Agra

Von Dhula village brechen wir wieder früh morgens auf. Mit Ausschlafen ist nichts mehr drinnen. Auf dem Weg nach Agra halten wir zuerst beim Abhaneri Steepwell (dem größten Stufenbrunnen Indiens). Schon beeindruckend, aber irgendwie schade, dass man keinen Zutritt zu den Stufen selbst hat.

Anschließend besichtigen wir Fatehpur Sikri. Hier war früher die Hauptstadt des Mughal Reiches. Im Vergleich zu den vielen Forts vorher sieht es weniger spektakulär aus, aber man sieht auch mehr den Einfluss von anderen Religionen, vor allem des Islams. Manche Inschriften sind auf Arabisch.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir das Agra Fort. So wie wir den Bus verlassen, sind wir wieder mitten im Trubel und umhüllt vom städtischen Gestank.
Dies ist das letzte Fort der Rundreise und wir haben auch genug von den alten Gebäuden.

Ein Highlight der Reise ist das Taj Mahal. Da es zu den sieben Weltwundern zählt, herrscht hier entsprechend viel Andrang. Wir brechen morgens um 5:45Uhr auf, um uns den Platz in der Schlange zu sichern. Etwa eine Stunde später dürfen wir die Kontrollen passieren. Taschen sind für Touristen verboten. Inder dürfen ihre Taschen offenbar mitnehmen. Auch bei den Eintrittspreisen geht es wieder unfair zu: Touristen zahlen 750Rs, Inder 20Rs. Inder dürfen sich in der Schlange auch vordrängeln, ohne dass sie dafür Ärger kriegen (ich wäre auch lieber eine Stunde länger im Bett geblieben, auch wenn es steinhart war und im Zimmer unerträglich heiß).
Fotografieren ist ebenfalls anstrengend. Aufgrund der Menschenmassen ist mir jeglicher Spaß schnell vergangen. Erstens ist permanent jemand im Weg und zweitens wollen alle, dass man Platz macht. Besonders sauer wurde ich, als mich zwei Touristen gebeten haben weg zu gehen, während ich bei Bild 8/10 eines Freihandpanoramas war. Es wäre doch nur für 2 Sekunden. Dann habe ich versucht zu erklären, dass ich ein Panorama aufnehme und noch nicht fertig bin. War denen egal und da sie mir ebenfalls im Weg waren, habe ich dann aufgegeben. Stativ ist ja sowieso verboten. Mein Fazit zum Fotografieren in Indien lautet: anstrengend und fast unmöglich sich darauf vorzubereiten. Man kann oft nicht das ganze Equipment mitnehmen oder benutzen, teilweise muss man pro Kamera Gebühren zahlen (nicht nur pro Person), fast alle Sehenswürdigkeiten sind nur tagsüber geöffnet (dh Fotos bei Sonnenaufgang/Sonnenuntergang/blauer Stunde/Nacht sind ganz unmöglich), manche Locations sind heilig (Fotos verboten oder teilweise keine Schuhe erlaubt) und generell ist alles einfach voll (& die Leute nerven einen).

Auf dem Rückweg nach Delhi stoppen wir noch beim Baby Taj. Ebenfalls symmetrisch aufgebaut und schön verziert mit ungezählten Mustern (die alle von Hand reingearbeitet wurden – nicht gemalt). Am besten hierbei ist die Stille: fast keine Touristen 🙂

Baby Taj

Einen geplatzten Reifen und ca. 5 Stunden später erreichen wir Indiens Hauptstadt.
Nun sind es noch zwei Tage in der lauten, dreckigen Stadt, bis wir am Montag Abend wieder zurück nach Deutschland fliegen. Zum ersten Mal seit langem freue ich mich im Urlaub auf zu Hause!

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