Geld auf Reisen

Die nächste Reise ins Ausland ist gebucht und nun stellt sich die Frage, wie man am besten an die fremde Währung kommt.

Es gibt bekanntlich viele Möglichkeiten, vom Bargeldumtauschen bis hin zu Reisechecks.

Heute möchte ich alle mir bekannten Varianten aufzählen, erläutern und abwägen ob sie sinnvoll sind oder nicht.

Geld bei der heimischen Bank umtauschen

+ man ist auf der sicheren Seite und hat bereits Bargeld dabei, wenn es losgeht

– relativ schlechter Kurs

– es fallen meist hohe Gebühren an (bei exotischen Währungen habe ich bis zu 20Euro Gebühren pro Umtauschvorgang geblecht und das soll mir nun nicht noch mal passieren)

– man hat viel Bargeld bei sich (wird man beklaut, ist alles weg)

– je nach Reiseland muss es früh (bis zu 2 Wochen vor Abreise) bestellt werden (am schnellsten geht es in großen Filialen in der Stadt)

– man muss vorher schon die Kosten abschätzen, um das Geld passend umzutauschen

# würde ich nicht empfehlen, höchstens für einen entspannteren Start in den Urlaub schon Geld für den ersten Tag besorgen

Bargeld mitnehmen und am Wechselschalter umtauschen

+ flexibel in der Höhe, hat man kleine Scheine dabei, kann man auch mehrmals hintereinander umtauschen (wenn es doch nicht reichen sollte)

+ Wechselschalter gibt es überall: am Flughafen und auch im Ausland

– meistens schlechter Kurs

# finde ich sinnvoll in Ländern, wo viel Betrug mit Karten stattfindet (z.B. Thailand)

# in manchem Ländern (z.B. Thailand) muss man keine Wechselgebühr bezahlen und hat hier sogar einen besseren Kurs

Reisescheck

+ sicher gegen Diebstahl: muss bei 2 Banken unterschrieben werden

+ kein Bargeld rumschleppen, sondern erst wenn man es braucht

– je nachdem in welcher Währung man den Reisescheck kauft, muss man 2 Wechselkurse beachten -> Verluste vorprogrammiert

– umständlich, weil man erst eine geeignete Bank finden und sich nach den Öffnungszeiten richten muss
# finde ich persönlich ziemlich altmodisch und habe es auch noch nie selbst ausprobiert

Geld im Ausland von der EC-Karte abheben

+ Automaten haben 24h geöffnet

+ besserer Kurs als am Wechselschalter

– Gebühr pro Abhebevorgang

– Maximalgrenze pro Tag und Woche

– man braucht einen geeigneten Geldautomaten (auf das Maestro Symbol achten)

– in seltenen Fällen kommt es vor, dass kein Geld rauskommt (Ruhe bewahren. Wolltest du zu viel abheben? Eventuell einen anderen Geldautomaten testen.)

# meine bevorzugte Variante, aber Achtung: man darf nicht zu viel auf einmal versuchen. die Gebühr muss IM Maximalsatz enthalten sein

Geld im Ausland mit der Kreditkarte abheben

– ganz schlechte Idee: hohe Gebühren fallen an

Bezahlen mit Kreditkarte

+ Bargeldlos, man muss nicht vorher berechnen, wie viel Geld man braucht, sondern bezahlt alles einfach spontan nach Bedarf

+ MasterCard und VISA Card sind weltweit vertreten, nur ganz selten kann hiermit nicht bezahlt werden

– Monatsgrenze beachten (kann aber auch für eine Reise erhöht werden)

– bei der Sparkassen-Mastercard kosten Zahlungen im Ausland eine Gebühr von 1% (wer aber viel vergleicht, findet raus, dass dies im Vergleich zum Umtauschen gar nicht so schlecht ist)

– kostet bei vielen Anbietern eine Jahresgebühr (es gibt auch freie Visakarten, z.B. von DKB – ich habe mich aber dagegen entschieden, weil hier die Gebühr über 1% lag und ich so die 20Euro schnell gutmachen konnte)

# wird oft auch als Sicherheit beim Buchen von Hotels oder statt einer Kaution verlangt, daher sehr empfehlenswert auf Reisen

# Goldkarte enthält auch Reiserücktrittskostenversicherung (gilt nur für Reisen, die mit der Goldkarte bezahlt wurden) und Mietwagenversicherung (NUR in Europa) -> kostet aber auch mehr, also überlegen, ob es sich für dich lohnt

Allgemeiner Tipp

Generell gilt: je mehr man Geld hin- und hertauscht, desto mehr Verluste macht man dabei.

Deshalb ist es sinnvoll so wenig wie möglich zu tauschen.

Plant man eine weitere Reise in das Land, kann man das Restgeld doch einfach aufheben und hat so schon ein Startbudget beim nächsten Mal.

Alternativ kann man sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhören oder andere Reisende unterwegs fragen, ob vielleicht jemand gerade Interesse hat und es einem zu einem fairen Kurs abkauft.

Das ist eine win-win-Lösung und meiner Meinung nach absolut empfehlenswert, denn tauscht man das Geld offiziell zurück, bekommt man weniger als es wert ist.

Fazit

Als „reiseverrückte Weltenbummlerin“ (wie mich Freunde schon genannt haben) habe ich so ziemlich mit allen Zahlungsvarianten Erfahrungen gemacht.

Meine Favoriten sind eine Mischung aus mehreren „Standbeinen“. Auf diese Weise bin ich nicht vollkommen verloren, wenn eine Zahlungsmethode nicht funktioniert.

Hotels buche und bezahle ich in der Regel mit Kreditkarte.

Flüge und andere Verkehrsmittel zahle ich auch mit Karte.

Mein Bargeld für Essen und kleinere Ausgaben besorge ich mir vorzugsweise einmal am Geldautomaten (nachdem ich die Reisekosten kalkuliert habe). Hierbei sind die Gebühren erfahrungsgemäß am geringsten.

Für den Notfall habe ich ein paar Euroscheine dabei (Münzen können [meistens] nicht getauscht werden), die dann an einer Wechselstube umgetauscht oder in manchen Ländern sogar anerkannt werden können.