Eine Nacht in der Sahara

Gestern ging es endlich endlich endlich in die Wüste. Mein absolutes Marokkohighlight.

Von Nkob aus sind wir mit dem Bus losgefahren. Unterwegs war plötzlich eine Brücke über einen sehr flachen Fluss eingestürzt, also mussten wir mit unserem sperrigen Reisebus durch das Wasser durch. Die beste Stelle war jedoch schon besetzt: mit einem Touristenbus, der genau dort im Wasser stecken geblieben ist. Mit Hilfe eines LKWs und zwei Versuche später konnte der andere Bus aus dem Wasser gezogen werden. Nun wollten unsere Fahrer allerdings das Risiko nicht eingehen. Ewigkeiten wird am Fluss gefühlt wie sich der Boden verhält und nach einer aussichtslosen Ewigkeit hat unser Fahrer genug Mut gesammelt. Es werden dicke Steinbrocken zut Seite geräumt. Wir fahren an einer anderen Stelle auf den Fluss zu und es klappt.
Die nächste Etappe verläuft nach Plan. Nur die letzten 45min sind noch mal holprig: hier gibt es keine Straße mehr. Deshalb schaukeln wir über den Boden des Wüstenrandes. Der Bus klappert heftig, dann fällt ein Teil der Deckenverkleidung ab. Der Assistent des Fahrers findet das nicht schlimm. Weiter gehts – jalla jalla. Am nächsten Tag ist die Verkleidung wieder festgemacht.
Gegen Mittag erreichen wir unser Zwischenlager, eine Auberge. Hier haben wir ein Gepäckzimmer mit Duschen und Toiletten. Dort verstauen wir unsere Sachen und nehmen nur das nötigste für die Nacht mit, denn die letzte Etappe geht es per Kamel weiter.

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Unsere Auberge

Die Kamele werden gebracht. Wenn man die Tiere so aus der Nähe sieht, sind die ganz schön groß. Und sie stinken.
Auf dem Höcker ist ein Wackelsattel montiert.
Die Kamele legen sich auf den Boden, die Menschen steigen nach und nach auf und dann richtet sich ein Tier nach dem anderen auf. Eine äußerst aufregende Prozedur, denn zuerst geht es hinten hoch und man kippt fast vornüber wieder runter. Absolut nicht mein Fall… beim Laufen wackelt dann auch noch alles und bei jeder kleinen Senke dachte ich auch jetzt falle ich runter. Zum Glück sind wir aber alle heil am Berbercamp angekommen.

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Camp und Grillplatz

Da es schon spät ist, klettern wir schnell auf die Düne um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider zieht ein Gewitter auf und die Wolken versperren die Sicht auf die Sonne.
Trotzdem ist das Licht toll und die Dünen werfen tolle Schatten. Ich kann gar nicht aufhören zu fotografieren.
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Das Gewitter kommt jetzt näher und ich gehe dann doch lieber wieder runter zum Camp.
Hier wird uns mal wieder süßer Tee serviert. Der wärmt schön, denn dort draußen wirds schnell kalt.
Nach Einbruch der Dunkelheit wird uns DAS marokkanische Essen serviert, eine Tajine.
Hier gibt es echt kaum eine Auswahl an Gerichten und ich bin schon nicht mehr scharf darauf es noch häufiger zu essen.
Umso besser war dafür der Nachtisch: Obst aus Marokko. Die Orangen sind kein Vergleich zu denen, die man in Deutschland bekommt. Suuuuper lecker!

Den Abend sitzen wir am Lagerfeuer (jetzt stinkt auch alles danach) und hören marokkanische Musik, die die Reiseleiter für uns vorführt.
Danach geht es so langsam ins Bett. Schlafen kann ich jedoch nicht, weil alles so aufregend ist.
In der Wüste wird es stockdunkel und man sie in dem Zelt wirklich nichts mehr. Dann kommen noch ein paar Geräusche vom Sand und Wind dazu. Alles raschelt irgendwie. Zum Glück müssen wir um 5Uhr wieder aufstehen, um zum Sonnenaufgang wieder mit den Kamelen zurück zu reiten.
Diesmal ist der Himmel klar und wir haben eine gute Sicht.
Leider war ich wohl am Vortag nicht allzu entspannt geritten, denn heute tut mir alles weh auf dem Kamel. Insbesondere auf dem Höcker sitzt es sich hart. Und da ich ständig Fotos gemacht habe, musste ich mich auch nur mit links festhalten. Der Griff ist nur aus Metall. Die Handfläche schmerzt (immer noch).
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Zum Frühstück erreichen wir wieder die auberge. Dann gibt es den riesen Andrang bei den fünf Duschen. Zwei davon haben kein Licht. Bis ich an der Reihe bin ist auch noch das warme Wasser leer.
The „odd cold shower“ hört sich im Reiseprospekt noch ganz lustig an, aber wenn man dann wirklich mit eiskaltem Wasser dem ganzen Wüstensand vom Körper abwaschen muss, ist das eine echte Qual.
Dann geht es auch schon wieder weiter. Schade, denn hier hatte es mir wirklich gut gefallen.
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