Von Fjorden und Wasserfällen

Nun ist es schon der fünfte Tag in Norwegen und es wurde mal wieder Zeit die Unterkunft zu wechseln. Auch wenn das so naheliegend ist, weil alle Ziele weit auseinander liegen, ist es schon etwas nervig ständig den Koffer neu einzuräumen und wieder tragen zu müssen. Unser heutiges Tagesziel war das Trollstigen Camping, doch bis dahin hatten wir eine schöne Fahrt entlang verschiedener Fjorde vor uns. Trotz schlechter Wettervorhersage hatten wir zumindest am Vormittag wirklich Glück und die Sonne zeigte sich. Per Zufall habe ich dann auch ein schnuckeliges Plätzchen am Ufer gefunden, um ein paar Panoramen ganz nach meinem Geschmack aufzunehmen.

Nachdem ich mich dann irgendwann von dem hübschen Plätzchen am Wasser trennen konnte, ging es weiter in Richtung Andalsnes. Der letzte Abschnitt dorthin sollte mal wieder ein Tunnel sein, aber auf unserer Karte gab es auch eine kleine Straße, die weiter am Fjord entlang führt. Da man dort mehr von der Landschaft sieht, haben wir uns schließlich hierfür entschieden. Die Straße fing normal an, wie ein Landstraße in Deutschland (ohne Mittelstreifen). Dann wurde sie schmaler und die Bäume kamen dem Auto von beiden Seiten immer näher. Irgendwann wurde aus der Straße dann einfach ein Wald und es gab kein Durchkommen mehr. Zum Glück war es dort hinten nicht zu eng zum wenden und wir konnten wieder zurück zum Tunnel fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir dann aber auch einen kleinen Wasserfall entdeckt, wo ich endlich mal die Gelegenheit hatte meinen ND-Filter zu testen: es hat geklappt. Bei 30Sekunden Belichtungszeit wurde das Wasser ganz zart. Nun weiß ich, dass die Technik funktioniert und nächstes Mal (wenn man hoffentlich besser dran kommt) wird auch noch ein bisschen mehr an der Komposition gefeilt.

Da die Strecke nicht so sehr lang war, kamen wir schon gegen Mittag am Campingplatz an. Natürlich konnten wir noch nicht in die Hütte rein, also mussten wir uns noch ein paar Stunden die Zeit vertreiben. In den lokalen Reisebroschüren haben wir gelesen, dass die Raumabahn (Andalsnes – Dombas) zu den schönsten Eisenbahnstrecken Europas gehört. Kurzentschlossen sind wir schließlich mit dem Auto durch das Tal gefahren – zumindest einen Teil der Strecke. Leider hat uns die Sonne dann schon wieder verlassen und stattdessen kamen die Regenwolken zurück. Für ein paar Fotos hat die Zeit zum Glück noch gereicht, bevor es angefangen hat zu tröpfeln.

Für das letzte Bild mussten wir einen mühseligen Trampelpfad und etliche Mückenstiche auf uns nehmen (die kleinen Mistviecher hatte ich noch gar nicht vermisst). 
Am Abend ging es dann schlussendlich in unsere Hütte, die doch ein gutes Stück ungemütlicher war als erwartet. Der einzige Vorteil: da es innen so düster ist besteht die Hoffnung, dass ich nachts mal besser schlafen kann. Hier wird es ja im Moment nachts gar nicht dunkel.
Morgen früh haben wir den schlimmsten Abschnitt des ganzen Urlaubs vor uns: die Fahrt über den Trollstigen, eine spektakuläre Serpentinenstraße mit 10% Gefälle und viel zu vielen Haarnadelkurven. An der Rezeption hat man uns gesagt, dass es mittags am vollsten ist, daher planen wir unsere Fahrt dorthin vorher und nachher ein. Drückt mir die Daumen, dass alles gut geht!

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