Herbst, Sonne, Meer und Eis in Island

Zum ersten Mal seit der Ankunft in Island scheint die Sonne richtig lange. Es ist den ganzen Tag trocken und fühlt sich gleich viel wärmer an, als die Tage zuvor.

Nach einer langen Nacht des Postprocessings und wenig Schlaf starten wir früh morgens mit einem gehetzten Frühstück. Wie meistens ist die Planung nicht so wirklich ausgereift und im Endeffekt muss das Brot dann sogar im Bus fertig gegessen werden. Absolut nicht lustig, denn für ein richtiges Frühstück wäre ich gerne auch eher aufgestanden. Hätte ich es bloß gewusst…

Dann geht es in das eineinhalb Stunden entfernte Stokksnes. Hier verbringen wir den ganzen Morgen am Strand und in den Dünen. Zum ersten Mal gefallen mir sogar schon die RAW Dateien. Heute habe ich versucht mich an Shadi zu orientieren, weil ich ziemlich beeindruckt bin von seinen Fotos. Eigentlich noch mehr als von den anderen beiden, zumindest was Landschaftsfotos angeht. Der Plan erschien mir so lange gut, bis ich deshalb von einer Welle überrascht wurde. Auf einmal stand die halbe Anna im Wasser. Da bringt auch kein Goretexschuh was. Füße nass, Schuhe nass, 3 Hosen nass. Erstaunlicherweise ging die Temperatur sogar noch. Oder ich habe in dem Schockmoment nicht gemerkt, wie kalt das Wasser wirklich ist. Wenigstens das Wellenfoto ist was geworden. 

Strand mit Sonne in Island

Strand mit Sonne in Island

Aber ich bin nicht alleine. Mindestens 5 von uns haben das gleiche Problem. Mein Glück, denn so fahren wir erst zum Hotel zurück, bevor wir zum nächsten Ort weiterfahren. Es bleibt eine Stunde Zeit, zum Umziehen und Schuhe trocken föhnen. Der Hotelföhn findet das nicht so lustig und gibt den Geist auf. Dann organisiert Nathaly eine portable Heizung und ich föhne mit meinem eigenen Föhn weiter. Am Ende fühlen sich die Schuhe halbwegs trocken an.

Ein riesiger Jeep wartet auf uns und wir holpern 45min lang über Eis ud Geröll. Jeder bekommt Spikes für die Schuhe und einen Helm, dann geht es zu Fuß weiter. Irgendwie dachte ich die Eishöhle wäre dann auch nur für uns reserviert, aber nix da. Es wimmeln etliche Menschen umher und zerstören jegliche Versuche von Belichtungsreihen. Trotzdem cool da drinnen. Cool im doppelten Sinne. Denn so wirklich trocken scheinen die Schuhe dann doch noch nicht zu sein und die Füße passen sich der Untergrundtemperatur an. Wie immer kann Dany sich nicht an die vorgegebenen 20min halten und handelt noch eine ordentliche Verlängerung aus. Wenigstens verschwinden die anderen Touristen und es ist dann einfacher für uns.

Es ist schon dunkel, wenn wir zurückfahren und wir hatten noch keine Gelegenheit für einerichtige Mahlzeit. Ich finde, alle die sagen, dass das Reisen mit miz anstrengend ist, sollten ihre Aussage noch mal überdenken. Es geht definitiv schlimmer!