Packliste für eine Winterwanderung auf den Lofoten

Auf den Lofoten ist es dank dem Golfstrom im Winter vergleichsweise mild. Während die Temperaturen im Inland auch gerne mal auf -40°C absinken, bleibt es auf den Lofoten meist nah um den Gefrierpunkt. Dafür ist es windiger und es gibt viel Eis. Besonders wenn man auf einen der vielen aussichtsreichen Gipfel wandern möchte, muss man mit teils stark vereisten Abschnitten rechnen. Ohne entsprechende Ausrüstung unmöglich!

Warme, wasserfeste und winddichte Kleidung

Die Basis für eine erfolgreiche Winterwanderung ist angemessene Kleidung. Es ist wichtig warm und trocken zu bleiben. Thermounterwäsche, Zwiebelprinzip und eine wasserdichte Aussenschicht sollten zur Grundausstattung gehören.

Erste Schicht

Die erste Schicht sollte dicht an der Haut anliegen und den Körper warm und trocken halten. Merinowolle hält zwar auch sehr gut warm, aber sie ist kratziger und teurer, als die Funktionskleidung aus Polyester und Elasthan. Diese ist ultra kuschelig, hält den Körper richtig warm und leitet den Schweiß nach außen und trocknet schnell. Achtung: es gibt verschiedene Wärmestufen, beim Wandern auf den Lofoten kann ich euch mittelwarme bis warme Unterwäsche empfehlen. Beim Aufstieg wird es doch schnell sehr warm, bei einer Pause auf dem Gipfel kühlt euch der Wind hingegen ordentlich ab.

Zwischenschicht(en)

Je nachdem, wie kälteempfindlich ihr seid, folgen nun eine oder mehrere extra Schichten Kleidung. Mir hat eine weitere Hose gereicht. Wichtig ist, dass zwischen jeder Schicht etwas Luft bleibt, nur so hält das Zwiebelprinzip warm. Außerdem macht es Sinn, dass auch die nächste Schicht aus funktionalen Textilien besteht, die den Schweiß weiter nach außen transportieren können.

Außenschicht

Die äußerste Schicht sollte definitiv winddicht sein! Wasserfest ist generell auch nicht schlecht, aber der Schnee auf den Lofoten ist sehr trocken und macht die Kleidung eigentlich nicht nass, selbst wenn man mal bis übers Knie tief einsackt: Schnee abgeschüttelt und alles ist wie vorher.

Ich hatte während meinen Wanderungen eine Regenjacke angezogen, die ich dann je nach Bedarf ausziehen konnte. Am Gipfel hat sie mich gut vor dem Wind geschützt und außerdem weiß man ja nie, wie sich das Wetter entwickelt. Ich hatte fast nur Sonnenschein, aber man hört ja auch oft von wechselhalfterem Wetter.

Wanderhilfen

Beim Wandern in Norwegen kann ich euch wärmstens richtige Steigeisen empfehlen. Damit könnt ihr sorgenfrei auf dickstem Eis laufen und rutscht nicht ab! Gamaschen hingegen sind vermutlich wieder geschmackssache. Ich habe sie immer verwendet, einfach um zu verhindern, dass Schnee oben in den Schuh eindringen kann und ich bin des Öfteren in tieferem Schnee gelandet. Mit der Ausrüstung konnte mir das egal sein, einfach wieder das Bein rausgezogen und weiter ging es. Wanderstöcke nehmen etwas Gewicht ab und geben auch Stabilität bei manchen Abschnitten, wo man etwas zum Festhalten oder Abstützen vermisst. Die Wanderungen wären auch ohne Wanderstöcke möglich gewesen, doch mir haben sie durchaus geholfen.

Hände und Füße warm halten

Das Zwiebelsystem hält den Körper warm, doch die Endstücke werden trotzdem noch schnell kalt. Ich hatte bei meinen Wanderungen wärmende Schuhsohlen verwendet. Je nach Wanderschuh bleiben die Füße vielleicht auch von alleine warm, aber bei mir ist das definitiv nicht der Fall. Mit den Sohlen hingegen war es immer angenehm warm in den Schuhen und stundenlanges Stehen und Gehen auf Schnee und Eis ist kein Problem gewesen. Handwärmer hatte ich leider nicht gekauft und was hat natürlich am meisten gefroren? Richtig: die Hände! Beim Wandern wurden sie warm, aber kaum auf dem Gipfel angekommen und ein paar Fotos gemacht, waren die Flossen wieder kalt wie Eis und ich hatte kaum noch Gefühl in den Fingern. Nächstes Mal kaufe ich definitiv auch Handwärmer!

Für die Pause unterwegs

Es ist empfehlenswert genügend Essen, Trinken (Thermoskanne) und am besten auch eine Sitzmatte mitzubringen. Bei meiner ersten Wanderung hatte ich eine Thermoskanne Tee und eine Flasche Wasser dabei, doch noch vor Erreichen des Gipfels ist das Wasser schon langsam eingefroren. Es ist also nicht nur furchtbar kalt im Mund, sondern irgendwann auch unmöglich etwas aus der Wasserflasche zu trinken. Daher packt euer Trinken in eine isolierte Flasche! Nach besonders anstrengenden Abschnitten war mir mehr nach erfrischenden Getränken zumute, bei längeren Sitzpausen auf der leichten Isomatte hingegen ist ein wärmender Tee optimal. Auch unser Proviant war irgendwann fast eingefroren. Es ist durchaus empfehlenswert auch hier einen Kälteschutz mitzubringen, zum Beispiel eine Kühltasche, in die man das Essen steckt und so etwas wärmer behält.

Die Wanderwege sind im Winter zwar vereister, aber nicht zwangsläufig schwieriger, als im Sommer. Ich würde sogar sagen, dass die Kletterabschnitte etwas einfacher sind. Die „Stufen“ auf Felsen sind kleiner, weil die Ritzen zugeschneit und festgefroren sind. Man muss die Beine also etwas weniger hoch heben. Außerdem kann man querfeld ein marschieren, da man dank dem Frost nirgendwo im Schlamm versinkt. Allgemein ist es ratsam auf den Spuren vorheriger Wanderer zu bleiben, hier sackt man nicht so tief in den Schnee ein und es ist etwas weniger mühsam voranzukommen. Man denkt vielleicht, dass die Wege schwer zu erkennen sind, doch wir hatten keine Probleme damit den Weg zu erkennen. Es wandern tatsächlich viele Leute auch im Winter und die Spuren sind gut zu erkennen. An manchen Stellen findet man sogar markierte Steine, die den Weg anzeigen. Eine tolle Zusammenstellung verschiedener Wanderwege findet ihr übrigens bei 68north.

Wenn ihr oben auf dem Gipfel auch noch tolle Fotos machen wollt, schaut doch auch bei meiner Packliste für eine Fototour in Norwegen vorbei.

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