Silvesterreise in die Vereinigten Arabischen Emirate

Direkt im Januar war uns klar, nächstes Mal möchten wir Silvester im Warmen feiern und damit wir auch die Wunschunterkünfte bekommen, haben wir direkt 11 Monate vorab gebucht. Schon zu diesem Zeitpunkt war viel bereits nicht mehr verfügbar und die Preise sind teilweise ins Unermessliche hochgeschossen. Ziemlich zufrieden mit unserer Wahl haben wir das Jahr abgewartet und nun ist es soweit. Die letzten Reisevorbereitungen stehen an. Dieses Mal haben wir uns Ferienwohnungen über AirBnB gebucht und wollen so langsam unsere Check-In Informationen erhalten. Doch der Gastgeber für unsere Silvesterwohnung meldet sich nicht. Ich versuche es mehrfach, schalte den Support von AirBnB ein und erreiche ihn schließlich telefonisch. Er habe damit nichts zu tun. Nach tagelangem Hin- und Her wird die Wohnung storniert. Immerhin bedeutet das für uns wir bekommen unser Geld zurück. Leider sind wir jetzt aber auch unsere tolle Dachterrasse los und wissen nicht mehr, wo wir noch eine gute und bezahlbare Unterkunft finden sollen. Bei einem Budget von 30.000€ für zwei Nächte steht einem die Welt noch offen, doch das ist für uns nicht drin. Kurzfristig wird zwischen den Weihnachtsfeiern in Deutschland noch ein Hotel organisiert, zwar ohne Aussicht, aber dafür haben wir wieder eine Bleibe. Ein Gutes hat es: wir wissen es immerhin schon 6 Tage vorher und können uns auf die neue Situation einstellen und vor allem: noch das Beste daraus machen!

Es kann los gehen! In aller Frühe machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Es ist unser erster Flug mit Oman Air (und mit einem Zwischenstop in Muskat), denn die Direktflüge nach Dubai sind zu dieser Jahreszeit etwa doppelt so teuer, wie ein Umsteigeflug. Die Maschinen sind ein bisschen kleiner und haben eine 2-4-2 Bestuhlung, die gut zu unserer Gruppengröße passt. Meine Lieblingsairline wird es wohl trotzdem nicht werden. Der Check-in war sehr umständlich und die Crew wirkt sehr desinteressiert, manche Speisen kommen unvollständig und den Getränken muss man auch mehrfach hinterherrufen, um in der trockenen Kabinenluft nicht zu verdursten.

Spät abends landen wir in Dubai. Bis wir unser Auto haben und noch ein paar Getränke, sowie einen kleinen Snack zu Essen besorgt haben, ist es mitten in der Nacht. Vermutlich war dies das Beste was uns passieren konnte, denn auch die sonst sehr stark befahrenen Straßen sind mittlerweile Recht leer und es ist nicht ganz so schwer sich mit dem Auto einzufinden. Anfangs hapert es mit der Navigation ein bisschen, das GPS scheint immer nur bei einem unserer Handys gleichzeitig guten Empfang zu haben und so kommt es, dass wir das ein oder andere Mal eine Abfahrt verpassen. In Deutschland kein Problem, hier kann es jedoch schnell Mal eine Viertelstunde extra bedeuten. Um halb zwei erreichen wir unsere Wohnung in Dubai Marina. Wenigstens hier läuft alles reibungslos. Der Schlüssel befindet sich unter der Fußmatte und wir haben das Tagesziel erreicht! Am beeindruckendsten ist die Aussicht von unseren Balkonen: direkt auf das Hafenbecken und den Cayan Tower.

Am nächsten Morgen quäle ich mich um 6:30Uhr wieder aus dem Bett (normalerweise kein Problem, hier ist es jedoch mit Jetlag gefühlt noch 3:30Uhr) und fotografiere den ersten Sonnenaufgang vom Balkon aus. Ich habe Glück und es sind ein paar Wölkchen da, die sich kurz bunt einfärben.

