Reiseplanung mit WorldWideWeg

Schritt 1: die Idee

Am Anfang einer Reise steht bei mir immer die Idee: der Wunsch ein bestimmtes Land oder bestimmte Orte zu sehen.
Da ich am liebsten individuell reise, kann ich auch genau MEINE Vorstellungen umsetzen und muss nur wenige Kompromisse eingehen.
Mich stresst es, einfach drauf los zu fahren, nicht zu wissen wo ich schlafe und wie lange ich dort bleiben werde, geschweige denn, was man so alles unternehmen könnte – für andere Menschen mag dies die unbegrenzte Freiheit bedeuten – aber ich weiß lieber vorher genau, worauf ich mich einlasse.
Mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung möchte ich dir zeigen, wie ich eine solche Planung angehe.

Schritt 2: mache dir Gedanken über deine Rahmenbedingungen

Bevor es mit der Planung losgeht, solltest du dir darüber klar werden, wie lange du wegfahren kannst und willst, welches Budget du ausgeben möchtest und welche Arten von Unterkünften und Verkehrsmitteln für dich in Frage kommen.
Dauer und Budget sind vermutlich maßgeblich dafür, ob sich die Reise realisieren lässt.
Je häufiger du Reisen selbst planst, desto realistischer kannst du Reisekosten und -zeit auch einschätzen.
Als groben Anhaltspunkt kannst du am Anfang auch eine fertig organisierte Tour nehmen.
Im Preis enthalten sind natürlich auch Leistungen vom Reiseanbieter – wie die Reiseorganisation.
Nimmst du sie selbst in die Hand, solltest du in der Lage sein den Angebotspreis (deutlich) zu unterbieten.
Reist du mit Begleitung, muss dies alles natürlich gemeinsam besprochen werden.

Gönn dir Pausen

Nimm dir auf keinen Fall zu viel vor.
Ich möchte selbst immer gerne das Maximum aus einer Reise mitnehmen, denn wenn ich schon mal in X bin, ist es von dort ja auch gar nicht mehr so weit nach Y…
Reiseziele miteinander zu verbinden ist durchaus sinnvoll, allerdings sollte man es hierbei auch nicht übertreiben und seine Kräfte nicht überschätzen.
Reist man viel herum, bedeutet das auch, dass man ständig Koffer packen muss und nie zur Ruhe kommt. Am Anfang einer Reise mag dies ja aufregend sein und man hat genügend Adrenalin, um das Pensum gut zu bewältigen.
Steht allerdings die erste Langzeitreise an, sollte man sich genügend Ruhephasen offen halten. Auch ich wurde nach fünf Wochen des ständigen Unterwegsseins erschöpft, der Koffer gefühlt mit jedem Tag schwerer.
Lies dir hierzu am besten auch mal meine Packliste durch und hinterfrage bei jedem Gepäckstück, ob du es auch wirklich unterwegs brauchst.

Schritt 3: erst informieren, dann buchen

Noch ein Tipp: bevor du beginnst irgendetwas zu buchen, informiere dich genau, was es in den Orten gibt, welche Sehenswürdigkeiten du besichtigen willst und was du sonst noch sehen oder tun möchtest.
Anhand der Liste kannst du abschätzen, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt und wie viele Tage du dafür brauchst.
Ich habe das z.B. bei Wellington (der Hauptstadt Neuseelands) nicht gemacht. Im Endeffekt hatten wir dann also drei Tage dort gebucht und konnten ohne Auto nicht die Ausflüge machen, die wir uns vorgenommen hatten.
Bloß weil es eine Hauptstadt ist, heißt das nämlich noch lange nicht, dass sie sehenswert ist oder man viele Dinge unternehmen kann. Im Nachhinein hätte ich die Zeit lieber woanders verbracht und deshalb achte ich nun noch mehr im Voraus auf solche Sachen.

Vergiss außerdem nicht, genügend Zeit für den Ortswechsel einzuplanen. In Europa sind alle Länder und Orte sehr nah beieinander, in anderen Kontinenten können die Entfernungen hingegen enorm sein.
Wenn man beispielsweise Australien von Ost nach West durchqueren will, benötigt man etwa 6 Flugstunden hierfür.

Am Ende dieses Schrittes solltest du grob wissen, wie viel du in deiner geplanten Reise realisieren kannst. Eventuell musst du Teile weglassen oder die Reise in zwei Reisen zerlegen.

Schritt 4: Vergleichen

Nachdem du dir nun klargeworden bist, WAS du sehen willst, kannst du dich nun informieren, WIE du hinkommst.

Das ist vermutlich der Schritt, der am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Aber du tust es ja für dich, also Zähne zusammenbeißen und durchhalten!

Unterkünfte

Willst du deinen Urlaub im Hotelzimmer verbringen oder bist du in deiner Unterkunft eh nur zum Schlafen?
Mache dir darüber Gedanken und dann wirst du auch eine geeignete Unterkunft finden.

