Nordkapp – unser Ausflug an das nördliche Ende Europas

Die Nacht war mal wieder kurz. Irgendwie schaffen wir es einfach nicht früh ins Bett zu gehen und da wir viel vor hatten, mussten wir zeitig aufstehen. Nach dem ausgiebigen Frühstück in unserem Scandic Hotel in Hammerfest (das hat einige Sterne und entsprechend viel Auswahl), geht es schon wieder ins Auto. Tagesziel: Nordkapp! Bis dort hin sind es noch drei Stunden Fahrt ohne Pausen. Doch schon nach ein paar Minuten beschließen wir den ersten Stop an einer Tankstelle einzulegen. Die Scheiben hatte ich zwar erst gestern alle gewaschen, aber man kann schon wieder kaum durchgucken und die Scheibenwaschanlage hilft kein Stück gegen die ganzen Mücken. Immerhin sind wir in der Zwischenzeit auch elends weit gefahren, da haben wir alles eingesammelt, was ging.

Mücken am Auto

Dann geht es weiter in den Norden. Zwischendurch begegnen wir immer mal wieder Rentieren auf und neben der Straße.
Auch heute liegen einige Tunnel auf unserer Strecke. Am unheimlichsten finde ich die langen, dunklen, tropfenden und steilen Tunnel, welche unter Fjorden hindurch führen. Hier geht es immer mit bis zu 10% Gefälle in die Tiefe und dann wieder genauso steil nach oben. Zum Glück sind hier oft Tiergitter, denn im Tunnel muss man den Wildtieren ja nun wirklich nicht auch noch begegnen. Kurz vor dem Ziel ist dann auch noch die Reifenkontrollleuchte angegangen. Der Hinterreifen hat keinen Luftdruck mehr. Gut, dass wir das noch vor einem Tunnel gemerkt haben. Also wurde erst mal das Auto begutachtet. Soweit alles ok. Dann haben wir den Kofferraum untersucht und dort sogar einen Kompressor gefunden. Der Hammer, total nützlich. Also Reifendruck überprüft, alles okay. Gut, dann wieder eingepackt und weiter gehts. Siehe da: nach dem ersten Huppel hat der Sensor auch wieder den Luftdruck im Reifen erkannt und die Fehlermeldung von selbst zurückgenommen. Irgendwie habe ich da nicht so ein Glück mit den Autos, ständig ist was los…

Nordkapp

Wolken in den Felsen


Pünktlich am Mittag erreichen wir das Nordkapp. Nie mussten wir Maut für irgendwelche Straßennutzungen bezahlen und dann kommen wir hier hin und stehen das erste Mal vor einer Schranke. 1080NOK wollen sie von uns haben. Zwar ist das ein Eintritt von 270NOK pro Person und keine Automaut, aber trotzdem trifft uns bald der Schlag als wir die Summe hören. Doch nachdem wir seit zwei Tagen auf dieses Ziel zusteuern, machen wir natürlich auch keinen Rückzieher mehr. Eigentlich wollten wir eher mal vorbeischauen, gemäß dem Motto einmal das Beweisfoto machen und dann wieder weiterfahren. Doch für die knappen 30€ Eintritt bleiben wir dann halt doch noch länger, essen hier zu Mittag, schauen uns das Besucherzentrum an und hoffen, dass sich die Wolken verziehen. Zwar liegen wir über den Wolken, doch vom Meer ist halt auch nix zu sehen. Doch auch bis zum Abend lockert es nicht auf, im Gegenteil: es zieht sich eher zu. Alles wird neblig. Dann fahren wir halt wieder zurück nach Hammerfest. Auf dem Weg stoppen wir an einem Samen-Souvenirshop. Eigentlich gibt es hier fast nur Tierprodukte: Felle, Geweihe, Ledertaschen, Fellschuhe, Fellhosen und Postkarten. Dann entdecken wir eine Musik-CD. In dem winzigen Lädchen sieht es überhaupt nicht danach aus mal in die Musik reinzuhören. Für 10€ nehmen wir das Album einfach mal mit und hören bei der Weiterfahrt mal im Auto rein. Kaum ist das erste Lied an, verfallen wir in einen Lachanfall. Was haben wir da nur gekauft. Es hört sich an wie ein Soloalbum eines alten Mannes, der ohne Hilfe jeglicher Instrumente „lei la la“ in allen Tonlagen von sich gibt. Immerhin haben wir die lokale Kultur unterstützt und wer weiß vielleicht wird es ja beim nächsten Hören schon besser. Oder beim übernächsten… 😉

Rentier neben der Straße

Ursprünglich wollten wir auch Hammerfest besichtigen, immerhin wohnen wir hier extra etwas ab von der direktesten Route… aber es ist schon wieder mächtig spät, als wir ankommen und gegessen haben wir auch erst um 22Uhr. Zeit zum Erholen. Nur noch einen kleinen Spaziergang durch die kleine Stadt. Das muss reichen, denn morgen geht es bereits wieder weg. Ein letzer langer Fahrtag steht an. Mittlerweile können wir die Natur nicht mehr so genießen. Es zieht sich alles enorm bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h.

Kontakt