Kurzurlaub in der Provence

Der Juli ist die Hauptblütezeit des Lavendels in Frankreich. Die großen, duftenden Felder stehen schon seit längerem auf meiner Wunschliste. Jetzt ist es endlich so weit! Am Mittwoch ging es mit dem Flugzeug nach Marseille und von dort aus weiter mit dem Mietauto. Der Weg ist das Ziel. Wir wollen gar nicht möglichst schnell in der Unterkunft ankommen, sondern lieber mehr von der Region erkunden, deshalb sind wir durch die Region Luberon gefahren. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal von deren Existenz und heute bin ich vollkommen entzückt von ihrer Schönheit. Es gibt süße Örtchen am Hang, kleine Landstraßen und sogar ein Gebiet mit bunten Ockerfelsen in der Nähe von Roussillon.

Ockerfelsen in Roussillon

Anschließend sind wir zur Unterkunft in Manosque gefahren. Dort haben wir eine AirBnB Wohnung gemietet, direkt über den französischen Eigentümern. Wir wurden lieb in Empfang genommen, haben uns gemütlich zusammen gesetzt und in einem Mix aus Deutsch, Englisch und Französisch unterhalten. Noch dazu haben unsere Hosts viele Getränke für uns in den Kühlschrank gestellt, ein wirklich netter Empfang.

Am Abend haben wir Valensole umfahren, um uns ein Bild zu machen, wo noch Lavendelfelder stehen und welches sich für einen Sonnenaufgang eignet. Wie immer war ich vorher schon gut vorbereitet und habe überein Google Maps und Street View genau das Feld mit Haus und Zypresse gefunden, das ich am liebsten fotografieren wollte. Gesagt getan. Früh am nächsten Morgen klingelt der Wecker und wir haben einen kurzen Sonnenaufgang. Dann kommt die Wolke, aber das Bild ist im Kasten.

Sonnenaufgang in Valensole

Den Tag über verbringen wir in unserem Pool. Einfach mal nix tun, nur die Sonne genießen, reden und entspannen. Selbst zum Lesen bin ich zu faul. Seit längerem habe ich mich nicht mehr richtig ausgeruht und merke, dass es mir wirklich gut tut. Zu Hause klappt das mit der Entspannung nie so gut, da so viel Arbeit rumliegt. Die Verpflichtungen sind jetzt jedoch weit weg und fürs Sightseeing ist es mir mittags ohnehin zu warm.

Erst am Abend fahren wir wieder los zu den Lavendelfeldern, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Diesmal habe ich mir ein anderes Feld ausgesucht, wo die Linien in der richtigen Richtung für die Abendsonne angebaut werden. Genau ein Feld mit Baum (denn irgendeinen Akzent braucht man ja, damit das Bild spannend aussieht) kommt in Frage. Genau hier wird aber ausgerechnet heute Abend der neue britische Werbespot für Gerament-Käse gedreht und das ganze Feld wird für die Dreharbeiten gebraucht. Überall stehen die Wachleute rum und scheuchen uns private Fotografen weg. Ein Gutes hatte es: die Lavelndellinien sind menschenleer. Trotz allem war es ganz schön stressig, da ich ja irgendwie auch auf meine Kosten kommen wollte und irgendwie aus der Ferne mein Sonnenuntergangsfoto machen wollte. Während der letzten 10 Minuten Tageslicht wurde das Feld endlich wieder freigegeben und alle sind hineingestürmt. Jeder einen Meter vor mir und somit immer im Bild. Rückt einer auf, ziehen alle anderen mit. Was für ein Stress. Jetzt reicht es mir mit dem Lavendel!

Lavendelfeld mit Baum als Drehort

Nach einem Glas Wein (den gab es zur Begrüßung geschenkt) ist uns mehr nach Ausschlafen zumute. Zum Glück, denn es sind schon wieder Wolken am Himmel. Also gemütlich frühstücken und dann ab an den Pool. Dort kommt der Hund Dan vorbei und wir freuen uns zunächst über seine Gesellschaft, bis er meint permanent die Liegestühle markieren zu müssen. Also flüchten wir hier auch recht schnell, machen uns fertig und fahren noch mal zurück zu den Ockerfelsen. Dieses Mal in Rustrel. Hier ist der Eintritt billiger (5€ pro Fahrzeug) und das ganze Gebiet ist auch viel größer. Wir können herumklettern und die Touris verteilen sich hier besser. Nur sollte man nichts anfassen: das gibt bunte Hände… und bunte Kleidung… und bunte Haut…

Sonnenuntergang in Gordes

Abends zum Sonnenuntergang fahren wir erneut nach Gordes. Wieder einmal taucht eine Wolke auf und verdeckt den Sonnenuntergang, aber für die blaue Stunde ist das kein Problem. Wir werden aus dem Zentrum mit Opernmusik beschallt und von Moskitos angegriffen, aber die Fotos sind gelungen.

Am Samstag müssen wir die Wohnung wechseln. Für den letzten Tag wollten wir gerne noch ans Mittelmeer. Morgens packen wir unser Zeug und machen uns mittags auf den Weg nach La Ciotat. Die Küste ist hier sehr bergig und felsig.. und am Wochenende auch voller Menschen. Hätten wir uns auch denken können.. da wir nun schon den ganzen Weg zur Bucht zurückgelegt haben, schlängeln wir uns zwischen den Sonnenanbetern durch und planschen mit allen anderen im Meer herum. Anschließend versuchen wir es uns auf den großen Steinen gemütlich zu machen, was nicht wirklich klappt… dann reicht es uns und wir machen uns stattdessen einen schönen Abend in einem italienischen Restaurant  der Promenade.

Da unser Abflug am Sonntag erst abends ist, haben wir noch Zeit, um Cassis und den Nationalpark Calanques zu besichtigen. Vor allem die kleine, kurvige Straße zwischen La Ciotat und Cassis ist sehr sehenswert und wir legen einige Fotostopps ein. Hier kann man gut die Küste sehen und bei kälteren Temperaturen und mehr Zeit sicher auch schön wandern gehen.

 

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