Moeraki Boulders

Schon lange habe ich mich auf den Ausflug zu den Moeraki Boulders gefreut und am 28. März war es dann auch soweit.
Wie das mit vielen interessanten Ausflugszielen so ist, sind sie nicht leicht zu erreichen. Sprich: es gibt keine fertig organisierte Tour. Deshalb haben wir zwei einzelne Busfahrten gebucht und eine Menge Zeit vor Ort gehabt. Derartige Ausflüge gestalten sich immer spannend. Das fing schon im Bus an. Der Busfahrer wollte wissen, was wir denn in Moeraki machen wollen. Daraufhin haben wir ihm erklärt, dass wir sowohl die bekannten Steinkugeln sehen wollen, als auch den Leuchtturm und die Pinguine dort. Daraufhin hat dieser völlig verständnislos entschieden uns bei den Moeraki Boulders rauszulassen anstatt bei der richtigen „Bushaltestelle“ weiter hinten am Highway. Hier gibt es nämlich keine Haltestelle. Hier gibt es genau genommen gar nichts. Man steht am Rand der Schnellstraße und hofft darauf, dass der Bus auch kommt.

Schließlich haben wir uns den letzten Rest zu Fuß auf den Weg gemacht und waren dann ein paar Stunden bei den Steinkugeln zum Fotografieren. Hier hätte ich mal wieder viel länger bleiben können, vor allem hätte ich auch furchtbar gerne den Sonnenuntergang fotografiert. Alles war geplant. Sogar die Gezeiten hätten gepasst. Kleines Problem: eine geschlossene Wolkendecke.
Außerdem wollten wir auch gerne die Pinguine sehen, die hier in freier Wildbahn leben. Deshalb blieb dann doch nicht mehr Zeit für die lustigen Steinkugeln am Strand.

Im Souvenirshop haben wir sicherheitshalber noch mal nachgefragt, ob auch wirklich Pinguine am Leuchtturm sind, man weiß ja nie. Uns wurde versichert, dass welche da sind und prompt haben wir eine Wegbeschreibung erhalten – für den Autoweg. Nun meinten wir, dass wir laufen wollen. Das konnte die Verkäuferin sich ja überhaupt nicht vorstellen, wie man so weit laufen will. Das wäre ja unmöglich. Also wollten wir wissen, wie weit es denn ist. 4-5km pro Weg. Hört sich nun wirklich nicht so schlimm an. Sie hat uns zwar empfohlen uns von anderen Touristen per Anhalter mitnehmen zu lassen, doch das wollten wir eigentlich nicht.

Da es hier zwischen 19 und 20 Uhr dunkel wird, sind wir gleich aufgebrochen. Denn auch wenn man einen Ausflug selbst plant, wird es wieder knapp mit der Zeit und man kann sich schön stressen. Ist ja auch nicht als Erholungs-, sondern vielmehr als Erlebnisurlaub geplant.
Über den Strand haben wir nach einer halben Stunde den Ort Moeraki erreicht. Hier jagt ein Hügel den anderen und das Laufen strengt enorm an. Zum Glück gibt es hier Internet, denn so konnten wir uns von google zu der „Lighthouse Road“ führen lassen. Ab hier war der Boden nur noch eine Schotterpiste für den Rest des Weges. Selbstverständlich ging es hier auch an einer Tour auf  und ab. Wenn ein Auto an uns vorbeigefahren ist, hat sich alles in eine große Staubwolke verwandelt. Kann ja nicht besonders gesund sein, das so einzuatmen. Aber was tut man nicht alles…
Nach einer Ewigkeit und unter größten Anstrengungen haben wir dann auch den Leuchtturm erreicht.
Immerhin waren tatsächlich 8 Pinguine und etliche Seehunde zu sehen.

„they could be buddies“

Dort wurden wir dann auch von mehreren Leuten angesprochen, dass es ihnen leid tut, dass sie uns nicht mitnehmen konnten (weil kein Platz mehr im Auto war). Eine Frau hat sich so schlecht gefühlt und wollte uns irgendetwas geben, um es wieder „gut zu machen“ – zack hatten wir eine Packung Himbeeren in der Hand als Geschenk. Total überrumpelt. Sowas hätte es in Deutschland sicher nicht gegeben. Nach der Wanderung haben wir uns aber auch sehr über die Himbeeren gefreut (und es waren sogar mal Einheimische).
Wie man sich denken kann, gibt es am Rand des Schotterweges keine Straßenlampen, deshalb mussten wir ziemlich zügig wieder zurück laufen – entlang an ungezählten Schafen, die uns allesamt nachgeguckt haben. Wahrscheinlich froh drum, dass sie selbst nicht so weit laufen mussten 😉
Kurz vor Moeraki hat dann plötzlich ein Auto angehalten und wir wurden gefragt, ob wir ein Stück mitgenommen werden wollen. Da wir so fertig waren, haben wir eingewilligt. Das britische Paar hat uns dann in ihrem Wohnwagen bis zum Ortskern mitgenommen. Dort ging es dann in das einzige Restaurant – so hat man immerhin keine Entscheidungsprobleme. Entweder in die Taverne oder man kriegt eben gar nix zu essen.
Dort haben wir uns dann wieder gestärkt und noch mal einheimisches Bier & Cider probiert. Hier sogar zu halbwegs moderaten Preisen (neuseeländische Verhältnisse). Scheinbar ist es in ländlichen Gegenden billiger…

Um 21 Uhr war dann wirklich alles stockdunkel, aber wir mussten los zur „Bushaltestelle“. Direkt vor der Tür der Taverne kam uns ein Hund entgegen gelaufen und hat sich gefreut. Der lief vorher schon da rum und wir dachten der Besitzer ist doch bestimmt in der Nähe. Keine Ahnung, der Hund hat uns jedenfalls nicht mehr aus den Augen gelassen und ist den gesamten Weg bis zum Highway mitgekommen. Wir haben auf Deutsch und Englisch versucht ihn zu überzeugen mal wieder zurück zu gehen, aber das war dem ganz egal. Ziemlich ungünstiger Ort für einen freilaufenden Hund zwischen den Bahngleisen und dem Highway rumzurennen, aber was sollten wir tun.

Um 22 Uhr kam glücklicherweise auch unser Bus. Pünktlich. Es ist ein Herr ausgestiegen, hoffen wir mal, dass der Hund sich ein neues Spielzeug gesucht hat und mit ihm wieder zurück gegangen ist..
Wir hatten jedenfalls riesen großes Glück, dass dieser Herr in Moeraki aussteigen wollte. Denn sonst wäre der Bus höchstwahrscheinlich an uns vorbeigefahren. Wir standen nämlich nicht auf der Liste, obwohl wir die Fahrkarten vorab online gekauft hatten. Bisher hatte das immer geklappt, aber er hat uns ja auch so mitgenommen.

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