Packliste für eine Fototour in Norwegen (Winter)

Norwegen bietet zu jeder Jahreszeit unzählige Fotomotive. Im März war ich für 10 Tage auf den Lofoten auf Nordlichtjagd. Die Vorbereitungsphase hierfür war lang und kostenintensiv und bis zuletzt war ich mir unsicher, ob ich gut ausgestattet bin. Hier erfahrt ihr, was ich alles dabei hatte oder auch gerne dabei gehabt hätte. Ich hoffe, dass ich euch mit der Packliste bei der Vorbereitung für eure Fotoreise in den Norden behilflich sein kann!

Fotografieren am Strand in Island: 3 Lagen Hosen, Gummistiefel und trotzdem nasse Füße 😉

Warme, wasserfeste und winddichte Kleidung

Die Basis für eine erfolgreiche Fotosession ist angemessene Kleidung. Es ist wichtig warm und trocken zu bleiben. Thermounterwäsche, Zwiebelprinzip und eine wasserdichte Außenschicht sollten zur Grundausstattung gehören.

Erste Schicht

Die erste Schicht sollte dicht an der Haut anliegen und den Körper warm und trocken halten. Merinowolle hält zwar auch sehr gut warm, aber sie ist kratziger und teurer, als die Funktionskleidung aus Polyester und Elasthan. Diese ist ultra kuschelig, hält den Körper richtig warm und leitet den Schweiß nach außen und trocknet schnell. Achtung: es gibt verschiedene Wärmestufen, fürs Fotografieren in Europas Norden kann ich euch die wärmste Variante empfehlen!

Zwischenschicht(en)

Je nachdem, wie kälteempfindlich ihr seid, folgen nun eine oder mehrere extra Schichten Kleidung. Mir hat eine weitere Hose gereicht. Wichtig ist, dass zwischen jeder Schicht etwas Luft bleibt, nur so hält das Zwiebelprinzip warm. Außerdem macht es Sinn, dass auch die nächste Schicht aus funktionalen Textilien besteht, die den Schweiß weiter nach außen transportieren können und noch dazu schneller trockenen, als beispielsweise eine Jeans. Gerade wenn ihr euch an ungeschützten Ecken aufhaltet, wie an Stränden oder auf Berggipfeln, sind auch winddichte Kleidungsstücke Gold wert! Das non plus ultra wären natürlich auch wasserdichte Hosen, aber ich hatte vor meiner Reise nichts passendes gefunden (oder es war mir zu teuer).

Außenschicht

Die äußerste Schicht sollte definitiv wind- und wasserfest sein! Ich habe mir hierzu eine Regenjacke angezogen und eine überziehbare Regenhose, deren Beine man komplett öffnen kann. So war es möglich die Hose bei Bedarf auch on Location überzuziehen. Im Endeffekt war es unter der Regenhose dann jedoch so kuschelig warm, dass ich sie meistens angelassen habe, egal ob es geregnet hat oder nicht, denn hier kommt wirklich gar kein Wind mehr durch. Kopf, Hals und Hände sollten natürlich auch warm eingepackt werden.

Für den Fall, dass ihr mal ins Wasser fallt oder von einer hohen Welle überrascht werdet, ist es ratsam eine Wechselmontur dabei zu haben. Die Schuhe sollten ein gutes Profil haben. Auch Steigeisen und Gamaschen sind keine schlechte Idee, je nachdem welche Expeditionen ihr vorhabt und wie viel ihr für euer Traummotiv auf euch nehmen wollt. Mehr dazu auch in meiner Packliste für eine Winterwanderung auf den Lofoten.

Für den Strand

Für die Fotosessions ausschließlich am Strand habe ich mir dieses Jahr eine Wathose aus dem Angelbereich zugelegt. Dies ist eine Gummistiefelhose, die bis über den Bauch geht. Es gibt Wathosen aus Gummi und aus Neopren. Die Neoprenhosen halten wärmer, sind aber auch viel schwerer und vor allem schwieriger in Damengrößen zu finden. Deshalb habe ich mir eine Gummi-Wathose für Jugendliche gekauft. Für Männer mit längeren Beinen sollte die Auswahl deutlich einfacher sein. Natürlich hält die Wathose nicht sonderlich warm, aber glaubt mir: es ist allemal angenehmer, wenn man trocken bleibt!

Ausrüstung

Nachdem es nachts in Island beim Warten auf die Nordlichter wirklich kalt und ungemütlich wurde , habe ich mir für die Lofoten ein paar Hilfsmittel besorgt. Dazu gehören zum Beispiel wärmende Schuhsohlen. Es gibt verschiedene Optionen: beheizbare Socken oder Einlegesohlen, die mit einem Akku betrieben werden.

