Auf Kurzbesuch in der Königsstadt Fes

Noch einmal dürfen wir auf der sonnigen Terrasse in Chefchaouen frühstücken und die blaue Stadt begutachten. Bisher haben wir uns hier am wohlsten gefühlt und es ist schade, dass wir abreisen müssen.

Zu Fuß eiern wir durch die süßen Gassen bis runter zu dem großen Platz, wo wir auf ein Taxi warten. Es dauert nicht lange, dann kommt eins. Ich verhandele um den Preis, das gehört hier dazu. Der Fahrer meint ich würde gut französisch sprechen, ich sehe das ganz anders. Vielleicht mag die Aussprache der wenigen Wörter, die ich noch in Erinnerung habe, ganz gut sein, aber wenn immer ich etwas sagen will, fallen mir hauptsächlich die englischen Worte ein. Schlimm. 7 Jahre Französischunterricht, 2 davon im Leistungskurs und ich stehe hier wie der Depp vom Dorf während ich überlege welche Zahl der Fahrer jetzt schon wieder gesagt hat. Aber alles in allem kommen wir gut durch. Es gab zwar kleinere Anpassungen bei den Überlandfahrten, aber nichts gravierendes. Ob wir nun zwei Stunden eher oder später ankommen, spielt keine Rolle. Hier läuft das Leben langsamer ab.

Unser Bus kommt pünktlich und bringt uns sogar vor dem Zeitplan nach Souk el Arbaa zurück. Dort müssen wir wieder in den Zug umsteigen. Die direkte Busverbindung wurde aus unverständlichen Gründen gestrichen. Eigentlich doch ganz gut, da mein Magen sich jetzt von den schlechten Straßen erholen kann.

Wir erreichen Fes am frühen Abend. Ein aufmerksamer und geschäftstüchtiger Taxifahrer wirbt uns direkt an und darf uns zum Riad fahren. Riads sind die traditionellen marokkanischen Hotels. Wir wohnen direkt bei der Medina und können die Stadt von hier aus gut zu Fuß erkunden. Doch die langen Fahrten schlauchen ein wenig und wir ziehen eigentlich nur noch für ein kleines Abendessen los. Hackfleisch/Salat-Sandwich für 1,50€. Lecker, einfach und günstig. Es geht ein Sandwich nach dem anderen über die Theke, sowohl an Einheimische, als auch an Touristen. Ein gutes Zeichen. Danach geht es schlafen.

Fes Medina – hier gibt es ganz frisches Fleisch

Am nächsten Morgen bleibt genügend Zeit die Medina zu erkunden, schließlich geht es erst um 20:30Uhr wieder weiter. Unsere einzige Nachtfahrt der Reise steht an. Es gab keine andere Verbindung. Leider 🙁 Aber unser Ziel, die Wüste, wird die Strapazen wert sein!

Doch erst bleiben uns noch ein paar Stunden, um die Medina von Fes zu erkunden. Heute ist alles schon deutlich belebter als gestern. Wir fangen bei einer Ledergerberei mit unserem Rundgang an. Mit mapsme und GPS irren wir durch die Gassen und kommen tatsächlich ohne uns zu verlaufen da raus, wo wir hinwollen. Zuerst werden wir durch einen Basar geschleust. Hier gibt es Jacken, Schuhe, Taschen, Gürtel, Sitzsäcke und alles aus Leder in jeder erdenklichen Farbe. Dann geht es aufs Dach, von wo aus man die Lederproduktion sehen kann. Schritt 1 ist ein Bad in Taubenkot. Dieser macht das Leder weich. Dann wird es gewaschen und anschließend in den verschiedenen Farbtönen eingefärbt. Schlussendlich wird es zum Trocknen gelegt und ist bereit zur Weiterverarbeitung. Wir haben kein Interesse dort etwas zu kaufen und werden freundlich zur Ausgangstür begleitet. Ein netter Rauswurf sozusagen. Egal, die Fotos sind im Kasten. Weiter gehts. 

Wanddeko, Ledergerberei, Kätzchen in der Box, Rainbow Street und das blaue Tor

Per Zufall finden wir die Rainbow Street, eine komplett bunte Straße. Kaufinteresse haben wir auch hier keins, aber wenigstens sieht es schön bunt aus…

Dann schlendern wir weiter bis zum blauen Tor, dem Haupteingang zur Medina. Direkt daneben finden wir ein Restaurant mit Dachterrasse und lassen uns Kefta und Hähnchen vom Grill schmecken. Für je 5,50€ ist der Bauch voll (Essen und Trinken). Preislich ist Marokko wirklich deutlich unter dem europäischen Niveau und vertragen haben wir bisher auch alles gut. 

Am Nachmittag bleibt Zeit für die ersten Souvenirs. Wenn schon Lederstadt, dann muss auch eine kleine Lederhandtasche drin sein 😉 Glücklich wie ein kleines Kind laufe ich mit meiner Beute herum. Ansonsten decken wir uns noch mit Proviant ein und machen uns so langsam startklar für die weitere Reise. Die nächsten Updates werden sandig!

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