Ranakpur

Der erste lange Tag im Bus steht an. Von Jodhpur, der zweitgrößten Stadt Rajasthans, geht es nach Ranakpur. Unser erster Stop während der Fahrt ist gefühlt mitten im Nirgendwo bei einer Teppichweberei. Schwer zu glauben, dass sogar Prince Charles und Richard Gere schon dort waren und hier Teppiche gekauft haben. Dieser kleine Händler im ländlichen Indien hat schon mehr Promis getroffen als ich und dabei ist er im Leben noch nie weiter als in die nächste Stadt gekommen.
Wie überall zuvor, ist auch dies hier eine Verkaufsshow. Zu Beginn wird uns erklärt, wie die Teppiche gewebt werden und dass die Wolle aus Südindien, welche für die Teppiche verwendet wird, ausschließlich mit Naturfarben gefärbt wird. Der Masala Tee aus den kleinen, versifften Tässchen darf selbstverständlich nicht fehlen. Über die Hygiene darf man sich wirklich keine Gedanken machen. Nirgendwo sonst auf der Welt war es so dreckig, wie in Indien – zumindest in den 28 Ländern, die ich bisher besucht habe.
Nachdem wir über die Herstellung der Teppiche aufgeklärt sind, werden die fertigen Exemplare angeschleppt und vor uns verbreitet. Für einen kleinen Teppich brauchen die Leute etwa 1 Monat, je nachdem wie aufwändig das Muster ist. Die Kosten belaufen sich dann auf etwa 200 US$ inkl. Versand weltweit. Viel Geld für ein Souvenir, aber wenn man bedenkt, wie viel Handarbeit da reingeflossen ist, dann ist es wiederum sehr günstig.

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Teppichvorführung

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Verschiedene Designs

Anschließend setzen wir unsere Reise auf Landstraßen fort. Ständig sind Holperstreifen auf die Straße geteert und wir werden in einer Tour durchgeschaukelt. Des Weiteren kommen unglaublich viele Schlaglöcher, Kühe, andere Tiere und immer mal wieder andere Fahrzeuge dazu. Der Verkehr ist hier viel entspannter. Manchmal sind wir fast alleine auf der Straße.

Am Nachmittag besichtigen wir den Jain Tempel in Ranakpur.
Jain ist eine Religion in Indien, der ca. 12 Millionen Inder angehören. Auch wenn es nicht die größte Religionsgemeinschaft ist, hat sie doch einen gewissen Einfluss auf das Land. Selbst Mahatma Gandhis Handeln wurde vom Jainismus beeinflusst.
Der Tempel ist angenehm kühl und mit unheimlich vielen Verzierungen im Marmor bestückt.

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Jain Tempel

Am Abend übernachten wir in einem abgelegenen Hotel&Spa. Bisher das schönste der Reise! Und es ist für indische Verhältnisse wirklich sauber.
Wir sind fast die einzigen Gäste und der Reiseveranstalter hat Livemusik für uns organisiert. Kurz darauf tanzen wir alle zu indischer Musik ums Lagerfeuer und haben unseren Spaß (Video folgt, wenn ich wieder in DE bin).