Ein Wochenende in New York

Eine aufregende Woche geht zu Ende. Zunächst ist mein erstes Buch erschienen, der „Nordlicht Fotoguide“ als ebook. Erst auf Deutsch und wenige Tage später auch auf Englisch. Ich bin mächtig stolz auf das Ergebnis und allen Beteiligten sehr dankbar für Ihre Hilfe.
Wie kann man das noch toppen? Richtig, mit meiner ersten Dienstreise in die USA! Als Reisefreak habe ich jahrelang gehofft, dass ich auch mal eine Dienstreise machen darf und nun hat sich der Wunsch erfüllt. Am Freitag ging es von Frankfurt nach Newark. Newark ist einer der drei großen, internationalen Flughäfen rund um New York. Da die Arbeitswoche ja erst am Montag beginnt, habe ich direkt zwei Übernachtungen in Jersey City gebucht, um das Wochenende in New York zu verbringen. Da auch eine Arbeitskollegin gerade hier ist, haben wir uns dort verabredet.
Über AirBnB haben wir ein Apartment in den Liberty Towers gefunden, mit Blick auf die Freiheitsstatue. Unterkünfte in New York direkt sind viiiel zu teuer und außerdem sieht man von hier aus die Skyline Manhattans nicht. Deshalb fand ich es sogar praktischer zum Fotografieren, eine Wohnung außerhalb zu suchen.

Die Einwanderung am Flughafen hat sehr viel Zeit gekostet, da viele internationale Flüge gleichzeitig angekommen sind, war dann jedoch unkompliziert, als ich nach eineinhalb Stunden Wartezeit endlich an der Reihe war.

Leider ist der Flughafen in Newark nicht gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Wenn man nicht gleich ein Vermögen für die Fahrt in die Stadt ausgeben möchte, wird es schnell ungemütlich. Bei knallender Hitze haben wir zuerst auf den Stadtbus gewartet – wenigstens sind die öffentlichen Verkehrsmittel hier alle klimatisiert und nicht so ekelig warm wie zu Hause. Nach ein paar Haltestellen erreichen wir schließlich die Penn Station, ein Umsteigebahnhof. Hier können wir in die U-Bahn „PATH“ umsteigen. New Jersey hat ein eigenes U-Bahn Netz und man braucht hier separate Fahrkarten, die in der Subway in New York nicht gültig sind. Wie auch immer, nach mehr als 3 Stunden nach der Landung erreiche ich endlich die Wohnung. Durchgeschwitzt, erschöpft und müde. Dann springt mir der Pool ins Auge und der Wunsch einmal reinzuspringen ist groß. Leider macht der Pool um 20Uhr zu, also nix wie rein. Bis wir den Eingang gefunden haben, ist es 19:15Uhr. Zum Glück ist das Aufsichtspersonal gnädig mit uns und lässt uns noch rein. 4 Bahnen im kalten Wasser bringen die gewünschte Abkühlung. Danach hetzen wir weiter, schließlich möchte ich mir den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen.

Vorab habe ich schon recherchiert, dass die Sicht vorm Hyatt Hotel mal wieder am besten ist, also beeilen wir uns, damit wir noch rechtzeitig dort ankommen, bevor die Sonne untergeht. Es sind kaum Wolken am Himmel, aber ein bisschen Abendrot zeigt sich trotzdem. Eigentliches Highlight ist jedoch die blaue Stunde. In Manhattan sind viele Gebäude beleuchtet, das macht die Fotos besonders interessant.

Da das Programm noch nicht anstrengend genug ist, geht es auch direkt am nächsten Morgen wieder dort hin zurück. Ich möchte auch ein Foto vom Sonnenaufgang machen.

Den Tag über verbringen wir dann wie normale Touristen. Es geht los mit dem 9/11 Museum. Hier sieht man noch echte Überreste von den schlimmen Ereignissen, verbogene Stahlträger, Feuerwehrautos, Kleidung und Tonaufnahmen. Die Ausstellung ist auch genau an dem Ort, wo früher die Türme standen und je länger wir dort sind, desto drückender wird es und wir wollen eigentlich nur noch weg. Diese Katastrophe geht einem hier so richtig unter die Haut, mehr können wir nicht ertragen.

