Fotografieren im Wasser – das solltest du beachten

Je mehr ich mich mit der Fotografie beschäftige, desto höher werden die Ansprüche. Die Reisen werden weiter, die Uhrzeiten ungemütlicher, heiße oder auch eiskalte Temperaturen werden durchgestanden und wenn es das Motiv verlangt, gehe ich auch mit der Kamera ins Wasser. Nach einigen Wasserfotos in Island, an der Nordsee und in Norwegen möchte ich euch hier an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Zunächst stellt sich die Frage, wieso man überhaupt im Wasser fotografieren sollte. Es ist kalt, nass und kann gefährlich sein, aber man kann so auch richtig tolle Effekte im Bild erzielen!

Man kann die Wellen mit einer längeren Belichtung in Linien verwandeln

An flachen Stränden kann man im richtigen Moment eine tolle Spiegelung erzielen.

Außerdem sind so keine Störenden Ränder oder Steine am Bildrand

Sei achtsam und behalte deine Umgebung immer im Blick

Wer am Wasser fotografiert, sollte immer vorsichtig sein und das Meer gut beobachten. An ungeschützten Orten, wie zum Beispiel in Island kann das Wasser von sehr weit her plötzlich angeschossen kommen. Bei jedem einzelnen Fotoshooting an Islands Stränden stand ich zu einem Zeitpunkt mehr oder weniger tief im Wasser. Dazu sei gesagt nasse Wanderschuhe sind unangenehm und sie trocknen enorm langsam. Ebenso unangenehm ist es, wenn man dem Wind stundenlang mit nasser Hose ausgesetzt ist. Aber zur Kleidung komme ich gleich noch mal.

Außer dir selbst, musst du ja auch noch deine Kamera vor dem Wasser schützen. Dazu ist es ratsam ein massives Stativ zu verwenden, welches sicher im Wasser steht, auch wenn mal eine stärkere Welle vorbeikommt. Wenn dein Stativ nicht ganz so solide ist, kannst du die Füße ein Stückchen in den Sand bohren oder ein Gewicht an der Mittelsäule befestigen.

Weiterhin hast du sicherlich noch mehr Ausrüstung dabei, die ebenfalls nicht so gerne baden möchte. Wenn der Strand leer und sicher ist, kannst du deinen Rucksack mit den restlichen Objektiven, Filtern, Akkus, Speicherkarten, Handy und was du sonst noch dabei hast, an eine erhöhte Position legen. Aber achte darauf, dass nicht gerade die Flut kommt und deine Sachen zu nah am Wasser liegen. Falls der Strand ohnehin nicht sicher genug ist, kannst du dir überlegen, ob du die Sachen direkt bei dir tragen möchtest oder vielleicht im Auto einschließt. Falls du mal hinfallen solltest, wäre nämlich sonst auch alles nass und vermutlich kaputt.

Eine weitere Schwierigkeit am Wasser ist das Spritzwasser. Nimm dir Reinigungstücher mit, mit denen du deine Linse und/oder die Filter zwischendurch vom Wasser befreien kannst. Nichts ist nerviger, als stundenlange Nachbearbeitung wegen vermeidbaren Spritzern im Bild.

Hier stand ich eigentlich weit weg vom Meer und habe gerade mein Stativ ausgerichtet, als ich von dieser kräftigen Welle überrascht wurde und bis übers Knie im Wasser stand.

Die passende Kleidung

Nasse Kleidung gilt es zu vermeiden. Meine ersten Versuche waren mit Wanderschuhen. Die sind auch von unten und außen her dicht, doch sobald das Wasser von oben eindringen kann, ist es rum. Auch Gamaschen helfen da nur bedingt.
Zweiter Versuch waren Gummistiefel. Wasserdichte Schuhe, damit kann man nichts falsch machen. Dachte ich. Doch natürlich kommen auch hier manche Wellen oben drüber, deshalb bin ich schlussendlich zum Angelbedarf übergegangen. Dort gibt es extra Wathosen. Die zieht man über seine Kleidung drüber und sie sind komplett wasserdicht, wie eine Mischung aus Gummistiefeln und Latzhose. Es ist damit möglich bis zum Oberkörper im Wasser zu stehen – ohne nass zu werden. Perfekt zum Fotografieren an Stränden. Kommt eine unkalkulierte Welle, kann man völlig entspannt stehen bleiben. Für Frauen ist es etwas schwieriger eine passende Hose zu finden, daher bin ich bei einer Wathose für Jugendliche gelandet. Für Männer ist die Auswahl größer.
Es gibt Wathosen aus Gummi oder Neopren. Gummi ist dünner, leichter und billiger, aber auch weniger isolierend gegen Kälte. Außerdem sammelt sich der Schweiß in der Hose, wenn man Sohlenwärmer verwendet. Neoprenhosen sind von sich aus dicker und schwerer, halten dafür aber auch besser warm und man schwitzt in ihnen weniger.

Wathose im Einsatz

Nach dem Shooting

Vor allem das Meer ist tödlich für dein Stativ. Salzwasser greift alles an und in Kombination mit Sand wird es nur noch schlimmer. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du nach dem Shooting am Meer alles richtig reinigst. Am besten nimmst du das Stativ mit in die Dusche, befreist es vom Salswasser, spülst alles mit Süßwasser ab und baust es einmal aus einander, um keine Stelle zu vergessen. Das ist richtig nervige Scheißarbeit, aber dein Stativ wird es dir danken. Wenn du nicht so genau weißt, wie das Stativ wieder zusammengebaut wird, fang am besten mit einem kleinen Stückchen an und zerlege es nicht direkt auf einmal komplett.
Wenn es kalt ist, machst du dich am besten direkt an die Arbeit, bevor das Wasser am und im Stativ anfängt einzufrieren (ja, alles schon passiert).

Auch alle Gläser (Filter und Objektiv) sollten gereinigt werden. Bei den Filtern reicht es, wenn du sie einmal mit Süßwasser abspülst und dann auf einem Handtuch ausgebreitet zum Trocknen auslegst.

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