Kurztrip nach Hamburg

Ein neuer Feiertag, ein neuer Brückentag: also auch eine neue Reise. Die Zeit muss schließlich genutzt werden.

Für diese vier Tage steht Hamburg auf dem Programm. Zwar war ich hier schon mehrfach, aber nie mit Spiegelreflexkamera. Das heißt hier gibt es noch Fotomotive, die auf mich warten. 

Der ganze Ausflug war eine sehr kurzfristige Sache, deshalb waren auch keine tollen (bezahlbaren) Hotels mehr frei, ebenso Zugtickets. Daher dachte ich wir könnten ja mal den Flixbus testen. Hier muss man nicht umsteigen, das hörte sich lukrativ an. Im Nachhinein finde ich die Bahn auf langen Fahrten doch angenehmer und auch die Reise mit dem Postbus nach Dresden letztes Jahr war entspannter. Beim Postbus werden längere Pausen gemacht, ansonsten ist der Komfort im Fernbus recht ähnlich. Es gibt WLAN und eine Steckdose, somit kann man sich die Zeit am Handy vertreiben…

Mit dem Wetter haben wir nicht so viel Glück. Am ersten Abend schüttet es wie aus Eimern. Daher drehn wir eben direkt nach der Alsterumrundung wieder um. Für Freitag sieht das Wetter vielversprechend aus. Es soll leicht bewölkt sein. Froher Dinge laufen wir los zur Speicherstadt. Erster Regenschauer. Das habe ich mir anders vorgestellt. Wir warten unter einem Hausvorsprung, bis es aufhört. Dann gehen wir weiter. 

Seit kurzem ist die Elbphilharmonie fertig und für Besucher geöffnet. Die Tickets kosten nichts, entsprechend viel Andrang herrscht dort. Doch die Schlangen werden schnell kleiner und nach wenigen Minuten stehen wir auch schon auf der langen Rolltreppe, auf dem Weg zur Aussichtsplattform. Diese liegt über dem  gemauerten Sockel und führt 360° herum. An den interessanten Seiten staut es sich, ansonsten ist die Aussichtsplattform sehr für Fotografen geeignet. Man darf sogar ein Stativ mitnehmen und mit viel Geduld, an einem windstillen Tag, könnte man von hier oben ganz gut fotografieren. Wir haben aber richtig starke Sturmböen zwischendurch, da kann man ernsthafte Fotos vergessen.

Als nächstes geht es zu den Landungsbrücken. Von hier aus erhoffe ich mir eine gute Sicht auf die Elbphilharmonie, aber natürlich kommt auch hier etwas dazwischen: eine Baustelle. Nächste Idee: anderes Ufer. Nur wie kommt man da hin? Meine Fotorecherche hat keine tollen Fotos vom anderen Ufer gezeigt: kommt man dort hin? Wir probieren es einfach aus: durch den alten Elbtunnel laufen wir zum anderen Ufer. Hier gibt es tatsächlich eine Aussichtsplattform. Mist, hier versauen drei Poller die Sicht. Aber eine Wiese in der Nähe scheint einen unverbauten Blick zu ermöglichen. Nur noch einen Schlenker um einen Wasserarm und schon sind wir da. Ganz ohne andere Touristen, der Umweg ist zu weit. Hier stehen wir und bereiten die Fotos vor, einsam auf der Wiese, abseits von allem und aus den “leichten Wolken“ kommt ein dicker Regenschauer herunter. Keine Chance zum Kamera wegpacken oder sich selbst unterzustellen. Also schmeißen wir schnell die Regenhülle des Rucksacks über Kamera und Filter und lassen den Rest passieren. Der neue Kamerarucksack ist gegen leichten Regen von sich aus geschützt. Insofern ist dort auch glücklicherweise noch alles trocken. Nur wir sind von hinten nass. Die Fotos von der Elbphilharmonie sind nichts geworden, weil die Windböen zu stark an der Kamera gewackelt haben. Ständig neue Hindernisse. Wir gehen zurück zum Elbtunnel. Bis wir ankommen hat der Sturm uns fast komplett getrocknet. Trotzdem wird es Zeit für eine lange Kaffeepause bei Starbucks. Die Füße danken uns. Nachdem die Kleidung gewechselt ist (deutsche Sommerabende: lange Hose und 1-2 Jacken) und wir uns mit Abendessen gestärkt haben, geht es wieder los. Mein Blaue Stunde Motiv ist erneut die Speicherstadt. Das gleiche denken sich auch andere Fotografen und so belagern wir die ganze Brücke. Die meisten haben eine Begleitung ohne Fotointeresse dabei, die auf die unterschiedlichsten Arten wartet. Eine Frau hat sich eine Flasche Wein mitgebracht und trinkt sich den Abend schön. Gar keine so schlechte Idee. Wenigstens klappen die Fotos hier und ich habe das erste Motiv im Kasten! Da die Dämmerung hier lange hält, gehen wir auch noch weiter zu den Hause Magellanterrassen.

Nun reicht s für einen Tag. Der Schrittzähler steht bei 36000 Schritten und knapp 25km. Wir fallen ins Bett und freuen uns, dass die Füße jetzt nichts mehr tun müssen.

Die Fotos von Hamburg findet ihr übrigens in der Rubrik Fotos/Europa/Deutschland.