Anschließend fahren wir mit der Subway zum Broadway hoch und wollen uns dort mit dem dritten Kollegen treffen und gemeinsam bummeln gehen. Die Fahrt dort hin ist nicht so angenehm. Ein gestörter Passagier steigt mit drei Müllsäcken bewaffnet ein. Ständig verliert er dabei Teile des Mülls und macht komische Sachen. Nachdem er sich einen Kugelschreiber ins Ohr gesteckt und mit Klopapier bewaffnet Anstalten gemacht hat, sein Geschäft im Zug zu erledigen, verlassen wir fluchtartig den Wagen und steigen am nächsten Bahnhof in ein anderes Abteil um. Wir sind völlig bedient, als wir am Ziel ankommen, wo er ausgerechnet auch aussteigt.

Nach einem längeren Spaziergang über den Broadway, Times Square, einen Flohmarkt und den Highline Park fahren wir erschöpft zurück nach Jersey City. Zumindest ist das unser Ziel, doch es sind Bauarbeiten im Gange und unser „PATH“ Zug kommt und kommt nicht. Immerhin schaffen wir es bis ans richtige Ufer und dann beschließen wir den Rest zu laufen. Es ist zwar anstrengend und keineswegs unser Wunsch, aber offenbar der einzige Weg um anzukommen. Eigentlich wollte ich gerne noch den Abend in Brooklyn fotografieren, doch darauf haben wir keine Lust mehr. Weitere Stunden in U-Bahn Tunneln müssen nicht sein – die Nerven sind genug strapaziert, die Füße auch. Wir gönnen uns eine weitere Runde am Pool, diesmal in Ruhe. Dann zieht etwas Wind auf und graue Regenwolken ziehen auf. Wir gehen ins Bett und beschließen stattdessen den nächsten Morgen mit dem Auto nach Brooklyn zu fahren. Wecker auf 3:15, Abfahrt um 4Uhr. Wie erwartet ist der Verkehr sehr entspannt um diese Zeit und wir haben sogar einen Parklplatz gefunden.

Heute ist es kühler und immer noch windig. Jacke an und nichts wie los auf die Manhattan Brücke, mein Wunschstandort des Tages. Von hier aus kann man die Brooklyn Bridge und Manhattans Hochhäuser sehen. Es gibt jedoch ein Problem. Die Brücke hat über dem Geländer noch einen Zaun. Die Löcher sind zu klein für mein Objektiv, aber aufgeben möchte ich auch nicht. Das ist meine letzte Chance für das gewünschte Foto. Selbst ein paar Regentropfen stoppen uns nicht. Und schließlich finde ich eine Stelle mit Loch im Zaun. Vermutlich hat sich hier ein anderer Fotograf die Mühe gemacht und mit der Zange ein Loch in den Zaun geschnitten. Perfekt. Ich lege los, die blaue Stunde am Morgen ist wunderschön, nicht zuletzt wegen der Ruhe. Keine Menschen im Bild, keiner der nervt. Bloß die Subway bringt die Brücke zum Wackeln und die entsprechenden Bilder muss ich dann erneut aufnehmen, wenn der Zug die Brücke verlassen hat und der Boden nicht mehr so wackelt. Hier ist ein erstes Ergebnis, die anderen könnt ihr im laufe der Zeit bei den restlichen New York Fotos ansehen.

Anschließend laufen wir über die Brooklyn Bridge und sind auch hier fast alleine. Das tut so gut, denn in meiner Erinnerung war es eine Qual über diese Brücke zu laufen, es war einfach viel zu voll. Heute war es zwar nicht sonnig, aber dafür auch nicht voll 😉
In Manhattan angekommen suchen wir verzeifelt nach einem Kaffee. Für uns fühlt sich der Tag schon unheimlich lang an und es ist immerhin auch schon fast 7Uhr, doch die meisten Cafes öffnen erst um 8Uhr. Schließlich werden wir dann doch fündig und lassen uns bei Starbucks nieder. Verarbredet sind wir erst um 10Uhr bei einem libanesischen Restaurant, also bleibt noch Zeit für einen weiteren Stadtspaziergang. An Bewegung mangelt es uns heute sicherlich nicht. Unser Frühstück ist sehr lecker und soll somit auch gleichzeitig der Abschluss von New York sein, schließlich müssen wir noch 3 Stunden fahren, bis zu unserer Wohnung in Pennsylvania. Morgen ist der erste Tag im Büro und da wollen wir nicht erst abends ankommen, sondern lieber alles in Ruhe vorbereiten, Essen einkaufen und für den nächsten Tag vorbereiten.

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