Kameraeinstellungen für Reiseaufnahmen

Schon seit vielen Jahren fotografiere ich mit Spiegelreflexkameras. Je länger ich mich mit der Technik befasse, desto größer wird mein Verlangen mein Equipment, meine Arbeitsweise und die Ergebnisse zu verbessern.
Auf Reisen muss ich jedoch Kompromisse eingehen, denn Größe und Gewicht der Ausrüstung sind durch Reiseanbieter und meine Kräfte beschränkt.
Deshalb habe ich überwiegend ein „Immerdrauf“-Objektiv dabei, das es mir erlaubt spontane Schnappschüsse zu machen.
Für besondere Locations und Landschaften bereite ich mich vor und packe ein weitwinkligeres Objektiv ein und plane vorab den Standort und Aufnahmezeitpunkt.
Damit ich trotz eingeschränkter Ausrüstung das beste aus den Fotos herausholen kann, beachte ich ein paar Einstellungen:

RAW Format zum Bearbeiten
Den größten Bearbeitungsspielraum hat man bei RAW-Bildern. Allerdings ist die RAW-Entwicklung auch sehr arbeitsintensiv und setzt einen vernünftigen PC voraus. Daher fotografiere ich auf Reisen immer RAW und JPG. Die JPG Bilder kann man auch auf einem Netbook angucken und so wie sie sind in einen Reiseblog hochladen. Für ernsthafte Bearbeitungen zu Hause gibt es dann noch die hochwertigeren RAW-Dateien. Während einer Reise reicht eine einzige Speicherkarte ohnehin nicht aus, daher habe ich sowieso immer meinen Laptop als Speichermedium dabei. Wer ganz vorsichtig ist, kann auch noch eine externe Festplatte mitnehmen und die Bilder dort extra sichern (wäre ja super ärgerlich, wenn die tollen Urlaubserinnerungen einfach so verloren gehen würden) oder sie in einen Onlinespeicher hochladen, insofern eine schnelle Internetverbindung vorliegt.

Größte Auflösung einstellen
Auch wenn es viel Speicherplatz verbraucht, stelle ich grundsätzlich immer die höchste Auflösung ein. Für die kleinen 10×15 Standardfotos braucht man zwar keine 18MP, aber gerade im Urlaub entstehen manchmal so tolle Bilder, dass man sie gerne auch größer entwickeln lassen möchte.  

Histogramm nutzen
Gerade wenn man weit weg von zu Hause ist und sich das Motiv nicht einfach wiederholen lässt, ist es wichtig, dass man die Bilder unterwegs schon prüft. Am besten lässt man sich in der Kamera das Histogramm anzeigen. Hier kann man direkt sehen, ob Bildbereiche über- oder unterbelichtet sind. Eine ausgewogene Belichtung ist gleichmäßig über das ganze Histogramm verteilt.
Wenn zu viel Kontrast in einer Szene enthalten ist, kann man auch eine Belichtungsreihe anfertigen. Einzelne, neue Kameramodelle bieten sogar schon eingebaute HDR-Modi mit denen man eine Belichtungsreihe ohne Stativ aufnehmen kann. Ich besitze leider noch keine davon :-/

Weißabgleich
Fotografiert man im RAW-Format, kann man den Weißabgleich am Computer korrigieren. In allen anderen Fällen, sollte man sich vor der Aufnahme schon Gedanken darüber machen, welche Farbtemperatur zu den verschiedenen Uhrzeiten existiert. Bei Dunkelheit ist es meistens so grob um 2000-3000K, bei normalem Sonnenschein hat man ca. 5000K und bei Bewölkung/Abendlicht steigt die Farbtemperatur noch etwas höher.
Verwendet man Filter, ist es ratsam vorher rauszufinden, um welchen Wert sie die Farbtemperatur verfälschen und den Kelvinwert manuell zu korrigieren. Mein ND-Filter „erwärmt“ das Bild um etwa 1500K – das ist schon eine ganze Menge, also kann ich entweder den Kelvinwert um diesen Betrag reduzieren oder ich erhalte Sepia-Effekte in meinen Fotos.

Belichtungsmessung
Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Messmodi. Bei der Matrixmessung werden Werte über das ganze Motiv gemessen (für die meisten Situationen geeignet). Weiterhin gibt es eine mittenbetonte Messung, die sich auf die 60-80% in der Bildmitte beschränkt (z.B. für Porträts mit Gegenlicht). Außerdem gibt es die Spotmessung. Hier wird nur ein kleiner Punkt gemessen und richtig belichtet (für Motive mit großen Helligkeitsunterschieden).