Übers Wochenende nach Rumänien

Vor fünf Jahren haben wir an der Uni einen internationalen Sommerkurs belegt und dort Studenten aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Unter anderem Daniela aus Cluj-Napoca. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen oder gesprochen und nur übers Internet mitbekommen, was die andere so treibt. Ich persönlich halte gerne Kontakt und wenn es sich mit meinen Reiseplänen kombinieren lässt, treffe ich mich auch gerne erneut mit meinen internationalen Freunden. So kam es auch diesmal. Eigentlich hatte ich Daniela gefragt, ob wir uns in Budapest treffen wollen, weil es nah bei Rumänien liegt, doch daraufhin hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen. Mit wizzair gab es einen günstigen Flug von Budapest nach Rumänien (mit dem Zug hätte es einfach viel zu lange gedauert, nicht überall sind die Schienen so gut wie in Deutschland) und dieser wurde kurzentschlossen gebucht.

Nach 40min Flugzeit erreichen wir Rumänien. Wizzair lässt sich gut mit Ryanair vergleichen. Nicht besonders komfortabel, aber man kommt günstig ans Ziel. Am Flughafen werden wir von Daniela abgeholt und mit dem Taxi geht es weiter zu ihrer Wohnung. Die Wohnung befindet sich in einem ehemals kommunistischen Wohnblock. Wir haben also das umfassende Osteuropa-Erlebnispaket. Das Gebäude ist alt und nicht besonders schön, aber wir kriegen ein eigenes Gästezimmer und werden allerliebst umsorgt. Jeden Tag müssen wir neue rumänische Gerichte probieren, teilweise selbst gekocht und überwiegend sehr lecker, doch mit den Mengen an Käse und Fleisch ist der Bauch schnell voll…

Am ersten Tag besichtigen wir Cluj und gehen abends auf den Cetatuia Hügel, um die Stadt von oben zu fotografieren. Zur blauen Stunde. Hier hat man die beste Aussicht, doch nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt. Die Temperaturen fallen auf 2°C ab. Der Herbst lässt grüßen…

Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend rund um Danielas Wohnung und lernen am Abend ihre Zwillingsschwester (=Mitbewohnerin) und deren Freund kennen. Am Tisch versammelt ein Haufen reiselustiger ITler. Es fällt uns leicht Gesprächsthemen zu finden und von vergangenen Reisen zu plaudern, das der Abend im Nu vorübergeht.

Die Eltern der beiden Schwestern haben uns ihr Auto für das Wochenende zur Verfügung gestellt. In Rumänien kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut ans Ziel, deshalb fährt uns Mihal in dem alten Dacia zur Turzii Schlucht.  Hier spazieren wir bei bestem Wetter durch die Schlucht und genießen die Zeit in der Natur.

Am Nachmittag kehren wir in ein Jagdrestaurant in Turda ein. Hier könnten wir Gerichte mit frisch gejagten Tieren essen, doch irgendwie landen wir dann doch alle bei herkömmlichen Gerichten 😉 immerhin probieren wir einen traditionellen Nachtisch, der aus einer Art Käsedonut mit Sahne und roten Beeren mit einem Windbeutel oben drauf besteht.

Insgesamt hatten wir eine schöne Zeit in Rumänien und ich war positiv überrascht von dem Land. Der Verkehr ist ziemlich geregelt, die Straßen sind nicht viel schlechter als in Deutschland, das Essen kommt der gutbürgerlichen Küche nah und die meisten Häuser sind zwar einfach gehalten, aber deren Verfall fällt hier nicht so sehr auf wie in Budapest.

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