Weiterreise nach Namibia

Vom Cederberg ging es heute Morgen zeitig weiter, doch bevor wir losfahren konnten, mussten Para (unser Fahrer) und „Mama“ (unsere Reiseleitung und Köchin) zunächst die Frontscheibe enteisen. So kalt war es in der Nacht, dass die Wiese und Fahrzeugscheibe weiß überzogen waren. Frostschutzwasser scheinen die hier nicht zu haben, deshalb kam ein Wasserschlauch zum Einsatz. Nachdem man durch die Frontscheibe wieder gucken könnte, ging es ab in den eisigen Aufsatz – richtig: wir haben ja keinen Bus, sondern einen Truck ohne Klimaanlage. Für einen Moment frage ich mich wieso ich die Tour im August mache und ob meine Reisekleidung dick genug ist. Nachdem die Sonne dann für ein paar Stunden auf den Truck geschienen hat, wird es endlich warm innen und wir können nach und nach eine Jacke mehr ausziehen.

Heute steht keine Aktivität auf dem Programm. Unser Tagesziel ist eine Etappe von 550km – schon ziemlich sportlich bei den kurzen Wintertagen. Aber es läuft alles nach Plan, denn die Straßen in Südafrika sind sehr gut. Selbst die Einreise nach Namibia verläuft ohne größere Schwierigkeiten.

Namibia ist flächenmäßig etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 2,4 Millionen Einwohner. Uns erwartet also sehr viel weites und trockenes Land. Doch bevor es richtig in die Namib Wüste geht, nächtigen wir heute am Orange River, dem Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika. In der 4* Unterkunft (die keineswegs mit 4* in Deutschland vergleichbar ist), gibt es zum ersten Mal warmes Duschwasser! Herrlich. Zwar fehlt hier das Fensterglas zwischen Dusche und draußen und auch eine Tür zwischen Bett und Bad, aber offensichtlich kann man hier nicht allen deutschen Komfort auf einmal haben.

Dafür werden wir mit einem sagenhaften Sonnenuntergang auf dem Fluss verzaubert und mir leckeren Nudeln von „Mama“ bekocht. Ein schöner erster Abend in einem neuen Land.

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