Hier ein Beispiel, welche Kriterien mir bei Unterkünften wichtig sind:

– Ich will auf Reisen immer viel erleben und bin eigentlich nur zum Schlafen in der Unterkunft.

– Mein Zimmer teile ich nicht gerne mit Fremden Leuten, daher kommen Mehrbettzimmer und geteilte Badezimmer nur im äußersten Notfall in Frage.

– Lieber habe ich die Möglichkeit meine Sachen sicher abzuschließen.

– Weiteren Komfort benötige ich nicht. Wenn es einen Stuhl/Tisch/Schrank im Zimmer gibt, bin ich froh, wenn jedoch nur Betten vorhanden sind, ist das aber auch okay.

– Eine Gemeinschaftsküche bietet sich an, um Geld beim Essen zu sparen.

– Außerdem buche ich bei langen Reisen immer wieder Unterkünfte, die eine Waschmöglichkeit für Klamotten bieten.

– Sind zwei Unterkünfte an sich gleichwertig, bevorzuge ich das, welches freies WLAN anbietet – hier kann man noch letzte Feinheiten für den nächsten Tag rausfinden oder auch einfach einen Reiseblog schreiben 😉

– Da ich in der Regel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, ist es mir wichtig, dass die Unterkünfte zentral gelegen oder wenigstens gut erreichbar sind.

– Zu guter Letzt, setze ich mir ein Preislimit pro Nacht und versuche dieses (zumindest im Reisedurchschnitt) nicht zu überschreiten.

Verkehrsmittel

Von Unterkunft zu Unterkunft stehen meistens Flugzeug, Zug, Bus oder Mietwagen zur Auswahl.
Vergleiche Preis und Reisezeit, so wird sich schnell zeigen, welches Verkehrsmittel für dich am geeignetesten ist.
Wenn du schnell vorankommen willst, wird es vermutlich teurer – aber ist bei dir Zeit Mangelware, so ist es für dich vielleicht trotzdem die beste Option.

Für mich sollen die Reisekosten möglichst niedrig bleiben und so mische ich die Verkehrsmittel: lange Entfernungen (über 1000km) würde ich wahlweise lieber fliegen.
Kürzere Strecken finde ich auch okay auf dem Landweg zu bewältigen – mit Zug oder Bus, je nach dem wo die Konditionen besser sind.

Sehenswürdigkeiten

Nicht alle Sehenswürdigkeiten liegen zentral und sind gut erreichbar.
Wenn du nicht alles selbst fahren möchtest, vergleiche Touranbieter oder durchsuche Reiseforen, ob man die Orte auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann.

Schritt 5: zum richtigen Zeitpunkt buchen

Der Trend geht schon seit längerem zum Frühbuchen.
Hier bekommt man oft die besten Angebote.
Ich finde es nicht schlimm mich früh festzulegen, denn dann habe ich etwas konkretes, worauf ich mich freuen kann.
Wem das zu riskant ist, kann ja auch immer noch eine Reiserücktrittskostenversicherung abschließen.
Flüge in Europa sind laut Statistiken am günstigsten, wenn man sie 3-6 Wochen vorher bucht.
Langstreckenflüge kriegt man am günstigsten, wenn man etwa ein halbes Jahr im voraus bucht.

Vermeide die Hauptsaison

Wenn du nicht darauf angewiesen bist, versuche außerhalb der Hauptsaison zu fliegen.
Erstens ist es dann einfacher Unterkünfte zu bekommen und zweitens hat man sicher mehr Freude, wenn es weniger überfüllt ist.
Hauptsaison heißt schließlich nicht, dass es die einzige Zeit mit gutem Wetter ist, sondern nur, dass dann besonders viele Touristen kommen.

Schritt 6: Papierkram

Ich gehe davon aus, dass du früh gebucht hast und danach noch ausreichend Zeit übrig bleibt, um den nervigen Papierkram um die Reise herum zu erledigen.

Informiere dich über dein Reiseland bzw. deine Reiseländer.

– Sind spezielle Impfungen erforderlich?

– Hast du eine Auslandskrankenversicherung? Deckt diese deine gesamte Reisedauer ab?

– Ist der Personalausweis noch lange genug gültig? Oder wird ein Pass benötigt?

– Brauchst du ein Visum, um in das Land einzureisen? Wo und wie wird dieses beantragt? (über die Einreisebestimmungen solltest du dir allerdings schon von Anfang an klar sein, damit du deinen Aufenthalt nicht zu lange planst.

– Willst du einen Mietwagen fahren? Eventuell musst du dir hierzu einen internationalen Führerschein ausstellen lassen.

– Eventuell willst du dir auch schon vor der Reise ein Startbudget in einer ausländischen Währung besorgen