Sonnenaufgang vom Balkon aus

Sonnenaufgang vom Balkon aus

Ein paar Stunden später wird der Rest der Truppe auch wach und wir besorgen uns im nächsten Supermarkt Essen für den Tag. Nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir los in die Wüste. Dort gibt es eine verlassene Stadt, die wir besichtigen wollen. Der Sand war den Menschen scheinbar zu lästig, denn es weht permanent ein Wind und bläst immer mehr Sand in die Häuser. Man hat das Dorf also aufgeben und etwas weiter weg von den Sanddünen eine neue Siedlung gebaut. Heute fahren Schaulustige und Touristen dort hin und können auf den Sanddünen in den Hausern rumklettern. Wir sind fast alleine dort und können uns ungestört bewegen und fotografieren.

Lost Place in der Wüste

Lost Place in der Wüste

Anschließend geht es zurück in die Stadt. Wir wollen den Sonnenuntergang von der Palme aus beobachten.

Dubai Marina

Burj Al Arab

Auch der zweite Urlaubstag beginnt nach einer kurzen Nacht. Jürgen und ich fahren im Dunklen zur Tolerance Bridge, um dort den Sonnenaufgang zu fotografieren. Was wir nicht bedacht haben: die Sonne ging hinter einem Hochhaus auf und wir haben davon nichts sehen können. Trotzdem war ich wieder ein schönes Fotomotiv, vor allem kurz vorher in der Dämmerung, als die Gebäude beleuchtet waren.

Tolerance bridge

Zum Frühstück gehen wir diesmal in ein Restaurant. Mit Sicht auf Dubai Marina schmeckt es gleich doppelt so gut.

Nach einem Stop in der Ibn Battuta Mall fahren wir weiter nach Abu Dhabi. Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang bei der Moschee fotografieren, doch vor zwei Wochen wurde dort der Eingangsbereich umgebaut. Es scheint als müssten alle Besucher auf der halben Parkfläche parken und über einen (von später vier) Eingang kontrolliert werden. Dieser Vorgang ist so zeitaufwändig, dass wir erst in der schwarzen Nacht in die Moschee gehen dürfen. Wäre der Weg dorthin nicht so weit gewesen, hätten wir uns die langen Schlangen wahrscheinlich nicht angetan. Vor zwei Jahren war ich sehr begeistert von der Architektur, doch heute würde ich einen Besuch nicht mehr empfehlen. Oder zumindest nicht zu dieser belebten Uhrzeit, es sei denn ihr wollt über eineinhalb Stunden in Warteschlangen verbringen.

Moschee Abu Dhabi

Hungrig fahren wir zurück nach Dubai. An der Emiratsgrenze gibt es einen Rastplatz namens „Last Exit“. Dort sind lauter Foodtrucks aufgestellt, an denen man zu Fuß oder direkt aus dem Auto heraus sein Essen bestellen kann. Da es nachts so angenehm mild ist und das Auto nicht nach Essen riechen soll, bestellen wir unser Abendessen zu Fuß. Wie üblich habe ich auch noch eine kleine Runde mit der Kamera gedreht, schließlich brauche ich Aufnahmen für den VLOG. Und dann ist es wieder passiert: meine Kamera ist aufgefallen. Sie sieht einfach zu professionell aus, dabei waren die Aufnahmen ja nur für nicht-kommerzielle Zwecke. Das habe ich dem Wachmann auch erklärt, doch er wollte trotzdem, dass ich einen Zettel ausfülle, in dem ich bestätige die Aufnahmen nur für diesen Zweck zu verwenden. So schnell kann der Spaß vergehen.

