Im Reisebus von Kanada nach New York

Wir waren so verrückt und wollten möglichst billig reisen. Deshalb haben wir uns für die Fahrt von Quebec nach New York im Reisebus entschieden. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, haben wir den Spaß auch noch auf nachts verlegt.

Eine Direktverbindung existiert nicht. Nicht mal beim gleichen Busunternehmen konnten wir die Fahrt buchen. Also haben wir den Orleans Express nach Montreal gebucht und dort sollte es zweieinhalb Stunden später mit Greyhound weitergehen. Die Aufenthaltszeit in Montreal war für unser Abendessen geplant. Leider hatte dann der erste Bus eine Verspätung von gut 75Minuten. Dann musste ich mich noch für ein Märkchen für die Schließfächer in der ewig langen Ticketschlange anstellen. Bis unser Gepäck verstaut war und wir losgehen konnten, hatten wir schon nur noch 45Minuten übrig. Im Eiltempo und ziemlich getresst ging es dann in den Supermarkt. Eigentlich wollten wir in Ruhe essen gehen und das letzte Geld ausgeben. Dafür hat halt die Zeit nicht mehr gereicht. Also gab es dann abgepacktes Supermarktessen to go. Neuer Plan: am Bus Bahn essen, doch kaum sind wir dort angekommen, geht schon das Boarding für unseren Bus los. Um 21 Uhr sitzen wir endlich im Bus und kriegen Essen in de Magen. Dann geht es los zur US Grenze. Da müssen alle Passagiere aus dem Bus und das Einreiseprozedere über sich ergehen lassen. Auf dem Landweg kostet das scheinbar zusätzlich 6$ Bearbeitungsgebühr p.P. und eine Menge Zeit. Nachdem wir unsere Fingerabdrücke hergegeben haben, die Augen eingescannt sind und das Gepäck durchsucht ist, fahren wir weiter nach Albany. Dort werden wir nachts um 2Uhr aus dem Bus geekelt, weil dieser betankt wird. Als wir schon eine Stunde später müde wieder einsteigen, geht das Licht nicht mehr und die Lüftung hat ebenfalls den Geist aufgegeben. Wir können keinen alternativen Bus kriegen, also fahren wir so weiter. Gegen 5Uhr erreichen wir New York Cit unbeschadet, aber stinkend und ziemlich erschöpft. Super, dann kann der Tag losgehen. (Tipp für euch: hier hätte es sich bestimmt gelohnt stattdessen mehr Geld auszugeben und schnell rüberzufliegen).

Im Gegensatz zu Kanada ist das Subway System in NYC ziemlich einfach. Es gibt einen Ticketschalter, dort kaufen wir eine Wochenkarte und nun können wir fahren, bis zum Abwinken. Logisch und effizientes System. Damit kommen wir zurecht.

Viel zu früh sind wir im Hostel. Immerhin können wir für 2$ pro Gepäckstück den unnötigen Ballast loswerden und gönnen uns ein Frühstück in aller Ruhe. Allerdings müssen wir bis 7Uhr warten, früher macht hier wohl nix auf… Dafür finden wir immerhin etwas passendes für beide 😉

Da wir nicht ganz so leistungsfähig und zudem auch ziemlich früh sind, fahren wir erst runter zum Hafen. Dort kann man kostenfrei mit der Staten Island Ferry fahren. Von unterwegs hat man freie Sicht auf die Freiheitsstaue und Ellis Island. Damit wäre schon der erste Punkt unserer Liste abgehakt.

Statue of liberty

Statue of liberty

Als nächstes gucken wir uns Ground Zero an. Das Wetter ist nämlich nicht allzu sonnig heute und da passen Indoor-Aktivitäten ganz gut. Wir haben uns einen PASS gekauft, mit dem wir Eintritt zu drei Aktivitäten erhalten. Eine davon ist das 9/11 Tribute Centre. Hier wird man von Angehörigen der Opfer geführt und erfährt eine ganz persönliche Sicht der Anschläge. Unser Guide hat damals seinen Sohn verloren. Dieser hatte in den obersten Stockwerken des Nordturms gearbeitet und somit keine Chance zu entkommen. Was ich gar nicht wusste: es gab bereits 1993 erste Anschläge auf das World Trade Centre. Damals ist etwas in der Tiefgarage explodiert. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung, der Rauch ist in die Lüftungsanlage gelangt und die Türme musste evakuiert werden. Die Evakuierung hat viel zu lange gedauert. Daraufhin hat man die Notausgänge besser beleuchtet und vor allem regelmäßig Feuerübungen durchgeführt. Somit konnte die Zeit deutlich verbessert werden und das hat vermutlich 2001 auch vielen Menschen das Leben gerettet. Trotzdem mussten noch etwa 3000 Menschen sterben. Deren Namen stehen alle auf verschiedenen Gedenktafeln. An den Stellen, wo früher die Zwillibgstürme standen, sind jetzt riesige Brunnen errichtet worden. Offenbar steht das Wasser, was oben aus den einzelnen Drüsen ausströmt für all die Opfer. Später fließt das Wasser zu einer Masse zusammen und verschwindet in einem tiefen Loch, dessen Ende man von keiner Stelle aus sehe kann. Besonders ergreifend fand ich die Ausstellung in dem Tribute Centre. Hier sieht man Fotos, Filmaufnahmen, Tonaufnahmen der Feuerwehrleute, Bilder der Opfer und vor allem berichten Überlebende von Ihrem Erlebten. Der Eine wurde fast vom Flugzeug getroffen, doch im letzten Moment ist dieses noch abgedreht und so hat nur der Flügel noch sein Büro erwischt. Das muss ein sehr prägendes und schwer zu verarbeitendes Erlebnis sein. Richtig gruselig wird es dann, wenn man sich die Exponate anschaut. Hier ist ein Original Flugzeugfenster ausestellr, Metallteile, Überreste von Geenständen aus den Türmen. Mich hat das Ganze schon so mitgenommen, ich weiß gar nicht, wie die Leute es dann im Museum aushalten, wo die größeren Fundstücke ausgestellt sind und man auch noch Original Telefonate aus dem Turm mit Angehörigen vorgespielt kriegt.

Das neue WTC

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