Unsere zweitägige Anreise nach Nordnorwegen

Norwegen ist ein Land, das mich immer wieder anzieht. Gerade bin ich zum sechzenten Mal hier und muss sagen alles fühlt sich so vertraut an. Bei jedem Supermarkt sehe ich Lebensmittel, die ich schon längst wieder vergessen hatte, aber jedes Mal in Norwegen gegessen habe.

Diesen Sommer ist es jedoch etwas besonderes. Wir sind nicht in den Süden des Landes geflogen, sondern bereisen den aller nördlichsten Teil. Von Deutschland aus kommt man mäßig schnell ans Ziel. Zuerst ging es am Montag Morgen um 7Uhr mit dem Flugzeug nach Oslo. Um pünktlich am Flughafen zu sein, mussten wir dazu ja auch nur um 3:30Uhr aufstehen…
Gegen 9Uhr haben wir Oslo erreicht. Eigentlich hat das Gepäck schon Aufkleber nach Tromsø bekommen, aber wir müssen die Sachen trotzdem vom Gepäckband abholen, durch den Zoll fahren und neu abgeben. Kleiner Zeitverlust, aber es hängt vermutlich damit zusammen, dass Norwegen nicht zur EU gehört.

Trotz dem Extraprogramm sitzen wir um 10Uhr im Zug zur Innenstadt. Die Sonne scheint, das Wetter sieht besser aus als zu Hause. Es ist warm, aber nicht heiß und somit optimal zum Besichtigen der Stadt. Da ich schon so oft in Oslo war, habe ich eine Route für die anderen rausgesucht, die die wichtigsten Touristenpunkte der Stadt verbindet. Wir grasen also den Stadtteil Barcode, die Oper, die Akersfestung, Tjuvholmen, das Schloss, den Frognerpark und die Karl Johans Einkaufsmeile zu Fuß ab. 20000 Schritte später sind wir wieder Bahnhof. Die Füße und Schultern machen sich bemerkbar. Schnell noch zu Starbucks, die ersten Mitbringsel besorgen. Dann geht es wieder zum Flughafen, wo wir um 22Uhr mit SAS weiterfliegen. Früher war der Service hier besser. Jetzt gibt es auch bei SAS kein Essen mehr inklusive und trinken kann man nur ein Glas stilles Wasser, Tee oder Kaffee. Alles andere kostet extra. Schade.

Nachtflug in Norwegen

Unser Nachtflug ist taghell, die Wolken unter uns sind von der tief stehenden Sonne angeleuchtet. Zwischendurch tauchen weiße Berge auf. Dann geht es runter, die Wolken werden grau und unter ihnen regnet es bei 10°C.
Wir erreichen Tromsø irgendwann um Mitternacht. Mit dem Taxi werden wir in einem übertrieben hohen Tempo durch die Stadt gefahren, bis zu unserem Hotel. Wir haben ein Hotel der Clarion Kette gebucht. Das kommt einem zwar im ersten Moment teuer vor (ca. 100€/DZ/Nacht), dafür hat man jedoch eine sehr zentrale Lage und ultra viel Essen inklusive. Wenn man möchte, kann man hier ohne Aufpreis frühstücken, den ganzen Tag Kaffee trinken, nachmittags Waffeln essen und ein warmes Abendessen bekommen. Man braucht quasi draußen höchstens einmal extra zahlen und somit ist es eigentlich die beste Wahl überhaupt, wenn man bedenkt, dass eine Mahlzeit im Restaurant pro Person im Normalfall mindestens bei 20-25€ liegt…

Aussicht vom Hotel in Tromsø mit passender Fensterbeschriftung

Die Nacht ist kurz, denn am nächsten Morgen holen wir unseren Mietwagen ab. Am Flughafen. Hört sich alles sehr umständlich an, war aber die billigste Möglichkeit für uns den Mietwagen erst am zweiten Tag zu buchen. Mit 4 Koffern fanden wir einen Kombi angemessen. Ausstattung haben wir eigentlich keine gebucht, aber irgendwie ist dann doch allerlei Firlefanz drin. Der Kofferraum geht per Fernbedienung auf, Sitze lassen sich elektronisch verstellen, Panoramadach, Automatikgetriebe, Multifunktionslenkrad, Spurhalteassistent (für was eigentlich?), Tempomat, Navi, Bluetooth, Ledersitze und so weiter und so fort. Eigentlich ziemlich cool, nur sind die Kopfstützen so bequem wie mit Leder überzogenen Steinen. Kein Wunder, dass das Auto ein Leergewicht von knapp 2,5Tonnen hat. Unser Fahrer ist hellauf begeistert von der Straßenlage des Opel Insignias und beim Beschleunigen merkt man, dass der Motor ordentlich Power hat. Leider ist nach gefühlt einer Sekunde die Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht. Auf deutschen Autobahnen könnte man das mal so richtig auskosten, hier gibt es jedoch nur die eine Landstraße. Und über diese Landstraße fahren wir den ganzen Tag, vorbei an vielen Fjorden und noch viel mehr Bergen. Die Aussicht lässt uns regelmäßig staunen. Einziges Problem sind fehlende Rastplätze. Teilweise gibt es stundenlange Abschnitte ohne ein einziges WC.

Unser Mietwagen

Erste Pause mit netter Aussicht

Wir machen nur eine kurze Mittagspause im Restaurant und kommen abends um 21Uhr in unserer kleinen AirBnB Wohnung mittenan auf dendem Lofoten an. 

In unserer Vorstellung fänden wir es passend die zweitägige, anstrengende Anreise mit einem norwegischen Bier abzuschließen, doch im Supermarkt wird dieser Plan vom Verkäufer durchkreuzt. Nach 20Uhr wird in Norwegen kein Alkohol mehr verkauft. Ziemlich doof. Den Sinn dahinter verstehen wir auch nicht, aber das ist im Ausland nicht zum ersten Mal papassiert…

Es gäbe auch andere Varianten zur Anreise auf die Lofoten:

  • Komplett mit dem Flugzeug (400€ Aufpreis)
  • Nach Bodø via Oslo fliegen und dann mit der Fähre auf die Lofoten (zu unseren Flügen hätte es aber erst eine Fähre am nächsten Tag gegeben)
  • Komplett mit dem Auto ab Deutschland

Keiner der Wege ist wirklich angenehm und schnell, wer aber auf die Lofoten will muss durch die zweitägige Anreise durch.

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