Last Exit Dubai

Last Exit Dubai

Nach zwei vollgepackten und aktiven Tage wollen wir heute ein paar Stunden an den Strand gehen. Der Zugang ist gut versteckt und die letzten Male habe ich ihn nicht gefunden. Mitten durch eine Baustelle führt ein schmaler Strandzugang und dann stehen wir im Sand, vor uns lacht uns das 26° warme Meer an. Wasser und Luft haben also etwa die gleiche Temperatur und wir gehen baden. Ende Dezember. Es hat schon etwas Komisches. Am Anfang kam uns das Meer sehr klar und sauber vor, doch dann wurde eine DIN A4 große Shrimps Tüte aus Indien angespült. Sofort sind die Bilder aus dem Fernsehen im Kopf: Plastik landet im Meer, wird dort zu Mikroplastik, dann von Fischen gegessen und somit auch von uns. Eine ganz schlechte Entwicklung! Also fische ich die Tüte raus. Eigentlich wollte ich sie direkt zum Strandmülleimer bringen, doch dann kommt das nächste Stück angeschwemmt. Und noch eins. Der Blick ist geschärft und in wenigen Minuten habe ich drei Hände voller Plastikmüll entsorgt. Es ist wirklich erschreckend wie viel Müll in einem sauber aussehenden Meer herumschwimmt!!

Dann müssen wir zurück in die Wohnung, schnell duschen und den Sand abspülen, denn wir haben einen Zeitslot im Shangri-la Hotel gebucht. Auf Etage 42 gibt es einen Balkon ohne Glasverkleidung mit Blick auf den Burj Khalifa und die wohl meistbefahrene Straßenkreuzung Dubais. Das Fotomotiv steht schon lange auf meiner Wunschliste und deshalb bin ich auch bereit die Eintrittsgebühr von 250AED zu bezahlen. Die Uhrzeit ist perfekt: wir sehen sowohl den Sonnenuntergang, als auch die blaue Stunde von hier aus.

Shangri-La Balkon

Auch der Silvestermorgen startet nicht langweilig. Diesmal müssen wir richtig früh aufstehen, denn wir haben eine Ballonfahrt in der Wüste gebucht. Übermüdet fahren wir um 4Uhr morgens zum Treffpunkt. Nach einer Sicherheitsunterweisung steigen wir um in ein anderes Fahrzeug und es geht durch den weichen Sand zu unserem Ballon. Während die Helfer damit kämpfen die Luft aufzuladen, werden die Fahrgäste mit einem Falken abgelenkt. Man kann ihn auf den Arm nehmen oder auf den Kopf.
Heute ist es recht windig, deshalb ist der Start recht schwierig. Zudem stehen wir zu fünft in einem kleinen Unterabschnitt des Korbs, welcher eng und unbequem ist. Zum ersten Mal gibt es in einem Korb sogar Anschnallgurte. Nach einem Geschaukel heben wir schließlich ab, genau zum Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang in der Wüste

Eigentlich hätte ich es mir spannender vorgestellt, aber wenn man über die Wüste fliegt, sieht man eben nur Sand unter sich. Je höher wir aufsteigen, desto weniger Strukturen kann man erkennen. Der Boden wirkt platt.
Gerade als wir auf fast 4000 Fuß aufgestiegen sind, erkennen wir unten einen weißen Punkt: ein Oryx. Mit meinem Teleobjektiv kriege ich es gerade so aufs Bild. Ich hatte gehofft, dass wir welche sehen, weil sie hier heller sind, als in Namibia.

Oryx im Sand

Eine Stunde später wird es Zeit für den schlimmsten Teil der Fahrt: die Landung. Hier sollen wir uns in eine Landeposition hocken, denn da es in der Wüste oft windig ist, kommt es nicht selten vor, dass der Korb umkippt und auf der Seite landet. Das ist bei uns zum Glück nicht passieren, aber der Muskelkater vom Hinhocken wird uns wenigstens noch den Rest der Reise begleiten.

Anschließend geht es zurück in die Stadt. Wir müssen unsere Sachen packen und vor 11Uhr die Wohnung abgeben.
Die nächsten Stunden bis zum Check in verbringen wir im Miracle Garden. Hier waren wir zwar schon Mal, doch die Arrangements wurden zum neu gemacht. Wir sind etwas enttäuscht, dass die Figuren viel größer und dafür weniger geworden sind, aber der gepflanzte Emirates A380 beeindruckt mich trotzdem.

