Lofoten im Winter – die Anreise

Nachdem mir die Lofoten im Sommer so gut gefallen haben und die Nordlichter in Island so selten sichtbar waren, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich eine der beiden Reisen wiederhole. Wieso nicht verbinden? Also ging es diese Woche zurück auf die Lofoten – im Winter. Wie auch beim letzten Mal, war die Anreise lang und anstrengend. Am Donnerstag ging es direkt von der Arbeit in den Flieger. Mit Zwischenstop in Stockholm sind wir nach Kiruna, in die nördlichste Stadt Schwedens geflogen. Hört sich erst mal komisch an, schließlich sind die Lofoten in Norwegen, doch der nächstgelegene Flughafen mit günstigen Flügen ist tatsächlich in Schweden. Von hier sind es keine 500km bis zu den Lofoten und weniger als 200km bis zur norwegischen Grenze.
Die niedrigen Temperaturen in Deutschland haben uns gut auf das arktische Klima vorbereitet. Es ist zwar um die -13° kalt, als wir in Kiruna auf der glatten Landebahn ankommen, aber wir frieren nicht. Die Luft ist trocken und ziemlich windstill. Über eine dicke Eisschicht laufen wir von der Flugzeugtreppe zum Flughafengebäude. Tür auf, schon stehen wir vor dem mini Gepäckband. Es herrscht ein großes Gewatz, aber bis unsere Koffer ankommen, geht es einigermaßen.
Der Flughafen in Kiruna ist sehr klein, am Donnerstag sind zum Beispiel nur drei Flugzeuge angekommen. Immer 30min nach Landung des Fliegers fährt ein Bus in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir mit dem Taxi fahren, aber die einzigen fünf Taxis sind vor uns schon belegt. Also ab in den Bus. Von der Haltestelle müssen wir mit unseren 30kg Gepäck noch 10min über Schnee und Eis zur Unterkunft laufen. Besonders bei der Steigung macht dies nicht mehr so viel Spaß und wir sind froh, dass der Zimmerschlüssel wie versprochen im Briefkasten auf uns wartet, denn wir sind mehr als zwei Stunden nach dem Check In erst angekommen. Nun heißt es noch Betten beziehen – mitten in der Nacht.
Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf, unser Mietwagen kann ab 8:30 am Flughafen abgeholt werden. Nachts hat die Vermietung geschlossen, deshalb müssen wir noch mal zurückfahren. Wie kommt man nun zum Flughafen? Der Bus fährt schließlich nur, wenn danach auch ein Flugzeut startet… Wir bitten das Hotelpersonal uns ein Taxi zu rufen und sie schaut schon sehr skeptisch, denn in Kiruna gibt es nur sehr wenige Taxis und manche Gäste reservieren sich ihren Zeitslot schon ein JAHR im Voraus!! Richtig krass. Noch unglaublicher ist es, dass genau in diesem Moment ein Taxi in der Nähe frei geworden ist und uns tatsächlich zum Flughafen bringt. Manchmal kann man ja auch einfach Glück haben! Das war es dann auch schon, denn der Schalter von Europcar ist geschlossen. Einen Anruf später, kommt ein Mitarbeiter mit unserem Golf vorbeigefahren. Die Reifen haben keine Spikes, wir sind erst mal verdutzt, schließlich ist der ganze Boden dick vereist. Wie kommt man darauf ohne Spikes oder Schneeketten zurecht? Es bleibt nichts anderes übrig, als es auszuprobieren. Dank dem Split auf der Straße greift es auch ganz gut und die Landstraße ist sogar geräumt. Das Wetter ist besser als die Vorhersage und wir kommen bei sonnigem Wetter einwandfrei voran. Pünktlich am Abend erreichen wir unsere Hütte auf den Lofoten. Die Sonne geht um kurz nach 5 unter – Ziel erreicht: bei Tageslicht angekommen. Ronny, unser Vermieter ist auch schon da und berichtet uns erst mal alles mögliche rund ums Angeln (er ist Berufsfischer). Irgendwann zeigt er uns auch die Wohnung. Wir haben eine bombastische Aussicht auf die Hafeneinfahrt – aus jedem Zimmer!
Da Wolken aufziehen, ruhen wir uns die erste Nacht aus und verschieben die Nordlichtjagd auf eine klarere Nacht.

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