Es geht in den Süden der Lofoten – bis nach Å

Heute Morgen pünktlich um 10 Uhr klopft es an der Tür. Unser Vermieter und ein potenzieller Käufer der Wohnung bzw. des Hauses möchten herein. Der Interessent will die Immobilie besichtigen und deren Räume vermessen. Etwas ungewöhnlich, aber für die Dauer unseres Aufenthaltes wird uns die Wohnung wohl noch sicher sein 😉

Da wir immer noch durcheinander sind, was die Helligkeit und Tageszeiten anbelangt, fangen wir die Tage hier einfach später an. Am sehr späten Vormittag schaffen wir es aus dem Haus. Heute steht der Süden der Lofoten auf dem Programm.
Bisher war der Bereich am schönsten! Wenn immer es uns gefällt, halten wir in der nächstgelegenen Parkbucht und steigen aus. So kommen wir zwar nicht schnell vorwärts, aber dafür genießen wir die Natur in unserem eigenen Tempo. Das Wetter klart auf. Unser Vermieter meint wir wären gerade zur rechten Zeit gekommen, denn die letzten zwei Wochen habe es nur geregnet und jetzt zum Wochenende ist gutes Wetter angesagt. Yay!

Besonders Hamnøy gefällt mir extrem gut und ich könnte hier den ganzen Tag fotografieren. Aus Rücksicht auf die Gruppe fasse ich mich kurz und wir fahren zum Mittagessen nach Reine. Zum ersten Mal ist es draußen halbwegs warm und wir können – in Jacken – draußen essen. Die Sonne knallt und ich bin höchst zufrieden mit der Aussicht. Ursprünglich wollten wir hier auch auf den Reinebringen wandern. Von dem Gipfel hat man eine mega Aussicht auf die Berge und das Meer, sowie die kleinen Orte am Wasser – ein hervorragendes Postkartenmotiv, doch der Wanderweg ist nicht nur schwer, sondern auch schlecht in Schuss und es wird dringend davon abgeraten hier hochzukrackseln. Durch die Touristenmassen hat der Berg gelitten und rutscht immer mehr ab. Wir beschließen, dass es zu gefährlich ist und planen stattdessen eine andere Wanderung für morgen.

Hamnøy

Entlang der E10 kommen wir an diversen Fischgestellen vorbei. An manchen hängen noch die Fischköpfe, die meisten sind aber schon wieder geleert. Die Lofoten sind sehr bekannt für den Stockfisch, der hier monatelang zum Trocknen hängt und vor sich hin riecht. Den Stockfisch haben wir ja bereits gestern probiert…

Einfach weil es am Ende der (einzigen) Straße liegt, fahren wir auch mal nach Å. Wir lästern schon rum, dass es so weit draußen ist und schon nur noch einen derart kurzen Namen abgekriegt hat, einfach nur ein Buchstabe.
Insgesamt ist die südliche Hälfte der Lofoten landschaftlich abwechslungsreicher, aber auch merklich voller. Wie immer gibt es viele deutsche Touristen, aber auch etliche französische, italiensiche, belgische, polnische, tschechische, schwedische und finnische Autos und Wohnmobile begegnen uns. Ein paar ganz sportliche Touristen sind mit Fahrrädern, Fahrrädern mit Anhängern und Gepäck oder zu Fuß mit Backpack unterwegs. Bei Wind und Bergen sicher alles andere als angenehm. Da haben wir es in unserem 4×4 Kombi schon komfortabler.
Vor allem über den Allradantrieb sind wir froh, als wir dem Tipp des Vermieters nachgehen und auf einen Aussichtspunkt in Gravdal, ganz in der Nähe unserer Wohnung, fahren. Laut seiner Beschreibung können wir den Weg bis ganz zum Ende fahren. Es geht immer steiler bergauf, durch Schlaglöcher und um Kurven, geblendet von der tiefstehenden Nachtsonne. Anschließend müssen wir den letzten Kilometer zu Fuß weiter gehen – geradewegs über die Schafkoppel auf den Gipfel. Eine sehr einfache Wanderung mit 360° Aussicht über die Region. Schöner Ausklang für unseren zweiten Lofotentag!

Kontakt