Wanderung auf den Tjeldbergtinden

Nachdem wir die letzten Tage alles nur mit dem Auto „erkundet haben, steht heute eine echte Wanderung auf dem Programm. Es gilt den Tjeldbergtinden zu erklimmen. Von unserer Wohnung aus ist es etwa eine Stunde Anfahrt mit dem Auto. Das Auto stellen wir an einem Parkplatz am unteren Ende des Wanderwegs ab. Dann geht es zu Fuß weiter. Der erste Kilometer läuft sich gut. Es geht auf einem schotterigen Feldweg bergauf. Danach wird der Weg enger, steiler und der Untergrund besteht aus Erde und großen Felsbrocken. In Norwegen wird dies als mittelschwere Wanderung bezeichnet. Es geht an die Kondition, viel Wegsicherung ist nicht vorhanden, aber es ist doch irgendwie machbar. Hier muss man genau schauen, wo man hintritt und sich teilweise auch mit den Händen an den Steinen oder Bäumen festhalten, um weiterzukommen. Es wird schnell anstrengend. Insgesamt müssen 500 Höhenmeter erklimmt werden. Vor allem das letzte Stück ist übel. Wir sehen ein Seil in einer Felsspalte hängen. Eigentlich habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich es wohl nicht bis nach oben schaffen werde. Der schwere (wenn auch stark geleerte) Kamerarucksack zieht nach unten und macht es schwer das Gleichgewicht zu halten.
Eigentlich würde es sich besser ohne Gepäck wandern, nur das fällt mir schwer. Schließlich geht es mir um die Aussicht (und die Fotos davon) und nicht um den anstrengenden Weg hoch. Zum Glück finden wir dann doch noch einen einfacheren Weg und ich schaffe es auf den Gipfel. Hier liegt ein Logbuch, in das man sich mit Tag und Name eintragen kann. Die Aussicht vom Tjeldbergtinden ist sehr gut. Wir haben optimales Wetter, knapp unter 20° und überwiegend blauen Himmel. Unter uns liegt zur einen Seite die Stadt Svolvaer, zur anderen das Meer und ansonsten sind Berge, Seen und Fjorde zu sehen.

Nach einer Mittagspause mit Bremsen, fliegenden Ameisen und anderen kleinen Plagegeistern, sowie ausreichend vielen Fotos machen wir uns an den Abstieg.
Auf dem Rückweg finden wir noch einen verlassenen Strand, an dem wir mal die Wassertemperatur ausprobieren. Fazit: das Meer ist schweinekalt, sogar für die Füße.

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