Jojawar – Kamera verloren und gefunden

In Udaipur hat es uns gut gefallen. Dort leben nur eine halbe Million Menschen und deshalb ist der Verkehr viel entspannter. Allerdings geht es nun weiter ins ländliche Indien. Diesmal verschlägt es uns nach Jojawar. Nach vier Stunden Busfahrt kommen wir im Heritage Hotel an. Eine der schönsten Unterkünfte bisher.
Es gibt einen Pool, in dem wir unsere Füße abkühlen können. Zum kompletten Baden ist das Wasser dann doch zu kalt.

Am Nachmittag fahren wir mit zwei alten Chevrolets zu einem Vintage Zug. Die Autos sind enorm langsam, passen irgendwie gut zu dem Dorfleben, was einem nicht vorkommt wie im 21. Jahrhundert.
Der Zug ist ebenfalls sehr alt, außen braun, innen Holzklasse. Die Fenster haben keine Scheiben, sondern Gitterstäbe.
Der Plan war, dass wir uns unter die Inder mischen und eine Zugfahrt der anderen Art erleben. Die Inder sind nämlich sehr aufgeschlossen und interessiert uns gegenüber. Je nach Abteil werden haufenweise Fotos mit der Gruppe geschossen, Kinder herumgereicht oder Facebook-Daten angefragt.
Für mich war die Zugfahrt jedoch ein sehr schockierendes Erlebnis, da Benedikt beim Filmen mit meiner Actioncam der Fensterrollo auf die Hand gekracht ist. Vor lauter Schreck ist ihm dabei die Kamera aus der Hand gefallen und im Gebüsch gelandet. Und das vielleicht zwei Minuten nach der Abfahrt vom Startbahnhof.
All die Stunden Filmmaterial weg. Ich wusste gar nicht wie ich reagieren sollte, jedenfalls war mir die Laune schlagartig verdorben und ich hatte nicht mal mehr Lust Fotos zu machen.
Die Fahrer von den Oldtimern wurden informiert und haben sich daraufhin auf die Suche gemacht. Leider ohne Erfolg. Doch zum Glück hat unser Reiseleiter seinen Plan etwas angepasst und den Rundgang durch Jojawar auf den nächsten Tag verschoben, damit wir selbst noch mal nach der Kamera suchen können. Die ganze Gruppe war auch betroffen und hat sich freiwillig erklärt uns zu helfen. Kurz vor Sonnenuntergang haben unsere Fahrer die Kamera dann wie durch ein Wunder tatsächlich in einem der unzähligen Büsche gefunden. Sie geht sogar noch (nur ein Wiedergabeknopf ist eingedrückt und reagiert nicht mehr) und hat den Sturz komplett aufgenommen. Wir sind sooooooooo erleichtert, dass die 2 Stunden Filmmaterial nicht verloren sind und haben die Finder mit einem anständigen Trinkgeld glücklich gemacht. Für uns sind es nur 13€, aber für die scheint das sogar ein Wochenlohn gewesen zu sein (wie wir nachher erfahren haben). Jetzt sind wir alle glücklich und erleichtert! Die Speicherkarte ist ausgetauscht, so dass wenigstens die ersten zwei Wochen der Reise im Rucksack gesichert sind, falls noch mal was dummes passiert. Wobei ich die Kamera jetzt auch nicht mehr in fremde Hände geben möchte.  😉