Beheizbare Socken

Hätte ich eigentlich am besten gefunden. Passen in jeden Schuh und auch in die Wathose. Man kann jedoch nicht einfach eine gewöhnliche Powerbank anschließen, sondern braucht die passenden Akkus, welche auch noch in der Hose verstaut werden müssen. Kostenpunkt zusammen etwa 300€. Mir eindeutig zu viel, aber der Vollständigkeit halber wollte ich es hier ergänzen.

Beheizbare Schuheinlagen

Hätte ich auch spannend gefunden. Doch auch hier benötigt man die gleichen Akkus, wie beiden Socken und kann keine gewöhnliche USB Powerbank anschließen. Kostenpunkt zusammen etwa 250€. Immer noch zu teuer, außerdem müssen die Sohlen dann auch noch in die Schuhe passen (bei schmalen Füßen gar nicht so einfach).

Sohlenwärmer

Da die beiden erstgenannten Varianten für mich ausgeschieden sind, habe ich mir letztenendes für jeden Tag ein paar Sohlenwärmer gekauft. Eigentlich finde ich Wegwerfprodukte ja nicht besonders umweltfreundlich und vermeide sie sonst eher, aber in diesem Fall habe ich mich dann doch für Einwegsohlen entschieden. Diese sind Luftdicht verpackt und sowie sie an die Luft kommen fangen sie an zu wärmen. Hält ein paar Stunden und passt sich dem Schuh leichter an.

Handwärmer

Besonders kalt war es an den Händen.  An einen Handwärmer hatte ich natürlich nicht gedacht. Diesen würde ich aber definitiv für die nächste Reise kaufen und einpacken!

Weitere nützliche Utensilien für längere Wartezeiten am Abend

Während man auf die Nordlichter wartet, vergeht manchmal viel Zeit. Es ist empfehlenswert genügend Essen, Trinken (Thermoskanne) und am besten auch eine Sitzgelegenheit (Sitzmatte oder Campinghocker) mitzubringen. Natürlich gibt es auch etliche weitere Dinge, die man kaufen oder mitbringen könnte, aber diese Packliste beschränkt sich auf die Menge an Gepäck, welche man ohne Sperrgepäck im Flugzeug transportieren kann 😉

Fotoausrüstung

Vollformat Kamera

Neun Jahre lang habe ich mit Cropkameras fotografiert, bin nun aber zu dem Schluss gekommen, dass man mit Vollformatkameras noch mehr rausholen kann. Nachts gibt es weniger Bildrauschen, außerdem kommt kein lästiger Vergrößerungsfaktor dazu. Noch dazu kann man ein paar mehr Spielereien damit machen, wie z.B. 4K Videos, 7er Belichtungsreihen direkt in der Kamera einstellen und viel mehr.

Stativ

Mir ist es zum Reisen wichtig, dass das Stativ ein kleines Packmaß hat und ohne große Probleme in meinen Koffer passt. Außerdem möchte ich Gewicht sparen, wo immer es mir möglich ist, daher habe ich mich für ein Carbon-Stativ entschieden. Hierbei sollte man immer darauf achten, dass es trotzdem noch stabil ist. Mit dieser Auswahl bin ich schon seit einigen Jahren glücklich unterwegs.

Filter

Filter sind das A und O in der Landschaftsfotografie. Mit ihnen kann man die Belichtungszeit verlängern und schafft es so, dass das Meer glatt und weich aussieht, die Wolken interessante Spuren ziehen oder Menschen verschwinden. Ich verwende die Filter von Formatt Hitech, da sie sehr farbneutral sind. Es gibt verschiedene Filtergrößen, ich verwende die größten, die es überhaupt gibt. Wieso? Weil es die einzigen sind, die man auch an Ultraweitwinkel-Objektiven verwenden kann.

Akkuzubehör

Statt dem herkömmlichen Ladegerät, bietet es sich an ein USB-Ladegerät mitzunehmen, welches man direkt unterwegs über eine Powerbank betreiben kann. Verlinkt habe ich hier eine Powerbank mit zusätzlicher Solarladefunktion, hört sich spannend an – habe ich aber leider noch nicht selbst getestet. Nehmt aber trotzdem ein paar Ersatzakkus mit: in der Kälte entladen sie sich schneller – vor allem wenn ihr viel mit Liveview arbeitet.

Weiteres Zubehör

Ausreichend Speicherkarten, eine Funkfernbedienung und ein großer Fotorucksack, in dem man das ganze Zubehör unterbringt dürfen natürlich auch nicht fehlen.

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