Auf der Südhalbkugel ist jetzt Winter

Ich hätte es kaum geglaubt, aber nach der permanenten Hitze in den letzten Wochen, finde ich die Vorstellung von einem erfrischenden Winter ganz verlockend. Und genau da geht es heute Nacht auch hin. Genauer gesagt fliegen wir zuerst nach Doha, denn der Flug mit Zwischenstopp war eine Ecke günstiger als der Direktflug mit Lufthansa. In Doha wechseln wir nur den Flieger und verbringen weitere 10 Stunden eingeengt in den Economy Sitzen. Durch den Abstecher nach Qatar verlängert sich die Flugzeit um ca. 4h im Vergleich zum Direktflug, das müssen wir in Kauf nehmen.

Für mich ist es der erste Flug mit Qatar Airways und ich bin sehr gespannt, wie angenehm die Crew uns den Aufenthalt macht. Angeblich soll es ja noch besser sein, als bei Emirates und dort bin ich auch schon schwer begeistert.

Auf dem ersten Abschnitt wurde ein A350 eingesetzt. Die ersten Modelle wurden 2014 an Qatar Airways ausgeliefert. Der Flieger ist praktisch brandneu und verfügt über große Touchscreens, die sogar gut funktionieren. Sogar die Toiletten sind ein Wohlfühlort mit vielen Spiegeln, Seife und Eau der Toilette. Lediglich mit dem Sitzplatz in der Mitte der 9er Reihe bin ich nicht so glücklich. An Schlaf ist nicht zu denken, vor allem mit 2 Kindern vor uns. Zum Glück steigen die nicht mit uns um.
Der zweite Flieger ist ein älterer Dreamliner von Boeing, hier funktioniert auch alles, aber die Bildschirme sind definitiv eine Generation älter. Aus irgendwelchen glücklichen Umständen fehlen ein paar Passagiere und wir haben unverhofft eine 3er Reihe für uns alleine. Perfekt zum Schlafen!

Gegen Mittag erreichen wir Kapstadt und werden dort von dem vorher bestellten Taxi ans Hostel gefahren. Aus organisatorischen Gründen haben wir ein Hostel fast direkt am Pickup Point der Rundreise gebucht. Normalerweise mögen wir keine Hostels, deshalb haben wir uns ein Doppelzimmer gebucht. Auch das ist sehr beengt, die Dusche kann nur kaltes Wasser bereitstellen (aber hey: immerhin kommt Wasser trotz der Dürre) und die Straße nebenan hat laut der Taxifahrerin auch keinen allzu guten Ruf. Zwei Nächte. Werden wir schaffen, aber sicher nicht wiederholen 🙂

Wir ruhen uns kurz aus und gehen dann zur V&A Waterfront. Das ist wohl der sicherste Stadtteil Kapstadts, überall steht Wachpersonal herum, alles ist sehr schön und gepflegt und man trifft massig Touristen. Hier traue ich mich zum ersten Mal die große Kamera rauszuholen und Fotos von der blauen Stunde zu machen.

Ursprünglich wollte ich gerne auf einen der drei Berge (Tafelberg, Lions Head oder Signal Hill) fahren und den Sonnenuntergang von oben sehen, doch da wir bei Regen und Wolken angekommen sind und die Sicht von oben demnach nicht gut sein kann, noch dazu die Seilbahn zum Tafelberg gerade repariert wird und wir von Überfallen auf den anderen Bergen gelesen haben, fiel die Entscheidung diesen Programmpunkt zu streichen vergleichsweise einfach.

In Kapstadt scheint das gängigste Fortbewegungsmittel für Touristen uber zu sein. Ich habe mir sogar extra die App geholt, aber es wollte einfach nicht funktionieren. Im Endeffekt haben wir dann eben doch ein vergleichsweise teures Taxi genommen. Aber ganz ehrlich: lieber ein paar Euro für ein Taxi bezahlt, als die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. So sind wir unbeschadet am Hostel angekommen und freuen uns jetzt auf den ersten wohlverdienten Schlaf in Südafrika.

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