhof. Die Füße und Schultern machen sich bemerkbar. Schnell noch zu Starbucks, die ersten Mitbringsel besorgen. Dann geht es wieder zum Flughafen, wo wir um 22Uhr mit SAS weiterfliegen. Früher war der Service hier besser. Jetzt gibt es auch bei SAS kein Essen mehr inklusive und trinken kann man nur ein Glas stilles Wasser, Tee oder Kaffee. Alles andere kostet extra. Schade.

Nachtflug in Norwegen

Unser Nachtflug ist taghell, die Wolken unter uns sind von der tief stehenden Sonne angeleuchtet. Zwischendurch tauchen weiße Berge auf. Dann geht es runter, die Wolken werden grau und unter ihnen regnet es bei 10°C.
Wir erreichen Tromsø irgendwann um Mitternacht. Mit dem Taxi werden wir in einem übertrieben hohen Tempo durch die Stadt gefahren, bis zu unserem Hotel. Wir haben ein Hotel der Clarion Kette gebucht. Das kommt einem zwar im ersten Moment teuer vor (ca. 100€/DZ/Nacht), dafür hat man jedoch eine sehr zentrale Lage und ultra viel Essen inklusive. Wenn man möchte, kann man hier ohne Aufpreis frühstücken, den ganzen Tag Kaffee trinken, nachmittags Waffeln essen und ein warmes Abendessen bekommen. Man braucht quasi draußen höchstens einmal extra zahlen und somit ist es eigentlich die beste Wahl überhaupt, wenn man bedenkt, dass eine Mahlzeit im Restaurant pro Person im Normalfall mindestens bei 20-25€ liegt…

Aussicht vom Hotel in Tromsø mit passender Fensterbeschriftung

Die Nacht ist kurz, denn am nächsten Morgen holen wir unseren Mietwagen ab. Am Flughafen. Hört sich alles sehr umständlich an, war aber die billigste Möglichkeit für uns den Mietwagen erst am zweiten Tag zu buchen. Mit 4 Koffern fanden wir einen Kombi angemessen. Ausstattung haben wir eigentlich keine gebucht, aber irgendwie ist dann doch allerlei Firlefanz drin. Der Kofferraum geht per Fernbedienung auf, Sitze lassen sich elektronisch verstellen, Panoramadach, Automatikgetriebe, Multifunktionslenkrad, Spurhalteassistent (für was eigentlich?), Tempomat, Navi, Bluetooth, Ledersitze und so weiter und so fort. Eigentlich ziemlich cool, nur sind die Kopfstützen so bequem wie mit Leder überzogenen Steinen. Kein Wunder, dass das Auto ein Leergewicht von knapp 2,5Tonnen hat. Unser Fahrer ist hellauf begeistert von der Straßenlage des Opel Insignias und beim Beschleunigen merkt man, dass der Motor ordentlich Power hat. Leider ist nach gefühlt einer Sekunde die Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht. Auf deutschen Autobahnen könnte man das mal so richtig auskosten, hier gibt es jedoch nur die eine Landstraße. Und über diese Landstraße fahren wir den ganzen Tag, vorbei an vielen Fjorden und noch viel mehr Bergen. Die Aussicht lässt uns regelmäßig staunen. Einziges Problem sind fehlende Rastplätze. Teilweise gibt es stundenlange Abschnitte ohne ein einziges WC.

Unser Mietwagen

Erste Pause mit netter Aussicht

Wir machen nur eine kurze Mittagspause im Restaurant und kommen abends um 21Uhr in unserer kleinen AirBnB Wohnung mittenan auf dendem Lofoten an. 

In unserer Vorstellung fänden wir es passend die zweitägige, anstrengende Anreise mit einem norwegischen Bier abzuschließen, doch im Supermarkt wird dieser Plan vom Verkäufer durchkreuzt. Nach 20Uhr wird in Norwegen kein Alkohol mehr verkauft. Ziemlich doof. Den Sinn dahinter verstehen wir auch nicht, aber das ist im Ausland nicht zum ersten Mal papassiert…

Es gäbe auch andere Varianten zur Anreise auf die Lofoten:

  • Komplett mit dem Flugzeug (400€ Aufpreis)
  • Nach Bodø via Oslo fliegen und dann mit der Fähre auf die Lofoten (zu unseren Flügen hätte es aber erst eine Fähre am nächsten Tag gegeben)
  • Komplett mit dem Auto ab Deutschland

Keiner der Wege ist wirklich angenehm und schnell, wer aber auf die Lofoten will muss durch die zweitägige Anreise durch.