Blumenairbus

Am Nachmittag können wir endlich im unser Hotel. Die Reisegruppe braucht Schlaf. Ich nutze die Zeit für eine Runde am Pool. Eine Taube leistet mir Gesellschaft. Sie scheint unbedingt auf mich fliegen zu wollen und versucht es so lange wieder, bis ich ihr schließlich die Liege überlasse und auf eine andere umziehe.

Für den Abend wir ein Verkehrskollaps erwartet, deshalb fahren wir extra früh an den Strand. Mit Picknickdecke, Cola, Knabberkram und Spielen ausgestattet, sichern wir uns um 21:30Uhr einen Platz kurz vor der Wasserkante. Wir sind alle etwas k.o. aber schaffen es irgendwie wach zu bleiben. Um uns herum wird es immer voller. Ganze Familien kommen an, bauen Zelte auf, grillen und machen es sich gemütlich. Zusammen mit tausenden anderen schauen wir gespannt das Feuerwerk an. In Dubai wird dieses von der Stadt organisiert. Eigentlich wollten wir ja den Burj Khalifa sehen, doch aufgrund der Wohnungsproblematik haben wir uns nun für den Burj Al Arab entschieden. Mit kurzer Hose stehe ich also im Wasser. Wenigstens machen das kaum andere und ich habe freie Sicht auf das Feuerwerk. Es ist wirklich komisch Silvester so zu verbringen, nicht schlecht, aber eben ungewohnt.
Zehn Minuten später ist das Spektakel vorbei und die Massen strömen zu ihren Autos. Der Parkplatz ist ein einziges Chaos. Zum Glück haben wir kurz vorm Ausgang geparkt und können mit unserem Allrad auch eine kleine Abkürzung durch den Sand nehmen. Um 1 Uhr sind wir zu Hause. Das ging besser, als befürchtet. So können wir die Nacht wenigstens noch ein bisschen schlafen.

Silvester am Strand

Hier ist Neujahr ein Tag wie jeder andere. Die Geschäfte haben auf, das Leben geht weiter wie immer. Da wir erneut die Unterkunft wechseln müssen, packen wir unsere Sachen ins Auto und verbringen den Tag in der Dubai Mall.
Trotz des Shopping Festivals finde ich in den über 1000 Geschäften nichts, was mich interessiert.

Lichtshow am Burj Khalifa

Wir warten noch auf die Fontänen Show um 18 Uhr, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Hotel im Stadtteil Jumeirah Lake Towers machen. Hier war ich bisher noch nicht.
Beim Check-in erhalten wir direkt ein Upgrade auf zwei Apartment. Gebucht war nur eins. Bekanntlich kommt das Beste zum Schluss…

So schnell ist unser letzter Tag hier gekommen und wir müssen erneut unsere Sachen packen. Mit vollbeladenem Auto geht es zum zweiten Mal nach Ras Al Khor, einem Naturschutz Gebiet für Vögel unweit der Stadt. Den ersten Versuch hatten wir an einem Freitag gestartet, doch das ist der arabische Sonntag und somit war alles gesperrt. Heute waren wir mehr erfolgreich und haben verschiedene Vogelarten gesichtet. Am meisten haben mich die vielen Flamingos interessiert.

Den Nachmittag haben wir in Deira, Dubais Altstadt, verbracht. Hier haben wir die verschiedenen Souks besichtigt und Jürgen konnte einen Einblick in das arabische Verhandeln erhaschen. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Verkauf von Waren hier ein Spiel für beide Seiten. So kam es zum Beispiel auch, dass er plötzlich in eine arabische Montur mit Kopftuch gehüllt war ohne es zu wollen. Es ist zwar teilweise sehr anstrengend und nervig, aber manchmal macht der Einkauf so auch viel Spaß – vor allem wenn sich die Verkäufer richtig ins Zeug legen und sich Geschichten ausdenken.

Souk

Nach einer Stärkung in der nächstgelegenen Mall, haben wir unser Auto am Flughafen abgegeben und sind nun auf dem Weg zurück ins kalte Deutschland.

Kontakt