Die Jagd nach dem Licht

In erster Linie sind wir hier auf die Lofoten gereist, um die Nordlichter zu sehen. Am Anfang der Reise waren wir direkt erfolgreich, aber natürlich kommen die Lichter nicht jede Nacht in voller Intensität vor.
Wir haben uns vielseitige Motive für die Nordlichter ausgesucht und bei Tageslicht erkundet, wie man dort am besten hinkommt. Nun müssen die Lichter nur noch auftauchen.
Nordlichter zu erkennen ist gar nicht so einfach. Da wir hier sehr weit oben sind, können wir schon schwache Sonnenstürme mit der Kamera aufnehmen, mit dem Auge erkennt man die Nordlichter hier allerdings erst ab KP2. Der KP ist ein Index für die Intensität der Nordlichter. Je höher dieser Wert ist, desto südlicher werden die elektrisch aufgeladenen Teilchen des Sonnenwindes auf die Erde gedrückt. Auf Höhe der Lofoten reicht ein Wert von KP2 aus. Damit man die Nordlichter in Deutschland sehen kann, muss dieser Wert bei KP8 liegen (ja, das kommt sogar ganz selten mal vor).

Auf den Lofoten ändert sich das Wetter schnell. Manche Wolken hängen ewig in einer Bergreihe fest und man denkt das Wetter sei richtig eklig. Doch wenn man dann ein Stückchen weiter fährt, ist dort strahlend blauer Himmel. Wir studieren täglich die Wetterkarten und richten unsere Motive danach aus. Doch so wirklich genau kann man dann immer noch nicht sagen, ob Nordlichter auftauchen.

Einen Abend waren wir in Haukland am Strand, 40km entfernt von unserer Wohnung. 10km vorm Ziel haben wir ein starkes Licht aus dem Auto entdeckt. Am Strand angekommen ist es dann weg. Wir ziehen die Wathosen an und laufen zur Wasserkante. Dort wollen wir die perfekte Spiegelung der Nordlichter und Sterne abwarten. Nur kommt es nicht. Wir warten. Mit Fußwärmern lässt es sich einigermaßen aushalten. Dann fängt es an zu leuchten. Mit dem Auge nicht sichtbar. Im tiefschwarzen Nachtlicht fokussieren wir und versuchen eine ansprechende Komposition zu finden. Dann nimmt das Licht an Fahrt auf. Leider über dem Berg, nicht über dem Strand. Erst als wir gerade gehen wollen, leuchtet es stark. Keine Zeit mehr, um zum Wasser zurückzugehen. Jetzt werden die Fotos vom Sand aus gemacht.

Haukland

Da die Lichter langsam über den Berg verschwinden, fahren wir durch den Tunnel auf die andere Seite nach Uttakleiv. Hier stehen schon etliche Touristen mit ihren Kameras bereit und nehmen den grünen Himmel auf. Wir klettern runter an die Steinküste, aber schon kurz später ist die Lichtershow zu Ende.

Uttakleiv

Weitere Fahrten gehören zum Alltag. Schließlich suchen wir das beste Licht und durch die hohen Berge ändert sich dieses ständig. Unterwegs treffen wir immer wieder auf die gleichen Autos, Menschen und Fotogruppen. In Ytresand am Strand haben wir sogar die fototante.de aus Frankfurt mit ihrer Workshopgruppe getroffen – klein ist die Welt!

An manchen Standorten müssen wir sogar für unsere Motive anstehen, wie zum Beispiel in Reine vor einer Brücke. Und das im Winter!

Reine

Gestern war der Sonnenwind sehr schwach, aber der Himmel klar, deshalb sind wir auf gut Glück zu unserem Wunschmotiv gefahren. Leider kamen die Nordlichter aus der falschen Richtung. Das Motiv ist so stark, vielleicht versuchen wir es später noch mal. So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen 😉

Auf dem Rückweg halten wir immer mal an und knipsen aus dem Auto heraus, denn es ist wirklich schweinekalt draußen. In dem Wind frieren einem die Finger fast ein. Ziemlich schnell verliere ich das Gefühl in den Händen und kann meine Kamera kaum noch bedienen.
Noch ein Foto bei der Kirche in Flaskstad, dann geht es heim. Die Vorhersage ist besser für die nächste Nacht, dann sparen wir uns die Kräfte besser dafür auf.

Flakstad Kirche

Kontakt