Wanderung in den Sonnenaufgang

Um sechs Uhr sind wir mit den Tuktuks zum unteren Ende des Berges gefahren. Es war sau kalt, aber kaum ein paar Stufen gelaufen, musste ich schon die Jacke ausziehen.. 350 anstrengende Stufen führen zu einem Tempel mit grandioser Aussicht auf die Stadt und den Sonnenaufgang.
Völlig außer Puste sind wir oben angekommen und haben den Sonnenaufgang angesehen. Plötzlich waren überall um uns herum Affen. Sie sehen unheimlich süß aus, aber der Schein trübt. Einer wollte gerne Benedikts Kekse haben, die in seinem Rucksack waren, also haben die beiden um den Rucksack gekämpft. Benedikt hat sich durchgesetzt. 🙂

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Den Tag über hatten wir endlich mal frei. Die Zeit habe ich genutzt, um eine Runde schwimmen zu gehen. Das Wasser war zwar ziemlich kalt, dafür immerhin mal sauber und ohne Insekten. Wegen der Badekleidung hatte ich dann jedoch etwas bedenken, schließlich zeige ich dann ja in der heiligen Stadt meine Schultern und Knie. Doch zusammen mit Barbara habe ich mich dann getraut. War schön erfrischend. Ganz schön große Temperatursprünge gibt es hier von Nacht zu Tag. Wie sich das für eine Wüste gehört…

Außerdem war ich noch ein bisschen mit Lisa und Alex bummeln. Zusammen haben wir versucht die Preise runterzuhandeln. Laut Reiseleiter müssen wir diese um mindestens 50% drücken, doch das haben wir nie geschafft. Ist aber auch echt schwer, wenn der erstgenannte Preis schon spottbillig erscheint. Für beide Seiten war es also ein guter Deal.

Am späten Nachmittag sind wir mit Kamelen in die Wüste geritten. Diesmal hatten die Kamele bequemere Sattel, als die in Marokko letztes Jahr. Doch es war genauso schaukelig und unheimlich da oben. Ich hab ja keine Höhenangst, aber auf Ganesh, dem Kamel zu reiten ist dann doch ziemlich unheimlich. Vor allem wenn man das Vieh mit schaumigem Mund erwischt hat, das andauernd aufstößt und eine schwarze Blase (oder war das die Zunge?) aus dem Maul rausquillt und man zu allem Überfluss noch angepinkelt wird. Kaum zu glauben aber wahr: mein Kamel hat beim Pinkeln so viel mit seinem Schwanz gewedelt, dass ich überall vollgespritzt wurde. Ekelhaft. Memo an mich selbst: das muss nicht noch mal sein!
In der (vermüllten) Wüste haben wir eine Teepause gemacht. Der Masala Tee kam per Express-Kamel in einer Plastiktüte an. Da wars mir eigentlich schon vergangen, aber da er knallheiß war, habe ich dann doch einen Schluck genommen. Den Sonnenuntergang haben wir ebenfalls auf dem Kamelrücken angesehen und sind danach zurück in die Stadt gelaufen. Endlich mal italienisches Essen, das einem nicht den ganzen Mund verbrennt. Mildes Essen kann so toll sein! Beim Bezahlen wurde uns ein Space Cookie angeboten (“wie Marihuana“). Scheint so, als würden hier ganz viele Hippies abhängen und besonders auf die Kekse abfahren..

Wie jeden Tag ist mal wieder eine Hochzeit im Gange. Man merkt das spätestens am Feuerwerk oder dem (die ganze Nacht anhaltenden) Krach von der nächsten Open Air Location.
Auch Umzüge durch die Stadt sind nicht ungewöhnlich, Hauptsache viele Leute und noch viel mehr Krach. Genau so ein Unzug war gerade im Gange, als wir zurück zum Hotel gelaufen sind. Deshalb haben wir einen Zahn zugelegt, denn da in Trubel unterzugehen ist keine angenehme Vorstellung. Ich freue mich mittlerweile schon sehr auf die Ruhe in Deutschland und das bedenkenlos Verspeisen von mildem, hygienischem Essen.